Sportplatz: Kritik an Zwölf-Zentimeter-Abstand zwischen Laufbahn und Rasen

Zu hohe Bordsteinkante?

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So sieht die zwölf Zentimeter hohe Kante aus.

Rethem - Die Freude war groß, als die Arbeiten zur Sanierung des Rethemer Sportplatzes im September abgeschlossen waren. Rasenplatz, Wurfanlage und Tennenbahn präsentierten sich wie neu. Im Frühjahr sollen Schul- und Vereinssportler den Platz wieder nutzen. Doch inzwischen wird Kritik laut.

Die Borde, die die Rasenflächen von der Tennenbahn abgrenzen, seien mit zwölf Zentimetern zu hoch, sagt Wolfgang Leseberg, erster Vorsitzender des SV Viktoria Rethem. Die Verletzungsgefahr für die Vereinsfußballer sei groß, da das Feld bis nahe an die Kante heranreiche. Diese sei vor der Sanierung nur etwa fünf Zentimeter hoch gewesen. Außerdem stehe bei kräftigem Regen das Wasser auf der Laufbahn.

Fußballer Jens Panning äußerte sich in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtratssitzung am Mittwoch ebenfalls kritisch. Eine zwölf Zentimeter hohe Kante mache keinen Sinn. Sie habe für „großes Entsetzen“ bei den Sportlern gesorgt.

Der Allgemeine Vertreter Harm-Dirk Hüppe erklärte, dass das Rasenniveau die Höhe des Bordsteins vorgegeben habe. Die Höhe der Laufbahn sei nicht verändert worden. Da das Niveau von Rasenflächen im Laufe der Jahre immer höher werde, sei die Bordstein- an die Rasenkante angepasst worden. „Wir werden gemeinsam mit Schule und Verein besprechen, wie wir mit der Situation umgehen.“

Verwaltungschef Cort-Brün Voige betonte, dass der Platz derzeit nicht wegen der Kante gesperrt sei, sondern wegen des neu eingesäten Rasens.

Leseberg wunderte sich, dass für möglicherweise noch notwendige Arbeiten kein Geld für den Sportplatz in den Haushalt 2016 eingestellt wurde. Voige erwiderte, dass die Politik dafür keine Mittel beantragt habe. Der SVV-Vorsitzende überreichte der Verwaltung schließlich sieben Fragen zur Sanierung des Sportplatzes. Unter anderem möchte er wissen, ob die Höhe der Borde den Vorschriften des Gemeindeunfallversicherungsverbandes (GUV) entspricht, ob die Anlage fachgerecht hergestellt wurde und ob die hohen Borde während der Arbeiten aufgefallen sind. Voige sicherte die Beantwortung zu.

Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigte sich Leseberg sicher, dass der GUV maximal fünf Zentimeter Höhe zulasse. Im Grundsatz dürfte die Schule dann Kinder nicht auf der Tennenbahn laufen lassen. Mit einer Sperrung der Innenbahn sei es nicht getan, da auch die Kante an der Außenbahn hoch sei. Bei Fußballspielen komme es letztlich darauf an, ob der Schiri die Partie anpfeife. Das Wasserproblem sei erst nach der Sanierung aufgetreten.

Björn Edelmann, didaktischer Leiter der Grund- und Oberschule Rethem, bestätigte, dass sich das Wasser zum Rasen hin staut. Der im Vergleich zu vorher deutlich größere Höhenunterschied könne ein Problem darstellen. Hierüber müssten mit dem GUV Gespräche geführt werden. Falls der GUV sein Okay nicht gebe, müsse man eine Teilsperrung der Aschenbahn in Betracht ziehen. „Auf dem Rasen spielen wir nicht so großflächig.“

Voige sagte, dass die Verwaltung bisher keinen Handlungsbedarf gesehen habe. Weder Verein noch Schule hätten dafür den Ansatz geliefert. Bei einer sachlichen Gefahr müsse natürlich gehandelt werden. Falle sehr viel Regen könne es vorkommen, dass sich das Wasser staue. Bei normalen Niederschlagsmengen handele es sich aber um einen Mangel. Grundsätzlich sei zu klären, ob es sich um gefühlte oder tatsächliche Probleme handele.

Nach der Sanierung seien die neuen, helleren Rasenkantensteine auffällig, erklärte Hüppe. Das Bauunternehmen und die Verwaltung gingen davon aus, dass die Höhe des Bordsteins so vertretbar sei.

Der GUV in Hannover verwies auf die „Information Schulsportstätten. Sicher Bauen, Sanieren und Betreiben“. Ob die dort genannten fünf Zentimeter für eine Einfassung ein Höchst- oder Mindestwert sind oder ob es Toleranzwerte gibt, ließ sich nicht in Erfahrung bringen. Mit der Rethemer Schule sei gesprochen worden, sagte eine Mitarbeiterin.

Andreas Pütz, Pressesprecher des Heidekreises, teilte mit, dass es letztendlich um die Verkehrssicherungspflicht gehe.

sal

Information Schulsportstätten

In der Broschüre „Information Schulsportstätten. Sicher Bauen, Sanieren und Betreiben“ des GUV (Juni 2010), steht zu Laufbahnen folgendes: „Rundbahnen sind auf der Innenseite durch eine Einfassung von fünf Zentimetern Höhe und fünf bis 25 Zentimetern Breite zu begrenzen. Für die Innenbahn ist ein hindernisfreier Sicherheitsabstand von einem Meter nach innen, für die Außenbahn von 28 Zentimetern nach außen vorzusehen.“ Wie sich diese Vorgaben auf die Nutzung des Rethemer Sportplatzes auswirken, ließ sich gestern weder bei der Verwaltung in Rethem noch beim GUV in Erfahrung bringen.

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