Musiker machen erstmals „gemeinsame Sache“

Spielmannszug Rethem und Achimer Fanfarenzug auf Probenfreizeit

Ilka von Wille erhielt das Musikerleistungsabzeichen in Silber.

Rethem/Achim - „Musik verbindet“, dieses kurze und prägnante Motto brachte Sabrina Hennig auf die Idee für ein Pilotprojekt: eine gemeinsame Probenfreizeit des Rethemer Spielmannszuges mit befreundeten Musikern aus Achim. Die 34-Jährige wohnt in Achim, leitet den Rethemer Spielmannszug und wirkt zugleich in der musikalischen Leitung des Achimer Fanfarenzuges mit.

Ihr Ansinnen sei es, beide Gruppen zwischenmenschlich, aber vor allem musikalisch einander näherzubringen und einmal mehr unter Beweis zu stellen, dass Musik ein überaus verbindendes Element ist. Insbesondere dann, wenn diese gemeinsam hergestellt wird.

Beide Musikgruppen sind hinsichtlich des Instrumentariums und der Altersstruktur sehr unterschiedlich. Der Spielmannszug, mit klappenlosen Querflöten und Schlagzeug besetzt, besteht überwiegend aus Kindern und Jugendlichen. Im Fanfarenzug spielen mehrheitlich Erwachsene mit Holz-, Blech- und Schlaginstrumenten.

Hennig organisierte kurzerhand für 43 Musiker eine Wochenendfreizeit im Jugendhotel in Bremervörde. Nach der Ankunft ging es zunächst darum, einander kennenzulernen, um dann gemeinsam zu musizieren.

Die Teilnehmer der Probenfreizeit hatten beim gemeinsamen Musizieren viel Spaß.

Für die bunte Truppe waren eigens Arrangements hergestellt worden. Es entstand eine für beide Gruppen ungewohnte, neue Klangkombination. Die hohen Flötenklänge wurden durch die Holz- und Blechbläser des Fanfarenzuges „aufgefangen“, und umgekehrt bekam der sonore Klangteppich der Achimer ein paar akustische Glanzlichter hinzu. Es kamen beispielsweise Titel von Michael Jackson und Paul Simon aufs Notenpult, die für Spielfreude sorgten.

Ein solches Projekt lasse erkennen, dass es für das aktive Musizieren keine Altersgrenzen gebe, so Hennig. Bei kaum einer anderen Tätigkeit sei es möglich, dass Menschen unterschiedlichen Alters ohne großen Aufwand gemeinsame Sache machten. Das Ergebnis des Wochenendes war, dass die Verantwortlichen darüber nachdachten, einen gemeinsamen Auftritt zu bestreiten.

Hennig berichtete zudem, dass es ein Mitglied der Rethemer Spielleute geschafft habe, die Abschlussprüfung des D2-Lehrgangs (Musikerleistungsabzeichen in Silber) zu bestehen. Die 16-jährige Ilka von Wille aus Rethem büffelte bei einem Lehrgang in Kirchlinteln den umfangreichen Lernstoff in den Fächern Instrumentalpraxis, Musiktheorie und Gehörbildung. In der zweistündigen theoretischen Prüfung wurden eine Klausur und ein rhythmisches Diktat geschrieben. Auch mussten die Intervalle (Tonabstände) bis zur Oktave hörend erkannt und aufgeschrieben werden.

Im praktischen Prüfungsteil wurden Dur- und Molltonleitern und eigens vorher einstudierte Vortragsstücke der mittleren Schwierigkeitsstufe vorgetragen. Hierbei kam es nicht nur auf die tonale und rhythmische Richtigkeit, sondern auch auf den künstlerischen Ausdruck an.

Ilka von Wille konnten gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen. Im Rethemer Spielmannszug ist sie in der Ausbildungsarbeit tätig und wird ihre neu erworbenen Fähigkeiten nun an den Nachwuchs weitergeben. - rö

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