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Rethemer Gemeindebrandmeisterin: Sonja Kny ist die erste Frau an der Spitze

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Eine dunkelhaarige Frau in Feuerwehruniform
Engagiert sich seit etlichen Jahren in der Feuerwehr, nun hat sie das höchste Amt auf Gemeindebene übernommen: Sonja Kny. © Bätje

Manchmal kommt es ja vor, dass jemand zu einem Job kommt wie die Jungfrau zum Kind. Bei Sonja Kny, ehemals Groß Häuslingen, jetzt Altenwahlingen, verlief die Karriere als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ganz anders. Der neuen Rethemer Gemeindebrandmeisterin wurde ihre Aufgabe praktisch mit in die Wiege gelegt.

Altenwahlingen –Vater Hinrich als Häuslinger Ortsbrandmeister sowie diverse Cousins und Cousinen engagierten sich schon seit Jahren bei der Ortsfeuerwehr, ehe Sonja im Alter von zwölf Jahren selbst Zugang fand. Bei einem Wettkampf musste sie aushelfen und seitdem hatte es sie gepackt. Mit den Männern in der blauen Uniform war sie praktisch von Kindesbeinen an vertraut.

Kreisweit ist sie bis jetzt die erste Samtgemeindebrandmeisterin

Doch das allein zeichnet sie nicht aus. Von Anfang an machte sie klar, dass sie in diesem Metier eine Vorreiterin sein wollte: zuerst als Betreuerin, dann in führender Position in der Jugendarbeit. Sie engagierte sich für die Samtgemeindefeuerwehr, sogar auf Kreisebene und jetzt steht sie an der Spitze aller sieben Wehren in der Rethemer Samtgemeinde, darf sich Gemeindebrandmeisterin nennen und ist damit ganz oben angekommen. Kreisweit ist sie bis jetzt die erste Samtgemeindebrandmeisterin, womöglich ist sie sogar landesweit die einzige Frau, die es so weit gebracht hat.

In der Hierarchie hat sie sich inzwischen ebenfalls weit nach vorn gearbeitet. Da hat sie es nach etlichen erfolgreichen Fortbildungslehrgängen den Rang der Hauptlöschmeisterin geschafft.

Akzeptanz bei den männlichen Kollegen ist hoch

Hat es sich für sie bemerkbar gemacht, dass sie sich in einer ursprünglich den Männern vorbehaltenen Domäne engagiert? Kny verneint dies. „Ich habe hier noch keine Benachteiligung erlebt“, stellt sie fest. Im Gegenteil. Die Akzeptanz durch ihre männlichen Kollegen sei durchaus hoch. Neu für sie sei, dass jetzt viel mehr an Verwaltungsarbeit auf sie zukommen werde.

Feuerwehrfahrzeuge fahren, Pumpen bedienen, Schläuche rollen: Die Zeiten gehören für sie der Vergangenheit an. Jetzt ist es erst einmal ihr Ziel, Kontakt zu den übrigen Feuerwehren in der Samtgemeinde, den Böhmern, Bierdern, Altenwahlingern, Rethemern, Frankenfeldern und Bossern aufzunehmen. Wobei zu sagen ist, dass Sonja Kny eigentlich hinlänglich bekannt ist, denn als Häuslinger Kinderfeuerwehrwartin und Jugendwartin ist die 39-Jährige schon seit Langem in Rethem und umzu aktiv.

Jetzt gilt es anzupacken. Und da scheut sich die Hauptlöschmeisterin nicht. Bei ersten Vorgesprächen hatte sie verlauten lassen: „Wenn niemand anderes bereit ist, diese Arbeit zu übernehmen, würde ich den Job wohl machen.“ Nun hat sie ihn.  bä

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