Hitzige Diskussion im Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt Rethem

Schutzhütte: Standortstreit

Spaltet die Meinungen: Die neue Schutzhütte, die diesmal keinen Grillplatz haben wird, steht fast, doch ob es bei dem Standort im vorderen Bereich des Londyparks bleibt, ist noch unklar.
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Spaltet die Meinungen: Die neue Schutzhütte, die diesmal keinen Grillplatz haben wird, steht fast, doch ob es bei dem Standort im vorderen Bereich des Londyparks bleibt, ist noch unklar.

Rethem – Eine hitzige Diskussion entbrannte am Mittwoch auf der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses der Stadt Rethem im Burghof. Im Mittelpunkt: die Standortentscheidung für eine Schutzhütte im Londypark.

Seit den 90er-Jahren befand sich eine Rasthütte mit Grillplatz im hinteren Bereich des Parks in der Nähe der Kreissporthalle. Eine Ausleihe des Rostes für den Grill hatte allerdings innerhalb von 15 Jahren kaum stattgefunden und war demnach laut einer Einschätzung der Verwaltung nahezu gar nicht genutzt worden. Das geht aus dem Beschlussentwurf hervor. Eigentlich hätte die Schutzhütte als Anlaufpunkt für Gäste des Londyparks sowie für Nutzer des in unmittelbarer Nähe liegenden Allerradweges dienen sollen, wofür sich aber ihr damaliger Standort in keiner Weise geeignet habe, so die Einschätzung der Verwaltung. Einerseits sei die Hütte für Radfahrer kaum sichtbar gewesen, und andererseits hätten die in den allermeisten Fällen eher im Bereich des Burghofs in der Sonne eine Pause eingelegt als am schattigen und dunklen alten Standort.

Darum war zum Ende der vergangenen Legislaturperiode im Jahr 2016 die Überlegung angeschoben worden, den Standort zu verlegen. So kam der Vorschlag aus der Verwaltung, sie in den vorderen Bereich des Londyparks zu versetzen. Der Grillplatz sollte aufgrund seiner nicht gegebenen Nutzung ersatzlos entfernt werden. Außerdem gebe es in der Nähe des neuen Standorts mittlerweile ein offenes WLAN-Netz sowie eine E-Bike-Tankstelle vor dem Rathaus, die aus touristischer Sicht beide für die Umsetzung sprächen, so die Verwaltungsvorlage.

Aus diesen Gründen sei gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden der Ratsfraktionen ein neuer Standort für die Schutzhütte im vorderen Bereich des Londyparks festgelegt und Angebote für die Versetzung eingeholt worden. Wenig später sei der Auftrag als Geschäft der laufenden Verwaltung für einen Preis von 2 100 Euro vergeben und weitestgehend ausgeführt worden.

Daraufhin hatten allerdings einige Ratsmitglieder den Wunsch geäußert, die endgültige Entscheidung zur Verlegung vom Rat treffen zu lassen. Diesem war die Verwaltung aus Transparenzgründen gefolgt und hatte damit einen großen Stein ins Rollen gebracht.

„Wieso wusste niemand, als damals die Entscheidung für den neuen Standort getroffen wurde, dass ein bestimmter Abstand zum Deich eingehalten werden muss?“, fragte Ernst-Walter Vollmer, CDU. Es müsse noch eine Zustimmung eingeholt werden „hinsichtlich der Unterschreitung des 50-Meter-Schutzstreifens Richtung Deich“. Eine genaue Antwort gab es nicht, es stehe nur fest, dass, sofern es keine Genehmigung gebe, ein neuer Standort im Bereich zwischen der B 209 und dem Burghofgelände gefunden werden müsse.

„Die Schutzhütte muss da weg. Ich kann nicht verstehen, wieso sie in der Nähe der Seniorenanlage stehen bleiben soll, wenn wir alle wissen, was für ein Lärm von ihr ausgeht, wenn Jugendliche da abends Bambule machen“, so Heinz Bäßmann (CDU) mit Bezug auf den jetzigen Standort der Hütte im vorderen Bereich des Londyparks. Er plädierte dafür, sie wieder an ihren alten Platz zu versetzen.

Sein Fraktionskamerad, Vollmer, widersprach: „Ich teile die Meinung von Heinz nicht. Der Burghof ist und bleibt der beste Standort. Dort wird die Hütte aktiv genutzt, oft ruhen sich dort Fahrradfahrer aus, die an der Aller entlang fahren. Außerdem gibt es WLAN. Und sollten wir feststellen, dass es wegen des Lärmes wirklich Probleme gibt, haben wir doch immer noch Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Dann stellen wir da ein Schild hin: ,Nach 20 Uhr kein Betrieb mehr‘, beispielsweise, und dann hat sich das Thema.“

Wolfgang Leseberg, SPD, Vorsitzender des Ausschusses, mahnte: „Die Schutzhütte beschäftigt uns schon seit vielen Jahren, und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie uns auch die nächsten noch beschäftigen wird.“ Mitschuld daran hätten ihm zufolge zwei Ausschussmitglieder, deren Namen er zwar nicht nannte, aber scharf für ihr Verhalten in der Vergangenheit kritisierte. Sie hätten Falschinformationen außerhalb der Sitzungen verbreitet und ihre Meinung mehrmals geändert – kurzum, so Leseberg, die Sache torpediert. Er ermahnte die Runde, sachlich zu bleiben, da sich die Diskussion auf eine emotionale Ebene verschoben habe.

Werner zum Berge, CDU: „Mir ist es mittlerweile egal, wo diese Hütte nun steht. Aber eins sag ich Ihnen: Das Thema ist noch lange nicht ausgestanden.“

Drei Mitglieder sprachen sich bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme für den Beschlussentwurf aus.

Von Lisa Hustedt

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