Viele ältere Kunden

Fitnesscenter Rethem: Mit Rollator in die Muckibude

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Christel Spohr (82) aus Stöcken geht es viel besser, seit sie zweimal wöchentlich an den Geräten trainiert.

Rethem - Von Fred Raczkowski. Fitnesscenter? Das sind doch die Muckibuden, in denen sonnengebräunte Jungs und Mädels mit Muskeln aus Stahl und keinem Gramm Fett zu viel ihr Work-out machen. Und vor allem sind sie jung. Irrtum! Zumindest in Rethem ist das ganz anders. Schon über 60 Prozent der Kunden von Trainer Shanat Ospanow sind älter als 60 Jahre.

Viele haben sogar schon die 80 überschritten, wie zum Beispiel Christel Spohr aus Stöcken. Seit sie hier Kraft und Ausdauer trainiere, sei sie viel beweglicher geworden, sagt sie. Beweglich bleiben, Treppen steigen, den Kommunikationsradius erweitern und so lange wie möglich selbstständig bleiben: Das sind Ziele, die sich durch gezieltes Training viel leichter erreichen lassen.

Aber auch viele Altersbeschwerden können mit der Trainingsarbeit zumindest gelindert werden. Diese Erfahrung haben zum Beispiel Doris und Eduard aus Eystrup gemacht. Doris leidet unter Spinalkanalstenose: „Das ist viel erträglicher geworden.“ Ehemann Eduard hat seit Jahren Probleme mit Hüfte und Bandscheibe: „Gegen die Schmerzen habe ich 30 Spritzen im Jahr bekommen. Jetzt brauche ich überhaupt keine mehr.“

Trainer Shanat Ospanow erläutert am Modell den Bewegungsablauf. Am Anfang des Trainings gibt es eine sportmedizinische Untersuchung.

Auch einige unter Osteoporose leidende Frauen berichten von deutlichen Verbesserungen, seit sie hier trainieren. Eine kommt sogar mit dem Rollator zum Krafttraining. Der Knochenabbau wird offenbar gestoppt, Bewegung sorgt für Knochenaufbau.

Gegen Schmerzen, fürs Gehirn

Nicht nur Schmerzen können gelindert werden: „Durch das Training wird das Gehirn anspruchsvoller belastet“, erläutert Shanat Ospanow, seit fünf Jahren Trainer an der Stöckener Straße. Auch Demenz und Alzheimer könne somit wirkungsvoll vorgebeugt werden. Dass gezieltes Fitnesstraining auch bei Depressionen helfen kann, zeigen nicht nur wissenschaftliche Untersuchungen, sondern auch Erfahrungen aus dem Rethemer Fitnesscenter.

Wer sich dort fit fürs Alter machen will, wird von Trainer Shanat erst einmal zur sportmedizinischen Untersuchung gebeten. Auf dieser Basis gibt es dann die MTT, die medizinische Trainingstherapie. In der Regel wird mit einem beschwerdebezogenen Training begonnen, anschließend folgt ein Allround-Training für alle Muskelgruppen.

Einen Jungbrunnen gibt es auch beim Work-out der Graukappen an der Stöckener Straße nicht. Aber wer den betagten Kraftsportlern an ihren Geräten so zuschaut, erkennt schnell: Die haben vor allem viel Spaß. ,,Dass wir älter werden, können wir nicht verhindern,“ ruft eine ältere Joggerin vom Laufband herunter. „Aber so ist es leichter zu ertragen.“

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