Ehepaar Meereboer macht weiter

Schöne Abende auf Holländisch im „Stöckener Hof“

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Lisette und Kees Meereboer.

Stöcken - Von Fred Raczkowski. Lisette und Kees Meereboer hatten die große Auswahl in ganz Deutschland. Denn: Wer kauft heutzutage schon noch einen Landgasthof? Dutzendweise schließen die Traditionshäuser in weiten Teilen des Landes, die Region um Rethem ist da keine Ausnahme. Warum die beiden Holländer dennoch den „Stöckener Hof“ von Uwe Winkelvos kauften und seit Anfang Juli betreiben, das verrieten sie im Gespräch mit der Verdener Aller-Zeitung.

Zu ihrem Konzept gehört zunächst einmal, dass sie seit vielen Jahren in Deutschland und Holland einen Großhandel mit Dekoartikeln haben, früher auch ein Geschäft in Holland, das Lisette von 1997 bis 2010 betrieben hat. Der „Stöckener Hof“ wäre dann also so etwas wie ein zweites Standbein. Da er sich um das Handelsgeschäft in der Nähe von Lingen kümmern muss, ist Kees zurzeit nur wenige Tage in Stöcken, um seine Frau zu unterstützen. Der diplomierte Agraringenieur („ein Vater hatte einen Landhandel“) freut sich aber auf das Landleben im Allertal.

Zum „Stöckener Hof“ war das Ehepaar – sie sind seit 32 Jahren verheiratet – im wahrsten Sinne des Wortes über Umwege gelangt. Lisette Meereboer: „Wir hatten uns verschiedene Objekte in ganz Deutschland angeschaut, unter anderen im Sauerland.“ Stöcken stand im November vergangenen Jahres, nach einem Besuch im Bereich Kirchlinteln, als letzter Termin auf der Liste.

Traditionsreicher Landgasthof: „Von Uwe Winkelvos haben wir einen gut funktionierenden Betrieb übernommen“, freuen sich die neuen Inhaber.

Aber kurz vor Rethem war erst einmal Ende der Besichtigungstour: Allerbrücke gesperrt! So mussten die beiden einen gut 30 Kilometer langen Umweg über Verden fahren, um ans Ziel, den „Stöckener Hof“, zu gelangen. Aber die beiden nahmen es mit Humor: „Wir sahen darin ein gutes Zeichen“, schmunzelt Kees.

Hof überzeugte auf Anhieb

Und tatsächlich: Der seit fast 20 Jahren von Uwe Winkelvos geführte Landgasthof überzeugte die Holländer auf Anhieb. „Uwe ist ein Profi, da haben wir ein gut funktionierendes Objekt, auch mit vielen Kegelclubs übernommen. Und es konnte nahtlos weitergehen“, freuen sich die Käufer. Vor allem aber passte die an einem kleinen See an der B 209 gelegene Anlage, zu der auch fünf Hotelzimmer gehören, in das Konzept der beiden Geschäftsleute aus den Niederlanden: „Wir wollten eine Kombination aus Hotel, Gaststätte und Großhandel, das können wir hier gut verwirklichen.“

In den nächsten zwei Jahren soll aber noch einiges investiert werden, um die gesamte Anlage zu modernisieren und noch attraktiver zu machen. Spätestens in der Weihnachtszeit können Besucher auch den Deko-Geschäftsbereich der Familie Meereboer kennenlernen: Geplant ist eine große Weihnachtsausstellung.

Auch im Internet vertreten

Natürlich wird man auch im Netz vertreten sein: Eine eigene Facebook-Seite gibt es bereits, ein mehrsprachiger Internetauftritt ist in Arbeit. Und auch das Angebot der Küche wird noch weiter entwickelt. Direkte gastronomische Erfahrung in einem solchen Betrieb habe sie zwar noch nicht, sagt Lisette, aber für größere Gesellschaften habe sie auch früher schon oft gekocht.

Das Angebot der deutschen Küche solle auch künftig bleiben, aber auch etwas internationaler werden. Lisette denkt da zum Beispiel an französische Fischsuppe, belgische Senfsuppe oder holländische Bohnensuppe. Dazu werden auch kleine holländische Spezialitäten angeboten werden. Und natürlich: holländischer Matjes, mild gesalzen.

Besonders wichtig ist den beiden aber, dass die Gäste sich im „Stöckener Hof“ sozusagen auf holländische Art wohlfühlen. Denn in Holland dauere ein Abendessen nicht nur eine, sondern meist drei Stunden: „Wir wollen, dass die Leute auch hier nicht nur sagen: Wir haben schön gegessen. Sie sollen sagen: Wir haben einen schönen Abend gehabt.“

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