Corona-Alltag in der Rethemer Kita „Arche“ / „Wir vermissen die Kinder sehr“

Schmetterling, Homepage und Gespräche

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Demnächst als Foto-Spaß vor der Kita an der Wiedenburgstraße: Erzieherin Anja Kranz posiert schon mal als Schmetterling, rechts Birgit Leseberg, stellvertretende Leiterin des Kindergartens.

Rethem – In Zeiten von Corona ändern sich auch Erfolgserlebnisse. Zum Beispiel bei Kindergarten-Leiterinnen: „Wir haben schon 439 Klicks“, freut sich Dörthe Göritz-Timme nach einem Blick auf ihren PC und legt die Maus aus der Hand. Gemeint ist die ständig wachsende Zahl an Zugriffen auf die Homepage der „Rethemer Arche“.

Denn die Kommunikation mit Eltern und Kindern über das Internet, Briefe schreiben und Gespräche „über den Gartenzaun“ führen ist in den letzten Wochen immer wichtiger geworden, seit am 17. März auch die „Rethemer Arche“ erst einmal schließen musste.

95 Kinder, ihre Eltern und die 17 Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens standen plötzlich vor ganz neuen Problemen. Vier Erzieherinnen mit Vorerkrankungen werden wegen der Epidemie zurzeit nicht für die direkte Arbeit mit den Kindern eingesetzt.

Eine Woche nach dem Corona-Lockdown gab es in Rethem eine Notbetreuung mit zunächst vier Kindern. Wie überall im Lande wurden nur Kinder aufgenommen, deren Eltern in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Medizin, Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr oder Katastrophenschutz tätig sind. Oder sie müssen in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge arbeiten. Dörthe Göritz-Timme: „Da gab es naürlich viel Gesprächsbedarf mit den Eltern.“

Inzwischen sind 20 Kinder in der Notbetreuung von 8 bis 14 Uhr. Birgit Leseberg, stellvertretende Leiterin der Kita: „Die Größe des Gebäudes ist dabei sehr vorteilhaft. Die Kinder sind in drei Gruppen aufgeteilt und können so nicht in Kontakt miteinander kommen.“ Für jede Gruppe gibt es eine feste Erzieherin.

Kontaktbeschränkungen sind aber gerade das, was Kinder am allerwenigsten brauchen. „Kinder brauchen einander, sie müssen gemeinsam spielen, das ist für die Entwicklung ungeheuer wichtig“, sagen die Erzieherinnen. Dies sei das A und O der ganzen Arbeit. Daher freuen sie sich, dass nach dem Stufenplan des Kultusministeriums zur schrittweisen Öffnung der Kita jetzt auch wieder Vorschulkinder in Kleingruppen für einige Tage in die Kita kommen können.

Ende Juni sollen in der „Rethemer Arche“ dann auch die drei- bis fünfjährigen Kinder wieder in Kleingruppen betreut werden. Der vollständige Regelbetrieb dürfte aber erst nach den Sommerferien wieder aufgenommen werden.

„Wir freuen uns riesig darauf, denn wir vermissen die Kinder sehr“, sagen Dörthe Göritz-Timme und Birgit Leseberg. Kurzarbeit gab es für die Mitarbeiter der Einrichtung nicht: „Die tägliche Arbeitszeit wurde auch so geleistet“, sagt Leiterin Göritz-Timme. Im Homeoffice den Kontakt zu Eltern und Kindern halten, Mails schreiben und beantworten, am Telefon trösten und ermuntern, Anregungen für Spiele zu Hause erarbeiten – die Liste der Aufgaben ist lang.

Dazu gehört auch die Aktualisierung der Homepage. Da können die Krippenkinder zum Beispiel sehen, wie zwei Erzieherinnen das Lied vom kleinen Käfer singen, die Kiga-Kinder erfahren online etwas über Löwenzahn-Sirup und es gibt jede Menge weiterer Anregungen.

Auf alle wartet die nächsten Tage eine Überraschung: Direkt an der Kita dürfen sich die Kleinen in einen Schmetterling verwandeln. Na ja, nicht wirklich. Aber sie können sich dann vor einem Riesen-Schmetterling von den Eltern fotografieren lassen. Der bunte Falter wurde extra für diesen Zweck entworfen und angefertigt. Nicht online, ganz real wird er dort auf Besucher warten.

Von Fred Raczkowski

Telefon und PC als Arbeitsgeräte: Kita-Leiterin Dörthe Göritz-Timme. Das Büro in der „Rethemer Arche“ ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt.
Frühstück in Corona-Zeiten: Für die Arbeit mit den Kleingruppen während der Notbetreuung ist die Größe des Gebäudes ein wichtiger Vorteil. Fotos: Raczkowski

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