Landwirt Evers macht sich Sorgen

Werden möglicherweise steigende Milchpreise auch an die Erzeuger weitergegeben?

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Diethelm Evers erwartet zurückgehende Milchpreise. 

Rethem Moor - „Die Milchviehhaltung macht uns immer noch viel Spaß. Die gesamte Familie ist in unseren Betrieb integriert. Und trotzdem: Oftmals stehen wir mit dem Rücken zur Wand.“ Diethelm Evers führt den Hof mit Milchviehhaltung und Bullenmast in Rethem Moor. Ein vorbildliches Unternehmen. 2010 wurde der Betrieb ausgezeichnet und erhielt die „Goldene Olga“ als bester Milchvieh-Bauernhof im Land.

Darauf hat der tüchtige Landwirt aufgebaut und das Unternehmen weiter entwickelt. Er klagt nicht, zu sehr hat er Spaß auf seinem Hof. „Aber ich würde mir sehr wünschen, dass die Molkerei mit uns inniger zusammenarbeitet.“ Er möchte nicht immer erst Milch erzeugen und dann die Preise genannt bekommen. Gerade hat Aldi angekündigt, die Preise für einen Liter Milch zu erhöhen. „Aber wir haben vom Gegenteil Kenntnis nehmen müssen. Das Milch-Barometer zeigt den Weg nach unten an.“ Preiserhöhungen, die der Endabnehmer hinnehmen müsse, erreichten nicht immer den Erzeuger, erzählt Evers.

Bei der Milch sei ein spürbarer Preisrückgang für die Bauern zu befürchten. Und dass, obwohl es in diesem Jahr weniger gegeben habe. Futterknappheit im heißen Sommer sei ein Grund gewesen. „Die Preise zwischen Molkerei und Einzelhandelsgeschäften sind zwar wieder neu festgesetzt worden, aber eine durchaus mögliche Korrektur nach oben, die wir gut gebrauchen könnten, wird, wenn überhaupt, erst später auch bei uns ankommen“, sagt Evers.

Der Landwirt ist in Rethem Moor einen zukunftsträchtigen Weg gegangen. Der Betrieb hat heute 180 Milchkühe und Bullenmast. Zwei weitere Betriebe aus dem kleinen Dorf haben sich dem Betrieb angeschlossen. „Es ist eine gute Zusammenarbeit“, es sei niemand „geschluckt“ worden. „Wir sind keiner der ganz großen milchproduzierenden Betriebe.“ Das Arbeitsklima stimme, vor allem, weil die Familie mit Ehefrau Andrea und den beiden Söhnen Matthias und Mario an einem Strang ziehe und mit den Nachbarn zusammenarbeite.

„Der Milchpreis hat sich für uns alle in den vergangenen Jahren kaum geändert“, sagt Evers. Die Kosten seien hingegen gestiegen. So würden die Ställe mittlerweile vorschriftsmäßig mit Gummimatten ausgestattet. „Das kostet uns das doppelte Geld.“ Es soll sogar ein neuer Stall entstehen, der nach den neuesten Bestimmungen gebaut werden muss. „Das wird uns einiges kosten.“

Der Hof der Familie Evers bleibt offen für jedermann. Häufig besuchen Kindergärten und Schulen den Betrieb. Bei Führungen erfahren die jungen Gäste, wie der Tag auf einem gut funktionierenden Milch-Bauernhof im Heidekreis verläuft. Evers sind willens, alles zu unternehmen, um weiterhin erfolgreich zu sein. 

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