Landgerichtsprozess gegen drei Angeklagte aus dem Heidekreis

Rethemer aus U-Haft entlassen

Am Landgericht Verden geht es um Hehlerei und den Handel mit Kokain. Foto: Wb

Rethem/Verden – Von Beginn an gab es Verzögerungen im Verdener Landgerichtsprozess gegen drei Angeklagte aus dem Heidekreis. In der vergangenen Woche wurden zwei Sitzungstermine in Folge aufgehoben. Seit dem 2. Dezember 2019 müssen sich zwei 34 und 38 Jahre alte Brüder aus Rethem und Walsrode sowie ein 24-Jähriger aus Hodenhagen vor der 2. Großen Strafkammer verantworten. Es geht um gewerbsmäßige Hehlerei und Handeltreiben mit Kokain sowie Beihilfe zu diesen Taten.

Schon früh zeichnete sich ab, dass die geplanten zehn Verhandlungstage bis zum 12. Februar nicht ausreichen würden. 27 Zeugen wollte das Gericht bis zum 16. Januar befragt haben. Doch selbst dieses Beweisprogramm ist noch immer nicht abgearbeitet. Immer neue Anträge der Verteidiger und sehr intensive Befragungen der Zeugen führten dazu, dass anfangs so mancher Zeuge wieder unverrichteter Dinge nach Hause geschickt werden musste.

Mittlerweile wurde der Jüngere der beiden Brüder aus der Untersuchungshaft entlassen. Hinsichtlich des Tatvorwurfs der gewerbsmäßigen Hehlerei sieht das Gericht bei dem 34-Jährigen aus Rethem nach der vorläufigen Beweisaufnahme keinen dringenden Tatverdacht mehr, so die Begründung. Vorgeworfen wird dem 34-Jährigen zudem versuchte Nötigung. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Verden soll er nach der Festnahme seines 38 Jahre alten Bruders den 24-Jährigen, der sich in dem Prozess wegen Beihilfe verantworten muss, hinsichtlich dessen Aussageverhalten unter Druck gesetzt zu haben.

Die Festnahme des 38 Jahre alten Bruders war am 5. Juni 2019 infolge einer Durchsuchung im Rahmen der Kooperation „Räderwerk“ im Heidekreis erfolgt.

Wie die Polizei seinerzeit mitgeteilt hatte, waren eine Bar und eine Wohnung in Walsrode sowie zwei Privatobjekte in Oerbke durchsucht worden. „Die Durchsuchungen führten zum Auffinden von etwa 270 Ecstasy-Tabletten. Außerdem konnten die Ermittler rund 120 hochwertige Werkzeuge und weitere Gegenstände beschlagnahmen, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um sogenannte Hehlerware handelt“, hatte die Polizei Heidekreis damals mitgeteilt.

Dem 38-Jährigen, der weiterhin in Untersuchungshaft sitzt, wird von der Staatsanwaltschaft Verden in 42 Fällen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Er soll rund 1 100 Gramm Kokain mit einem Gesamtumsatz von rund 58 000 Euro an verschiedene Abnehmer verkauft haben. Der 24-Jährige soll ihn zu den Abnehmern gefahren haben.

Gegen beide Brüder richtete sich der Anklagevorwurf, sich Werkzeuge und elektrische Geräte im Neuwert von rund 40 000 Euro aus Diebstählen verschafft zu haben. Dieser Vorwurf hat sich offensichtlich entkräftet.  wb

Die Fortsetzung

des Landgerichtsprozesses ist für den 17. April geplant. Darüber hinaus sind acht weitere Verhandlungstage bis zum 29. Juni vorgesehen.

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