Wohnortnahes Coronaschutz-Angebot des Kreises erfolgreich / 90 Bürger lassen sich impfen

Rethemer stehen Schlange für die Spritze

In einer langen Schlange standen gestern die Menschen an, die das Impf- und Beratungsangebot des Heidekreises im Von Behrschen Haus wahrnehmen wollten.
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In einer langen Schlange standen gestern die Menschen an, die das Impf- und Beratungsangebot des Heidekreises im Von Behrschen Haus wahrnehmen wollten.

Die Schlange wurde länger und länger. Bis zum Tor des Burghofgeländes standen die Menschen gestern beim Impftermin in Rethem, zu dem der Heidekreis kurzfristig im Rahmen einer Corona-Schutzkampagne eingeladen hatte. Die Mitarbeiter des mobilen Impfteams hatten Johnson & Johnson im Gepäck, aber auch Biontech und Moderna waren im von Behrschen Haus im Angebot. Der unkomplizierte Termin kam bei vielen Bürgern gut an – sorgte aber auch entsprechend für Wartezeiten.

Rethem – „Für uns ist es der erste Termin dieser Art“, sagte Simon Bayildiran aus dem Impfteam. „Wir wussten überhaupt nicht, was uns in Rethem erwarten würde.“ Hätte man nur eine Handvoll bisher Unentschlossener erreicht, wäre das Angebot schon ein Erfolg gewesen. „Aber als wir heute Morgen hier aufgebaut haben, standen die ersten Wartenden schon vor der Tür“, zeigte sich Bayildiran überrascht und erfreut. Um 11.30 Uhr hatten bereits die ersten 40 Impfwilligen ihre Spritze bekommen, circa 40 weitere warteten zu diesem Zeitpunkt vor der Tür. 90 Bürger nahmen das Angebot insgesamt wahr . „Weil heute jeder kommen darf, ohne Termin, müssen wir von jedem erst einmal die Daten aufnehmen“, sagte Bayildiran. „Das ist ein deutlich größerer Aufwand als im Impfzentrum.“ Deswegen kam es zeitweise zu erheblichen Wartezeiten.

90 Impfwillige kamen aus unterschiedlichen Gründen vorbei

Doch die Rethemer harrten tapfer in der Sonne aus, in der Hoffnung, auf diese Weise „schnell mit dem Thema durch“ zu sein, wie es ein junger Mann in der Schlange formulierte. „Wenn ich heute Johnson & Johnson bekomme, muss ich wenigstens kein zweites Mal irgendwo anstehen.“

Mehrere in der Schlange gaben zu, dass sie bis vor Kurzem unentschlossen gewesen seien, ob sie sich überhaupt impfen lassen wollen. „Und ich bin mir auch immer noch nicht sicher“, sagte ein Mann. „Ich hör" mir heute erst mal an, was der Doktor zu sagen hat, und entscheide mich dann spontan.“ Für Menschen wie ihn war gestern extra eine sogenannte „Informationslinie“ eingerichtet worden, wo sich alle, die noch unsicher waren, zunächst einmal ausgiebig beraten lassen – und im Zweifelsfall auch ohne Impfung wieder gehen konnten.

Ideale Räumlichkeiten im von Behrschen Haus

Andere hatten keinen Informationsbedarf mehr, wollten einfach nur eine Spritze und wieder nach Hause. Eine Rethemerin sagte: „Ich wollte mich bisher nicht impfen lassen und will es eigentlich immer noch nicht. Aber ich will mich auch nicht mehr ständig testen lassen. Also ziehe ich es jetzt durch.“ Eine junge Polin erzählte, sie sei zum Termin gekommen, weil sie noch in diesem Sommer ihre Familie in ihrem Heimatland besuchen wolle. „Und ohne Impfung ist reisen schlecht.“

Was auch immer die Gründe waren, sich gestern in Rethem impfen zu lassen: Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige und Fachbereichsleiter Kevin Grochotzky zeigten sich hochzufrieden mit der Resonanz. Die Samtgemeinde hatte für die Kreis-Aktion kurzfristig das Von Behrsche Haus zur Verfügung gestellt. „Die Räumlichkeiten sind ideal für diesen Zweck, und sie stehen ja ohnehin leer, seit das Sozialamt an den Bösselweg gezogen ist“, so Grochotzky.

Fahrt ins Impfzentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum machbar

Die aktuelle Impfkampagne des Landkreises sei in seinen Augen sehr sinnvoll, sagte Voige. „Ortsnahe, unkomplizierte Angebote auch in der Fläche des Heidekreises, mehrsprachige Termine – so erreicht man einfach noch mehr Menschen.“ Von der derzeit vieldiskutierten Idee, zum Beispiel über Gutscheine oder Ähnliches Anreize für die Impfung zu schaffen, hält der Rethemer Verwaltungschef dagegen nicht viel. „Von solchen Geschenkaktionen bin ich ehrlich gesagt kein Fan. Die Impfung als solches muss die Menschen überzeugen. Und das geht am Besten über Information.“ Grochotzky: „Und dann braucht man auch keine Geschenke, wie man heute hier sieht.“

Voige wies auch noch einmal darauf hin, dass der Heidekreis ausgesprochen groß sei und die Menschen hier zum Teil erhebliche Strecken zu bewältigen hätten. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sei, stehe da mitunter vor einer echten Herausforderung. Mit dem Bus von Rethem ins Impfzentrum in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel – das gehe nur mit Umstieg in Walsrode. „Da ist man schon so ungefähr zwei Stunden unterwegs.“ Für eine Strecke, wohlgemerkt. Umso wichtiger, dass der Heidekreis mit seinen mobilen Impfteams jetzt auch entlegenere Orte an den Kreisgrenzen besuche. Heute sind zwei Teams in Munster und Lindwedel zu Gast.

Für Voige und Grochotzky ist klar: Sollte es weiterhin Bedarfe geben und das Impfteam wäre bereit, noch ein weiteres Mal in die Allerstadt zu kommen: Das Von Behrsche Haus stünde sofort wieder zur Verfügung.

Erfreut über die Resonanz: Fachbereichsleiter Kevin Grochotzky (m.) und Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige (r.) fragen bei Simon Bayildiran vom mobilen Impfteam nach, wie es läuft.

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