Rethemer Politiker zur IGS-Thematik

„Den Oberschulen Zeit geben“

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Äußerten sich zum Thema IGS: (hinten v.l.) Heinz Bäßmann, Cort-Brün Voige und Frank Leverenz; (vorne v.l.) Dr. Kathrin Wrobel, Torsten Gudehus und Annette Schütz.

Rethem - Die Stadt Walsrode hat beim Heidekreis beantragt, die Oberschule (OBS) in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umzuwandeln. Einen offiziellen Antrag, die Schuleinzugsbezirke zu verändern, gibt es nicht. Walsrode möchte nun eine Elternbefragung durch den Landkreis durchführen lassen. Ob nur im Schuleinzugsbezirk oder im ganzen Südkreis, wird diskutiert. Das berichtete Samtgemeindedirektor Cort-Brün Voige bei einem Pressegespräch im Burghof Rethem, an dem der Samtgemeinderats-Vorsitzende Heinz Bäßmann, die SPD-Fraktionsvorsitzende Annette Schütz, der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Gudehus, Rethems Bürgermeister Frank Leverenz und Häuslingens Bürgermeisterin Dr. Kathrin Wrobel teilnahmen.

„Eltern wird Sand in

die Augen gestreut“

Schütz sagte, dass der geltende Schuleinzugsbereich seit 40 Jahren geübte Praxis sei, die funktioniere. „Mich ärgert, dass Walsroder Eltern Sand in die Augen gestreut wird.“ Bei der jüngsten Informationsveranstaltung zur IGS, zu der der Landkreis und die Stadt Walsrode eingeladen hatten, sei die IGS sehr gelobt worden. Profitieren könnten Schüler davon aber erst etwa zehn Jahre nach der Einführung. Die Oberschule gebe es gerade erst seit drei Jahren – weil seinerzeit die Situation mit Haupt- und Realschule unerträglich gewesen sei, erläuterte die Kreistagsabgeordnete. „Wir wollten damals eine integrative Schulform – wir haben sie bekommen. Wir sind zufrieden.“ Der Umwandlungsprozess sei noch in vollem Gange. „Und nun wird die IGS beantragt.“ Das mache keinen Sinn.

Eine IGS funktioniere nur, wenn ein Gutteil der Schüler Gymnasiasten sei. Es sei fraglich, ob Eltern ihre Kinder lieber auf die IGS oder das benachbarte Gymnasium schickten.

Wrobel ergänzte, dass auch eine IGS keine Angebots-, sondern eine Regelschule sein würde. „Es gelten die normalen Einzugsbereiche.“ Bei einer Umfrage würde den Eltern vorgespielt, sie könnten ihre Kinder dort auch hinschicken.“ Man sollte den Oberschulen erstmal Zeit geben zu wachsen. Die in Rethem arbeite sehr gut und integrativ.

Der Südzipfel des Heidekreises sei eine strukturschwache Region. Falle Kirchboitzen für den Schuleinzugsbereich der Rethemer Schule weg, „dann war‘s das“.

Leverenz beklagte ebenfalls, dass kaum Zeit vergangen sei und schon wieder eine neue Schuldebatte geführt werde. „Nichts wird richtig zu Ende geführt.“ Er vermutet, dass sich Walsrode als Stadt stärken möchte. Auf der jüngsten Kreistagssitzung hätten sich die Politiker für eine Standortsicherung der Schulen für die nächsten zehn Jahre ausgesprochen.

„Was mich ärgert ist, dass sich der Landrat beim Thema IGS positioniert“, so Leverenz. Auf der Informationsveranstaltung sei der Eindruck entstanden, dass der Antrag zur Umwandlung der OBS in eine IGS die breite Meinung im Heidekreis widerspiegele. Das sei nicht so.

Voige befürchtet, dass, sollte die Walsroder Schule nach einer Elternbefragung umgewandelt werden, die dann notwendige Erhöhung der Zügigkeit dazu führt, dass die Schule von Familien außerhalb des Einzugsbereichs angewählt werden kann. Das dürften vorrangig Kirchboitzer und Hünzinger sein. „So könnte man die ganze Sache aushebeln.“ Voige betonte: „Wir haben eine gute Oberschule.“ Vernünftige Lehrer und eine gute Ausstattung seien entscheidender als die Schulform OBS oder IGS.

Gudehus betonte, dass die Beibehaltung des Schulstandortes Rethem für zehn Jahre zugesagt sei. Bei einem offenen Angebot in Walsrode würden sich jedoch die Schülerzahlen verringern. „Wir möchten keine automatisierte Auflösung der Südkreisschulen.“ Er erinnerte daran, dass sich die Schulleiter im Südkreis, der Kreiselternrat und auch der Leiter der Oberschule Walsrode gegen die IGS ausgesprochen hätten. Dafür seien lediglich Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring, Landrat Manfred Ostermann und der CDU-Stadtrat. Gudehus stellte aber auch grundsätzlich das Konzept der Gesamtschule in Frage.

sal

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