Kevin Grochotzky

Rethemer mit 27 in die Rathaus-Chefetage

Junger Mann vor Efeuhecke.
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Kevin Grochotzky übernimmt Verantwortung.

Am Anfang gab die Nähe den Ausschlag. „Mir lag am Herzen, für die eigene Kommune etwas zu bewegen.“ Klingt vielleicht etwas altklug, ist aber aus ganz jungem Munde. Kevin Grochotzky sagt diesen Satz. Mitte März ist er in die Führungsetage des Rethemer Rathauses aufgestiegen. Als Leiter des Fachbereiches 2 trägt er die Verantwortung für Dinge wie den Bürgerservice, die Bürgerdienste, das Standesamt, das Bauamt und einiges mehr. Er ist 27 Jahre jung. Einer der jüngsten Fachbereichsleiter im Heidekreis, vielleicht sogar der jüngste. So genau weiß das keiner.

Rethem – Aber eines weiß er, weiß es genau. „Ich habe natürlich die Entwicklung in der Samtgemeinde mitgekriegt.“ Er, der Häuslinger. Nicht irgendwie ein zugezogener Häuslinger, der zufällig an der Allerniederung strandete, sondern einer, der hier groß geworden ist. Kevin Grochotzky gehört dem Schützenverein an, er schnürt für die Fußballer seines Heimatortes die Stiefel. Er kennt Hans und Franz. „Es ist von Vorteil, wenn man mit den Leuten schon zu tun hatte. Wenn man über direkte Kontakte verfügt.“

Brauchen kann er es. Zu seinem Strauß von Aufgabengebieten gehört auch das Sozialamt. Jenes Amt also, das in die Schlagzeilen geraten war. Hilfeempfänger hatten sich über das schleppende Abarbeiten ihrer Anträge beschwert, sie bräuchten das wenige Geld, das ihnen zustehe, um Lebensmittel einzukaufen, um überleben zu können. Ein erster schwerer Packen, der plötzlich auf seinen Schultern lastet. Und ein zweiter: Sein Vorgänger verließ das Rethemer Rathaus nach nur anderthalb Jahren schon wieder.

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Zwar wurde das Sozialamt personell aufgestockt, auf die Sollstärke, und Samtgemeinde-Bürgermeister Cort-Brün Voige hatte die Angelegenheit zur Chefsache erklärt, aber irgendwann wird sie in sein Büro zurückkehren. „Die Anträge befinden sich in der Abarbeitung, es wird besser, aber es wird länger dauern“, so Grochotzkys Einschätzung.

Langen Atem hätte er, und dass er zielgerichtet zu arbeiten vermag, hat er ebenfalls bewiesen. Vor neun Jahren schlüpfte er unter das Dach der Kreisverwaltung in Bad Fallingbostel. Drei Jahre Studium, dann vier Jahre im Bauamt für Emissionsentscheidungen zuständig, anschließend anderthalb Jahre in der Digitalabteilung an federführender Position tätig. Unter anderem geht die Einführung der E-Akte im Heidekreis auf sein Konto. „Das ging alles sehr schnell.“

Mit dem Engagement in Rethem biete sich ihm die Möglichkeit, nicht nur eine fachliche Führungsposition, sondern auch die Leitung zu übernehmen. „Die Tätigkeit beim Landkreis hat mir sehr gefallen, eine tolle Aufgabe. Aber jetzt freue ich mich auf Rethem.“ Zufällig habe er die Stellenausschreibung gesehen, so richtig auf der Suche sei er nicht gewesen. „Aber es ist eine Chance, die sich einem nicht so oft bietet. Und das sogar wohnortsnah.“

So richtig bang ist ihm sowieso nicht. Schon ehrenamtlich weiß er Menschen hinter sich und übernimmt Verantwortung. Bei den Häuslinger Schützen ist er Jugendwart und zweiter Schießsportleiter, bei den Fußballern Schriftwart. Ein Mann, dem kein Weg zu weit ist, zumindest beim TSV. „Ich spiele im eher offensiven Mittelfeld.“ Dies zwar in der untersten Fußballliga, bei einem Verein, der in der unteren Tabellenhälfte steckt, aber er wolle sein Scherflein zum Aufrechterhalten der Mannschaft beitragen, sagt Grochotzky. Ein Charakterzug, den man ihm hoch anrechnet.

Eine Eigenschaft, die allerdings nicht dazu führt, den Blick über den Tellerrand zu verlieren. „Mit Freunden starten wir gelegentlich zu Fußball-Reisen, zumindest, solange Corona es zuließ.“ Groundhopping nennt sich diese Form des Urlaubs. In Israel waren sie schon, in Ungarn, in Polen. Nicht als Fan, der jedes Auswärtsspiel seines Vereins sehen muss. Das überhaupt nicht. Im Gegenteil. „Profifußball ist mir zu kommerziell. Als jemand, der im Amateurfußball aktiv ist, kann ich die Summen, die da gezahlt werden, nicht mehr nachvollziehen.“

Das heißt freilich nicht, dass er schon bald wieder eine nächste Station plane. Seit vier Jahren leben er und Freundin Tamara Wiegrebe gemeinsam in Häuslingen. Sie absolviert gegenwärtig eine Ausbildung zur Erzieherin in einem Kirchlintelner Kindergarten.

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