Rutschgefahr und gesplitterte Sprossen

Holz oder Kunststoff? Ausschuss berät über neuen Spielturm für die Kita Rethemer Arche

Ein weiteres Beispiel für einen Spielturm aus Holz, diesmal mit naturbelassenen Pfosten, das die Verwaltung der Beschlussvorlage beifügte.
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Ein weiteres Beispiel für einen Spielturm aus Holz, diesmal mit naturbelassenen Pfosten, das die Verwaltung der Beschlussvorlage beifügte.

Rethem – Der Weg für einen zweiten Spielturm für die Kindertagesstätte Rethemer Arche ist frei: In seiner jüngsten Sitzung fasste der Kultur-, Sozial- und Jugendausschuss der Stadt Rethem einen einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Durchführung eines Vergabeverfahrens für die Anschaffung. Was für ein Spielturm es werden soll, und aus welchem Material dieser dann besteht, blieb noch offen.

Zur Wahl stehen entweder ein Holzturm oder ein Spielgerät aus recyceltem Kunststoff. Sowohl die Verwaltung als auch die stellvertretende Leiterin der Kita, Birgit Leseberg, und Stephanie Beutler, Vorsitzende des Elternbeirats, plädieren für einen Spielturm aus Recycling-Kunststoffen und erklärten auf der Sitzung genauestens, wieso.

„Unser altes Spielgerät, – das wir mittlerweile haben abbauen lassen – stand auf der rechten Seite des Kindergartens und glänzte dadurch, dass es ständig gesperrt war“, berichtete Birgit Leseberg. Ausschlaggebend dabei: Das besagte alte Spielgerät bestand aus Holz. „Entweder waren Sprossen durchgebrochen oder ständig irgendetwas morsch, weil der Platz unter Bäumen zwar schön und schattig war, aber das Holz im Winter und Herbst nie richtig trocknen konnte“, führte Leseberg weiter aus. Auch die Hängebrücke habe immer wieder Mängel deswegen aufgewiesen. „Darum haben wir dann überlegt, ob es nicht irgendein Spielgerät gibt, das auf diesem Platz stehen kann, ohne dass es gleich wieder verrottet.“ Daraufhin sei die Kita auf die Firma Westfalia aufmerksam geworden, die Spielmöglichkeiten aus recyceltem Kunststoff anbietet.

Um sich von der Qualität der Alternative zu überzeugen, ließen sie das Holzpodest der Rutsche, die unweit des alten Spielgeräts stand, gegen WPC-Platten austauschen. „Das musste nämlich auch fast dauerhaft abgesperrt werden, weil das Holz gegammelt war und dadurch auf dem Podest Rutschgefahr bestand“, so Leseberg. Seit diesem Austausch bestünde das Rutschproblem nicht mehr „und die Kinder können dort spielen, ohne Gefahr ausgesetzt zu sein“.

Ein typischer Spielturm aus Recycling-Kunststoffen.

Auch die Verwaltung spricht sich wie Leseberg für einen Spielturm aus Recycling-Kunststoffen aus aufgrund von gleich mehreren betriebswirtschaftlichen Gründen. So heißt es in dem Beschlussentwurf: „Spielgeräte aus Recycling-Kunststoffen haben eine Garantie von mindestens 15 Jahren, während Spielgeräte aus Holz eine Garantie von maximal zehn Jahren, je nach Holz eher deutlich weniger, haben.“ Außerdem würden Spielgeräte aus Recycling-Kunststoffen weniger Wartung erfordern und sind beständiger, insbesondere gegenüber Feuchtigkeit. Preislich liegen die von der Verwaltung gelieferten Beispiele (siehe Bilder oben) relativ gleich auf. Die Kosten für die Beschaffung und Montage des Spielturms aus recyceltem Kunststoff lägen bei 8 900 Euro und die für den Turm aus Holz bei 8 500 Euro. Für den Spielturm sind im Haushalt 2021 insgesamt 15 000 Euro eingeplant.

„Sämtliche genannte Argumente für den Spielturm aus Recycling-Kunststoffen überzeugen mich“, so Anita Rabe (SPD). Sie betont aber, dass erst geklärt werden müsse, ob der Turm in dieser Form erlaubt sei, schließlich weist der Beschlussentwurf darauf hin, dass der Rat der Stadt Rethem sich in der Vergangenheit entschieden hatte, in der Regel nur Spielgeräte in holzbauweise zuzulassen. „Wenn es erlaubt ist, sollten wir auf jeden Fall die Recycling-Option wählen“, so Rabe abschließend.

Ein Beispiel für einen Spielturm aus Holz, hier mit farbigen Pfosten.

Stephanie Beutler, Vorsitzende des Elternbeirats, die als Einwohnerin bei der Sitzung anwesend war, pflichtete ihr bei und merkte an, wie unzufrieden sie ist, dass sich das Verfahren zum neuen Spielturm bereits seit Jahren immer wieder verschoben hatte. Denn selbst jetzt, nachdem der Ausschuss einstimmig den Grundsatzbeschluss gefasst hat, kann das Vergabeverfahren für den neuen Spielturm nicht gestartet werden. Erst muss die noch fehlende Genehmigung über den Haushalt 2021 haushaltsrechtlich betrachtet abgewartet werden.

Außerdem merkte Beutler an, dass sie sich freuen würde, wenn die 6 000 Euro, die nach dem Kauf des Turmes voraussichtlich übrig bleiben, ebenfalls in die Rethemer Arche investiert würden, „Insbesondere in den Insektenschutz und andere wichtige Maßnahmen, die seit langem geplant waren und auf der vom Elternbeirat erstellten Mängelliste immer dringlicher werden.“

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