Rethemer Gruppe der Naturschutzjugend

Auf der Spur der toten Taube vom Londy-Park

Kinder mit Nistkästen.
+
Entdeckungen in den gereinigten Nistkästen.

Rethem – Draußen etwas erleben. Darum geht es den etwa 20 Naju-Kids im Alter von sechs bis zehn Jahren. Die Rethemer Naturschutzjugend im Nabu trifft sich jeden zweiten Samstag im Monat. Diesmal rückte die lebendige Gruppe zum Londy-Park aus, um die Vogel-Nistkästen neben dem Backhaus bei der Mühle zu reinigen. Aber es kam zunächst ganz anders. Im Park fanden die Kinder eine Ringeltaube ohne Kopf. Erwachsene waren vorher an dem Tier achtlos vorbeigegangen, um Fotos von einem Hochzeitspaar an der Mühle zu machen.

Schockiert, aber auch neugierig und fasziniert beobachteten die Kinder, dass Wespen bereits Fleischteile von dem Vogel abtrennten. Erste Fliegen kamen und legten Eier, der Kreislauf der Natur war im vollem Gange. Die Kinder lernten, dass die Taube vielen Insekten bereits als Nahrung oder Lebensraum für ihre Nachkommen diente.

Schnell kamen Fragen auf. „Wie kommt die Taube in den Park?“ und „Wo ist eigentlich der Kopf?“. Die Taube hat viele natürliche Feinde, erfuhren sie vom Betreuerteam. Meist sind es Raubvögel. Aber auch Marder, Ratten oder Katzen könnten in Frage kommen. Auf Grund der Verletzungen vermutete Wolfgang Welle von der Jugendleitergruppe, dass hier eher ein Raubvogel am Werk war.

Was sollte mit dem toten Tier passieren? „Wegwerfen in die Mülltonne“, lehnten die Kids einstimmig ab. Stattdessen beschlossen sie spontan, die Taube zu beerdigen. Jedes Kind sammelte etwas, Moos, Blümchen oder einen Stein für das Grab.

Dann ging es an die Nistkästen. Wolfgang Welle stellte eine Leiter an und die Kinder durften einzeln hochklettern und sie reinigen. Dadurch könnten im nächsten Jahr darin wieder Vögel brüten, erfuhren sie. Anschließend untersuchten sie das Material, das sie aus den Kästen geholt hatten. Moos, Federn, Gräser und Stroh fanden die kleinen Forscher, aber auch eine Strohhalmverpackung aus Plastik, Bonbonpapier und einen toten Spatz.

Was ist eigentlich Gewölle? Was wohl auch manche Erwachsene nicht beantworten können, ist für die Rethemer Naju-Kids nun klar: Gewölle oder auch Speiballen bezeichnen die von Eulen- und Greifvögel hochgewürgten, unverdaulichen Nahrungsreste wie Knochen und Federn. Die kleinen Biologen untersuchten die Gewölle von den Rethemer Eulen und fanden Kieferknochen, Schädel und anderes von Mäusen. Auch das Winterquartier der Fledermäuse auf dem Dachboden inspizierten die Kids und reinigten es.

Nach dieser ereignisreichen Expedition konnten sich die Kinder mit frischgewaschenen Händen an der Bockwindmühle mit einem Muffin stärken. Als Andenken an den Nachmittag erhielt jedes Kind eine kleine handbemalte Vogelfigur.

Der nächste Naju-Termin ist am Samstag, 13. November, an der Londy-Schule. Um 14 Uhr wollen sie ins Natur-Klassenzimmer nach Stöcken und Hütten aus Ästen und Zweigen errichten. „Mal sehen, was die Natur dort für uns bereit hält“, sind die Jugendleiter Elke Schirmacher-Münster, Wolfgang Welle, Caro Weber und Antje Dreißig-Kratsch unternehmungslustig.

Kinder, die auch Interesse am Naju in Rethem haben, können sich bei Wolfgang Welle unter der Telefonnummer 0172/5146827 melden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Rethem: Die weite Reise ins Testzentrum

Rethem: Die weite Reise ins Testzentrum

Rethem: Die weite Reise ins Testzentrum
Heeresmusikkorps kommt nach Walsrode

Heeresmusikkorps kommt nach Walsrode

Heeresmusikkorps kommt nach Walsrode
Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7

Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7

Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7
Alternatives Getreide auf dem Vormarsch

Alternatives Getreide auf dem Vormarsch

Alternatives Getreide auf dem Vormarsch

Kommentare