Renovierung der Rethemer Kirche: Erster Bauabschnitt bis Weihnachten beendet

Nebenräume heller und freundlicher gestaltet

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Behindertengerecht soll der Haupteingang gestaltet werden. Dafür müssten die Stufen vorgezogen werden.

Rethem - Reges Treiben herrscht seit Mitte November in der Rethemer St.-Marien-Kirche. Die Renovierung des Gotteshauses ist in vollem Gange. Der erste Bauabschnitt soll bis Weihnachten abgeschlossen sein, der zweite beginnt im neuen Jahr, wann genau ist noch unklar.

Ganz am Anfang stand eine Räumungsaktion, an der sich Küsterin Helga Haß und der Kirchenvorstand Anfang November beteiligten. Möbel, Archivalien und andere Dinge wurden unter anderem im Kirchenbüro und im alten Feuerwehrhaus untergebracht. Frau Haß habe das Ganze gut vorbereitet und einiges umgeräumt, lobte Pastor Diedrich Petzold im Gespräch. Einiges sei aber auch aussortiert worden, darunter leider auch der Vorhang für das Krippenspiel. Dieses Jahr werde es folglich einen neuen geben.

Die Handwerker hätten mit der Sanierung der Nebenräume begonnen, berichtete Haß. Die alten Fliesen seien runter. Hell und freundlich präsentieren sich bereits die neuen Toiletten. Eine davon werd behindertengerecht gestaltet und mit einem Wickeltisch ausgestattet, erklärte Haß.

Parallel dazu begannen die Arbeiten im oberen Gemeinderaum. Petzold sagte, dass dieser brandschutzmäßig ertüchtigt werden musste. Die Wände seien mit einem bestimmten Material verstärkt worden. Im Fall eines Brandes werde so die Ausbreitung des Feuers von der Kirche in den Raum oder umgekehrt behindert. Gemeinsam mit einem Landkreis-Mitarbeiter habe es im Vorfeld eine Begehung gegeben. Hierbei sei klar geworden, dass auch die Treppe mit entsprechenden Verstärkungen ausgestattet werden muss.

Der Raum oben wirkt jetzt hell und freundlich. Wer ihn vorher kannte, erinnert sich an eine dunkle Decke. Die sei schwarz gestrichen und mit einer Art Gerüst optisch tiefer gehängt gewesen, berichtete Petzold. „Jetzt ist sie wirklich runtergezogen worden.“ Und nun sehe man auch die Rundbogenfenster. Derzeit sind die Maler bei der Arbeit. Danach soll noch Teppichboden verlegt werden. Der Raum werde, wenn er fertig ist, über einen besseren Schallschutz als vorher verfügen, so der Pastor. Das sei von Vorteil, weil diverse Musikgruppen hier probten.

Im Erdgeschoss sei die Sakristei inzwischen fertiggestellt. Sie wird zwangsläufig auch als Abstellraum mitgenutzt werden müssen. Daneben entstehen ein Archiv und eine Teeküche.

Bisher hätten die Archivalien im Gemeindehaus auf zwei Etagen gelagert. Das sei ein Problem gewesen, da sie eigentlich im Erdgeschoss aufbewahrt werden müssten, so der Pastor. In einem Notfall ließen sich die Unterlagen besser in Sicherheit bringen. Das sei in Zukunft gewährleistet.

Misslich sei, dass der Gemeinderaum im ersten Stock liege. „Aber unten wäre zu wenig Platz.“

Der provisorische behindertengerechte Zugang auf der Kirchen-Südseite wird ebenfalls bald der Vergangenheit angehören. Geplant sei, im Bauabschnitt zwei einen vernünftigen Eingang, vermutlich vorne, zu schaffen. „Wir müssen noch die Kosten prüfen“, so Petzold. Da eine Rampe nicht mehr als sechs Prozent Gefälle haben dürfe, aber ein Höhenunterschied von 60 Zentimetern überwunden werden müsse, gingen sie von einer Länge von zehn Metern aus. Er könne sich eine Lösung wie bei der Walsroder Stadtkirche vorstellen. „Es wäre schön, wenn Menschen mit einem Handicap durch den Haupteingang gehen könnten“, sagte Haß.

Das Bauvolumen beträgt rund 450000 Euro, davon trägt der Kirchenkreis 250000 Euro und die Gemeinde 200000 Euro. „Da es eine große Kirche ist, können wir nicht alles Wünschenswerte machen, zeigte sich Petzold überzeugt. Und Haß fügte hinzu, dass es schon schön wäre, wenn die Kirche noch einen neuen Anstrich erhalten könnte. Das Loch im Putz werde aber auf jeden Fall verschwinden, versprach der Pastor.

„Wir gucken, was nach dem ersten Bauabschnitt und dem behindertengerechten Eingang noch an Geld übrig ist“, so Petzold. Für den Eingang benötigten sie noch eine Kostenschätzung. „Eine vernünftige Lösung ist wichtig“, betonte Petzold. Erst danach werde entschieden, wie es weitergehe. Die umfangreichen Außenarbeiten, zu denen unter anderem eine Anhebung des Geländes und Pflasterarbeiten vor dem Haupteingang gehören werden, sollten zu einem großen Teil in Eigenarbeit geleistet werden. Spenden würden im Übrigen helfen, wünschenswerte Arbeiten durchführen zu lassen, betonte Petzold.

sal

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