Kultauto-Fans trotzen dem Regenwetter beim fünften Trabi-Treff

„Rennpappen“ in Rethem

Die Ehepaare Harderwijk aus Amersfort waren aus Holland angereist und legten dabei fast 400 Kilometer zurück, bei einer Höchstgeschwindigkeit des Trabi von knapp über 90 Kilometer pro Stunde. - Fotos: Röttjer

Rethem - „Trabis sind cool und mit ihnen zu fahren, macht einfach nur Spaß.“ Davon sind Melanie und Marco Kretschmann aus Walsrode überzeugt, die maßgeblich das fünfte Treffen der IFA-Familie-Aller-Leine-Tal und Simson-Freunde Walsrode in Rethem mit vorbereiteten. Trotz der fast schon unwetterartigen Regenfälle hatten sich am Wochenende etliche Fans dieser Kultautos auf den Weg gemacht.

Für beide ist das Faible für die Trabis „schon fast wie eine Sucht“, obwohl kaum Verbindungen in den Osten bestanden. Beide sind in Walsrode geboren und aufgewachsen und mit der Wende kamen sie zu dem Schluss, dass es ein Trabi sein muss. Inzwischen sind es schon vier Trabis, die im Besitz des Ehepaares sind. Angesteckt davon wurde auch Regina Ahlborn aus Rethem, Mutter von Melanie Kretschmann, die nach einer Kurzeinweisung für die „Rennpappe“ – so hieß liebevoll der Trabi in der DDR –sagt: „Trabifahren macht riesigen Spaß.“

Nicht nur in Deutschland gibt es Trabifans, auch in Holland hat sich eine große Fangemeinde dieser oft als „Stinker“ verschrienen Zweitakter etabliert. Begeistert davon sind zwei Ehepaare, die aus Amersfort in Holland anreisten: Erik und Wendy Harderwijk sowie Robert und Willemyn Harderwijk. „Wir waren im vergangenem Jahr schon in Kirchboitzen dabei und die familiäre Atmosphäre hat uns sehr gut gefallen“, erzählt Wendy Harderwijk, die ebenso wie ihr Mann als Steuerberater arbeitet.

Der Spruch auf der Heckscheibe mit den Hexen steht auf eines der Trabis des Ehepaares Kretschmann.

Die beiden Brüder sind die „Schrauber“, die fast alle Reparaturen selbst erledigen. Wie auch in Deutschland gibt es kaum Probleme mit Ersatzteilen, nahezu alles könne besorgt werden. Aufsehen erregen sie noch heute, wenn sie mit dem Trabi unterwegs sind: „Die Menschen winken freundlich und es wird sogar aus vorbei fahrenden Autos fotografiert“, sagt Wendy Harderwijk. Diese Erfahrung teilt sie auch mit Regina Ahlborn, die feststellt: „Ein Trabi erregt mehr Aufsehen als ein Ferrari oder Porsche.“

Seit vier Wochen ist Irmgard Lüddecke aus Großburgwedel im Besitz eines Trabis. Sie stellte einen zum Pick up umgebauten „Pappkameraden“ vor: „Dieser Zweisitzer ist unser Alltagsauto“, erzählt sie. Irmgard Lüddecke genießt die Atmosphäre ebenso wie Christoph Löhmann aus Oerbisfelde, der zur Zeit der Wende noch in der DDR geboren wurde. Der gelernte Maurer hat seit der Kindheit ein Faible für den Trabi und nutzt öfters die Möglichkeit, bei den nostalgischen Treffen mit anderen Fans des ostdeutschen Kultautos ins Gespräch zu kommen. Die Organisatoren hatten ein buntes Rahmenprogramm zusammen gestellt. Eine Ausfahrt hatte das Heidemuseum in Walsrode als Ziel, am Besuchertag betreuten Helfer die jüngsten Gäste und Lose für eine Tombola wurden verkauft. - rö

TrabiTreff in Rethem

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