Polizei warnt vor angeblichen BKA-Mitarbeitern

Falsche Ermittler bitten um Überweisungen

Heidekreis - Die Polizei im Heidekreis warnt die Bevölkerung vor angeblichen Mitarbeitern des Bundeskriminalamts (BKA), die telefonisch oder schriftlich Kontakt zu potenziellen Opfern aufnehmen.

So versenden die Täter laut Polizei falsche Schriftstücke mit einem echt wirkenden Briefkopf. In den Schreiben behaupten die Betrüger, eine Bande festgenommen und in deren Unterlagen auch Informationen über den Adressaten gefunden zu haben. In der Folge bitten sie um telefonische Kontaktaufnahme.

Die Täter täuschen vor, dass sie gegen eine Bande ermitteln, die falsche Gewinnbenachrichtigungen durchführt, und bitten die Opfer, falls sie wegen eines Gewinns angerufen werden, dieses dem BKA zu melden.

Ruft das Opfer dann beim falschen BKA-Beamten an, ermuntert dieser es, einen zuvor verlangten Betrag ins Ausland per Western Union oder auf andere Weise zu überweisen. Er begründet das unter anderem damit, dass Interpol den Täter bei Abholung des Geldes festnehmen könne. Das Opfer würde das Geld anschließend zurückbekommen.

Im Rahmen dieses Betrugs sei es nicht ungewöhnlich, dass das Opfer über mehrere Tage mit unterschiedlichen Personen telefoniert, die angeblich Polizisten oder Staatsanwälte sind. Nicht selten versuchten die Täter während dieser Gespräche, das Opfer zu überreden, noch mehr Geld zu überweisen.

In einem aktuellen Fall, der sich über zwei Monate erstreckte, sei einer Frau aus dem Heidekreis ein Geldgewinn von 150 000 Euro versprochen worden. Zuvor sei das Opfer von einer angeblichen BKA-Beamtin angerufen worden. Geschickt verstanden es die Täter, das Opfer dazu zu bewegen, 2 000 Euro zu überweisen, um Mitglieder einer Bande, gegen die angeblich ermittelt wurde, festzunehmen.

Die Frau habe das Geld im guten Glauben überwiesen, dem BKA zu helfen. Die falschen Beamten hätten in der Folge versucht, die Frau dazu zu bewegen, noch mehr Geld zu überweisen. Darauf sei das Opfer aber nicht eingegangen.

Die Polizei weist darauf hin, dass es sich bei den Anrufern nicht um Beamte des BKA handelt und Polizisten auch niemals verlangen, Geld zu überweisen. Auch schreibe das BKA nie jemanden direkt an, sondern würde solche Informationen immer per Pressemitteilungen verbreiten.

Die Beamten raten, bei Unsicherheit Kontakt zur örtlichen Polizeidienstelle zu suchen und dafür auf gar keinen Fall Telefonnummern zu nutzen, die von den falschen Polizisten mitgeteilt wurden. „Am besten ist, Sie kommen einfach bei uns vorbei. Wir sind immer für Sie da“, so Polizeisprecher Olaf Rothardt.

Rubriklistenbild: © dpa

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