Plattdeutsche Lesestafette im Rethemer Burghof / Vergnüglicher Abend

Strapaziertes Zwerchfell

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„Ick wollt ja nur no'n Schlötel für's Klo fragen. Aber nu bruk ick 'n Lappen.“ Andreas Schröder (l.) und Cort-Brün Voige bei einem Sketch.

Rethem - „Een vergneugten Abend in'n Burghof Rethem“, versprachen Ingrid Hörmann, Anneliese Deutsch, Elfriede Dammann, Leonie Meyer, Andreas Schröder sowie Ulrike und Cort-Brün Voige ihrem Publikum am Donnerstagabend. Die plattdeutsche Lesestaffette, organisiert in Zusammenarbeit mit den Landfrauen, machte Station in der Allerstadt.

„Wi freit uns, dat se no Rethem kommen sünd“, begrüßte Marlies Köhler Akteure und Publikum. Eigentlich hatte ja Andrea Evers die Moderation übernehmen sollen. „Aber sie schnackt ja keen Platt“, und damit war sie aus dem Rennen.

Platt, so glaubten die meisten, sei ja vorwiegend etwas für die Älteren, und deshalb freute sich Marlies Schöder besonders, dass eine Zwölfjährige zum Auftakt zwei kurze Geschichten vortrug. Leona Meyer aus Häuslingen erzählte von der „Afkensup“ (Erbsensuppe) und sagte dann ganz ungezwungen: „Eenen hebb ick noch, wüllt ju den ok noch hören?“ Natürlich wollten alle, und es folgte die Geschichte vom Grünkohl mit der Speckschwarte, die in alle Munde geriet, weil sie immer wieder zurück in Pott kam. Und ein paar Döntjes gab es obendrein.

Damit war der Boden bereitet für den Auftritt von Andreas Schröder und Cort-Brün Voige. Beiden muss man komödiantisches Talent bescheinigen, besonders dem Rethemer Verwaltungschef als pedantischer und verschlafener Bürgermeister, der selbst in der Mittagspause kaum wach zu kriegen ist. In seiner Rolle formuliert er einem Wohnungssuchenden gegenüber: „Wat wüllt se denn hier uutgerechnet in Rethem? Hierfür erhielt Voige lauten Beifall.

Außerdem trugen Ingrid Hörmann, Thea Wulff, Anneliese Deutsch und Elfriede Dammann Heiteres und Besinnliches vor.

Ganz ohne Musik ging das Ganze nicht ab, und in diesem Fall waren besonders die Zuhörer gefordert, die bei „An der Eck steit 'n Jung mit'n Tüddelband“ und dem „Friesenlied“ zunächst verhalten, doch später mit kräftiger Stimme einstimmten.

Ein gelungener Abend bei dem das Zwerchfell nicht unerheblich strapaziert wurde.

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