Nabu Heidekreis gibt Hinweise zur Artenvielfalt in heimischen Beeten

„Öde Gärten mit grünem Anstrich“

„Schnitter in der Graswüste“ nennt der Nabu die Mähroboter, die Monokulturen erzeugten. Foto: Nabu

Walsrode – „Tag für Tag schreitet der Artenschwund voran, gehen Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren“, so Dr. Antje Oldenburg. Zur beginnenden Gartensaison möchte die Pressesprecherin des Naturschutzbundes (Nabu) Heidekreis, Gartenbesitzern daher ein paar Anregungen geben, wie sie die Artenvielfalt fördern können.

Die Ursachen für den Schwund seien komplex, so Oldenburg. Doch vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust von Hecken, Wegrändern und Feldrainen, die Versiegelung von Freiflächen durch den Bau von Verkehrswegen und die Ausdehnung von Siedlungs- und Gewerbeflächen spielten dabei eine zentrale Rolle.

Öffentlichen und privaten Grünflächen komme nun eine wachsende Bedeutung zu. Doch hier sei der Trend zu pflegeleichten Kies- und Schotterflächen, Pflasterungen, sterilen Rasenflächen und fremdländischen Gewächsen ungebrochen.

Nach dem dramatischen Rückgang von Wildbienen, Hummeln, Wespen, Schwebfliegen und Schmetterlingen sei nun ein Hype entstanden, den sich Gartenzentren und Baumärkte zunutze machten. „Überall werden dekorative Insektenhotels in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben angeboten, die aufgrund ihrer Bauweise und der verwendeten Materialien als Lebensraum für Insekten völlig ungeeignet sind“, betont Antje Oldenburg. Außerdem sei, so Klaus Thiele vom Nabu Heidekreis, „selbst die Anschaffung geeigneter Insektenhotels nur sinnvoll, wenn gleichzeitig Lebensgrundlagen für die schlüpfenden Wildbienen und andere Arten geschaffen werden“.

Im Mittelpunkt stehe dabei eine Vielfalt an heimischen Blütenpflanzen, die den Insekten als Nektar-, Pollen- und Samenquelle dienen. Doch gerade wertvolle Wildkräuter wie Löwenzahn, Hornklee, Ehrenpreis, Hahnenfuß oder Kriechender Günsel würden von vielen Gartenbesitzern vehement bekämpft, weil sie die Verunkrautung ihrer Beete befürchten und das Idealbild der in der Werbung propagierten „grünen Gärten“ vor Augen haben: saftig grüne Monokulturen, in denen die Halme einer einzigen Grassorte, akkurat gestutzt, dicht an dicht stünden und die eher an einen samtigen Teppich als an einen natürlichen Lebensraum erinnerten. „Wenn diese perfekten Golfrasen zudem tagtäglich von einem Mähroboter abrasiert werden, haben nicht nur Wildkräuter, sondern auch Spinnen, Blindschleichen, Eidechsen und andere kleine Tiere nicht die geringste Chance“, so Oldenburg.

Wer in diese Werbefalle getappt ist, aber nun daran denkt, seinen artenarmen, monotonen Garten in ein lebendiges, vielfältiges Refugium umzuwandeln, dem bietet der Nabu im Internet viele Tipps zur naturnahen Gartengestaltung.

„Man muss nicht gleich seinen gesamten Garten umkrempeln“, betont Antje Oldenburg. „Auch mit wenig Aufwand lassen sich Nahrungsquellen und Lebensräume für bedrohte Arten schaffen.“ So kann man beispielsweise statt Thuja oder Kirschlorbeer heimische Beerensträucher und Gehölze pflanzen, unter der Hecke auf Jäten und Laubharken verzichten, ein Staudenbeet oder ei–nen artenreiche Blumenwiese anlegen, Äste in einer Gartenecke aufschichten oder eine Teilfläche nach dem Motto „Mehr Wildnis wagen“ sich selbst überlassen.

Weitere Informationen

unter www.NABU.de/gartenvielfalt.

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