Oberschüler in Rethem bereiten Gedenkfeier am Ehrenmal vor

Im Zeichen der Hoffnung

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Schüler und Schülerinnen gestalteten die Gedenkfeier.

Rethem - Am Volkstrauertag gehen die Gedanken zurück in die Zeit vor 70 Jahren. „Nie wieder Krieg“, lautete ein viel geäußerter Schwur nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein guter Wunsch, doch die Wirklichkeit sieht vielfach anders aus. Im vergangenen Jahr hatte die zentrale Gedenkveranstaltung des Heidekreises in Rethem stattgefunden, diesmal war nach Schneverdingen eingeladen worden. Das heißt jedoch nicht, dass die Rethemer untätig blieben.

In der Allerstadt setzten die Jungen und Mädchen der 9. Klassen, angeleitet von Christiane Schmid und weiteren Kolleginnen, die Tradition fort, eine Gedenkfeier vorzubereiten und durchzuführen. Im Gespräch mit einer Zeitzeugin und durch eine Ausstellung in der Schule waren die Jugendlichen auf diesen Tag eingestimmt worden.

Als Einzelschicksal hatte man sich das kurze Leben von Wilhelm Wehland herausgesucht. Seit dem 27. März 1945 galt er als vermisst, später wurde er für tot erklärt. Als Wehland verschwand, war er 38 Jahre alt. Niemand wusste etwas über seinen Verbleib, kein Kamerad konnte Auskunft geben. Der Deutsche Suchdienst wurde vergeblich eingeschaltet. Es gibt keinen Ort zum Trauern, keinen Ort zum Gedenken. Nur auf dem Findling des Ehrenmales steht sein Name in Stein gemeißelt.

Doch in Rethem wurde nicht nur der Gefallenen des letzten Weltkrieges gedacht. Die Redner erinnerten daran, wie viele Menschen sich zurzeit auf der Flucht befinden und dass es seit 1945 weltweit ganze 26 Tage gab es, in denen nicht irgendwo ein Krieg tobte. Die Teilnehmer gedachten der Opfer von Terrorismus und Bürgerkriegen und auch derer, die durch Hass und Gewalt – weil sie Fremde sind – zu Opfern wurden. „Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern. Deshalb lasst uns zum Zeichen für Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Menschlichkeit jetzt ein Zeichen setzen und uns die Hände reichen“, schlossen die Jugendlichen ihren eindrucksvollen Vortrag.

Vor der Gedenkstunde am Ehrenmal war der Trauerzug zum Ehrenfriedhof marschiert, um dort einen Kranz niederzulegen.

Einen harten Job hatten am Sonntag die Bläser zu verrichten, die bei diversen Veranstaltungen in strömendem Regen auftreten mussten.

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