Polizei und Samtgemeinde nehmen Elterntaxis in den Fokus

„Normalerweise parke ich hier nie“

So bitte nicht: Direkt vor der Schule gilt in beide Fahrtrichtungen auf der Hainholzstraße Halteverbot. Eben schnell mal sein Kind rauszulassen, ist hier verboten, darauf weisen die Polizisten hin. Die angesprochenen Eltern zeigen sich einsichtig. Fotos: Raczkowski

Rethem – Es dämmert. Aus der Dunkelheit taucht eine kleine Gestalt auf. „Na, hast du denn gar kein Licht an deinem Fahrrad?“, fragt die Polizistin. Das Mädchen lacht, zeigt auf die Lampe an ihrem Lenker und sagt: „Doch, hier.“ Die Polizistin sagt freundlich: „Dann mach es doch bitte an.“ Das Mädchen tut wie geheißen und fährt die letzten Meter zur Schule.

Rethems Polizeioberkommissarin Inge Hyner ist heute nicht alleine im Einsatz. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Kommissar Lucas Brettschneider sowie Mitarbeitern der Samtgemeinde überprüft sie die Einhaltung der Straßenverkehrsregeln rund um das Schulzentrum. Dabei hat sie allerdings vor allem die „Großen“ im Fokus: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Wir sind nicht hier, weil wir möglichst viele erwischen oder bestrafen wollen“, sagt Hyner. Es gehe darum, Präsenz zu zeigen. Deshalb hätten sie sich gut sichtbar, in leuchtend gelben Jacken und mit ihrem Polizeifahrzeug, an der Hainholzstraße positioniert, um den fließenden Verkehr zu überwachen. Schon seit einiger Zeit hat die Polizei die Gefahrenquellen an der Schule im Blick. „In den sozialen Medien haben wir dafür schon viel Zuspruch bekommen.“

Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige ist auch dabei. Er will sich vor Ort darüber informieren, wie die Situation ist. „Die Sicherheit der Kinder ist uns natürlich allen sehr wichtig“, sagt der Verwaltungschef. Er nimmt gemeinsam mit Hyner eine besonders gefährliche Stelle in Augenschein. Aus einem Stichweg zur Klotzeburg kommen Schüler mit dem Fahrrad, biegen rechts ab auf den Fahrradschutzstreifen Richtung Schule. „Die Autofahrer fahren hier oft viel zu schnell, manchmal 70 bis 80 Stundenkilometer, teilweise ganz nah an der Bordsteinkante“, so Hyner. Heute ist das nicht der Fall, fast alle Verkehrsteilnehmer fahren gesittet. Wohl auch, weil der Polizeieinsatz bereits von Weitem zu sehen ist. Eins wird aber deutlich: Viele wissen nicht, wie man die Hainholzstraße mit dem Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn richtig befährt. Hyner stellt klar: „Man lässt den Streifen rechts neben sich, das dauerhafte Befahren ist verboten. Lediglich, wenn Gegenverkehr kommt, darf man ihn überfahren.“ Parken sei auf dem Streifen nicht erlaubt. Wer lediglich halten möchte, darf dies auf dem Streifen tun – aber nicht im Bereich vor der Schule, dort herrscht in der Zeit von 7 bis 17 Uhr Halteverbot.

Die Samtgemeinde habe, berichtet Voige, schon viel versucht, um die Sicherheit an der Schule zu erhöhen. Aber die Einrichtung einer 30er-Zone habe das Land abgelehnt. Auch einen Zebrastreifen wird es nicht geben: Zählungen durch die Polizei hätten ergeben, dass zu keiner Tageszeit auch nur ansatzweise die dafür erforderlichen Verkehrsmengen erreicht werden. Das bestätigt auch der morgendliche Termin mit der Polizei. Dass es heute zu nahezu keinen Verstößen kommt, liegt sicher auch daran, dass es kaum Verkehr gibt. Nur wenige Eltern werden von den Polizisten ermahnt – und einige Kinder, zumeist wegen fehlender Fahrradbeleuchtung.

Mehr „Erfolg“ hat dagegen Thorsten Grimm. Der Verwaltungsvollzugsbeamte der Samtgemeinde, die im Gegensatz zur Polizei für den ruhenden Verkehr zuständig ist, nimmt sich an diesem Morgen die andere Seite der Schule vor. An der Hermann-Löns-Straße spricht er Verkehrsteilnehmer an, die im Bereich der Bushaltestellen wild parken. Um Ausreden seien die Eltern nicht verlegen, berichtet Grimm. „Normalerweise parke ich hier nie“, sei ein häufig gehörter Satz. Alle Angesprochenen hätten sich aber einsichtig gezeigt.

Polizistin Hyner spricht Bürgermeister Voige noch auf etwas anderes an. Ihr sei aufgefallen, dass die Bushaltestellen, gerade in den umliegenden Ortschaften, oft schlecht ausgeleuchtet seien. „Die sind zum Teil richtig finster.“ Voige bedankt sich für die Anregung: „Ich nehme das gern mit.“  rei

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