Als noch mit dem Holzvogel gestochen wurde

150 Jahre Schützen Böhme: Originelles aus der Vereinsgeschichte

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Cornelia Brüsehoff und Ulli Helms unterhielten die Gäste während der Jubiläumsfeier mit Episoden aus der Vereinsgeschichte.

Böhme - Während des Festaktes zum 150-jährigen Bestehen des Schützenvereins Böhme gaben Vereinsvorsitzende Cornelia Brüsehoff und Ulli Helms, der für die Jubiläumsbroschüre zuständig war, einen kurzen Überblick zur Vereinsgeschichte.

Da konnten die Gäste zum Beispiel hören, dass die im Jahre 1881 vom damaligen Besitzer des Rittergutes, Werner von Arnsvaldt, gestiftete Fahne zu den ältesten im Kreis gehört. Sie zeigt den Braunschweiger Löwen, das Wappentier der Welfen. In der Festschrift heißt es: „Die Verbundenheit mit dem Rittergut wird auch heute noch gepflegt. Während des Schützenfestes wird der Festumzug über das Rittergut Böhme geleitet, wo an diesem Tag die gelb-weiße Fahne der Welfen über der Freitreppe weht.“

Auch zwei Kuriositäten aus der Nachkriegszeit verdienen es, besonders erwähnt zu werden. Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem seltsamen Holzvogel: In den Nachkriegsjahren war das Schießen mit dem Gewehr verboten. Da kamen die Böhmer auf die Idee mit dem Vogel. Angefertigt wurde er in der Stellmacherwerkstatt von Franz Wegener und in der Schmiede von Fritz Ehlers.

So sieht er aus, der seltsame Holzvogel, mit dem in den Nachkriegsjahren „gestochen“ wurde.

Der Vogel wurde mit einer Kette an einem Gerüst, Galgen genannt, befestigt. Nun zog man den Vogel straff in Richtung Oberkörper, ließ ihn los und zielte auf die Scheibe, die im Hintergrund an einem Pfahl befestigt war. Lange war der Holzvogel verschollen, wurde aber 1975 in einer Schuttkuhle im Moor wieder gefunden.

Destilliergerät zur Alkoholgewinnung

Und noch eine lustige Geschichte aus den Nachkriegsjahren: Mit seinem Dreirad-Lieferwagen „Goliath“ soll Karl Heimbruch Bier aus Hannover geholt haben. Bezahlt wurde der Gerstensaft mit zehn Zentnern Kartoffeln, einer Seite Speck und einem Schinken.

Braunschweiger Löwe mit gesenktem Kopf: Die Vereinsfahne aus dem Jahre 1881 ist eine der ältesten im Kreisschützenverband.

Aber es gab noch mehr zu trinken damals. Der Schmied hatte ein Destilliergerät zur Alkoholgewinnung konstruiert, das sich jeder im Dorf ausleihen konnte. Verfeinert wurde der Alkohol mit „Danziger Goldwasser“ und Pfefferminzlikör. Schlussbemerkung dazu in der Jubiläumschronik: „Das größte Problem war, sich beim Schnapsbrennen nicht erwischen zu lassen . . .“

fra

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