Rick Graue stellt die Sanierung der B 209 in der Ortsdurchfahrt Rethem vor

„Nicht zufriedenstellend“

Rethem - Die Fahrbahn der B 209 soll in der Ortsdurchfahrt Rethem saniert werden. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Bei der Vorstellung des Vorhabens im Bau- und Umweltausschuss der Stadt Rethem am Mittwoch im Burghof wurde allerdings deutlich, dass sich Bürger und Politiker in Hinblick auf Rad- und Fußwege sowie Parkbuchten deutlich mehr versprochen hatten.

Rick Graue, Fachbereichsleiter Bau von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden, stellte den zahlreichen Einwohnern und den Ausschussmitgliedern das Vorhaben vor.

Planverfahren für viele Wünsche nötig

Die Sanierung der B 209 beginne kurz hinter der A 27 am Verkehrskreisel in Schneeheide, und erstrecke sich bis zum sanierten Bereich, vor der Einmündung Rodewalder Straße, in Rethem. Außerdem solle ein Teilstück der L 200 bis hinter die Wölpe-Brücke erneuert werden. Die Arbeiten sollen insgesamt vom 22. August bis zum 4. November dauern.

Von der Altenwahlinger Kreuzung bis zur Rethemer Allerbrücke soll die B 209 vom 10. bis 21. Oktober saniert werden. Es werde eine Vollsperrung eingerichtet, so Graue. Erneuert werde die Deckschicht. Falls Schadstellen bis in die Tiefe gingen, werde in Teilen auch die Tragschicht ersetzt. „Der Radweg wird mit erneuert.“

Von der Brücke bis zur Einmündung der L 157 würden Deck- und Tragschicht vom 24. bis 28. Oktober ausgetauscht. Und bis kurz vor die Kurve Rodewalder Straße gingen die Arbeiten vom 31. Oktober bis 4. November weiter. Die L 200 ist vom 23. September bis 21. Oktober dran. Darüber hinaus sei geplant, den gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der L 157 zu erneuern, erklärte Graue. Das bedeute eine halbseitige Sperrung der Hainholzstraße an der Schule vorbei.

Da die Straßenbaulast für Parkbuchten und Radwege zum Teil bei der Gemeinde liege, seien Kosten ermittelt worden. Graue sagte, der Radweg an der L 157 koste etwa 82.000 Euro, die Parkbuchten an der L 200 78.000 Euro.

Graue erklärte, dass entlang der B 209 andere Bedingungen gelten „Von uns wird nichts angefasst.“ Das hatten sich Verwaltung, Politiker und Einwohner anders vorgestellt. Stadtdirektor Cort-Brün Voige sagte, dass er im Vorgespräch darum gebeten habe, die Breite der Parkbuchten anzupassen. Von Kirchboitzen über die Brücke kommend, würden sie sich rechtsseitig Parkbuchten und links einen kombinierten Geh- und Radweg wünschen. Durch einen schmaleren Geh- und Radweg rechts und den Wegfall der Parkbuchten links werde die Straßenbreite nicht verändert. Graue betonte, dass ein langwieriges Planfeststellungsverfahren notwendig sei. „Die Sanierung kann man nicht ohne weiteres verschieben.“

Dieter Moll, SPD, wollte wissen, ob die Absicht bestehe, Parkbuchten und Gehweg anzufassen. Das Land sei hiervon nicht betroffen, antwortete Graue. Ausschussvorsitzender Heinz Bäßmann fragte, ob der Fahrbahnbelag bei einer späteren Veränderung der Randbereiche versetzt werden müsse. Das verneinte Graue. Auch die Rinnenanlage sei nicht betroffen.

Eine Einwohnerin wünschte sich eine Querungshilfe für Kindergartengruppen und Burghofnutzer zwischen Allerbrücke und Ampelanlage. Es gebe Bedingungen, die eingehalten werden müssten, sagte Graue. Dazu gehörten die Querungszahlen. „Bisher wurde kein Bedarf festgestellt.“

Manfred Daube, SPD, forderte, den Gefahrenschwerpunkt im Bereich der Einmündung der L 200 zu beseitigen. Die Straße im Bereich Bäcker und Schlachter sei eng. Da gebe es beim Lkw-Begegnungsverkehr Probleme. Und der Verkehr habe stark zugenommen. Moll ergänzte, dass eine 50 bis 60 Zentimeter breitere Straße sinnvoll wäre. Graue erklärte, dass es viele sinnvolle Maßnahmen gebe. Eine Straßenverbreiterung bedeute aber eine zusätzliche Versiegelung. Hier sei ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Und auf eine Radwegverbreiterung auf der Brücke angesprochen entgegnete Graue: „Es müssen bestimmte Abstände eingehalten werden.“

Daube fragte, warum nicht vorher überlegt worden sei, was sinnvoll sein könnte. Bäßmann schloss sich der Kritik an: „Das ist nicht zufriedenstellend.“ Frank Leverenz, CDU, sagte, dass sie grundsätzlich froh seien, dass etwas gemacht wird. „Aber in vieler Hinsicht wurde zu kurz gedacht.“

Vollsperrungen für die Arbeiten

Ein Einwohner erinnerte daran, dass vor 20 bis 30 Jahren die Straße breiter war. Der Rückbau sei erfolgt, um den Verkehr zu verlangsamen. Mit den vielen Lkws sei die Situation aber inzwischen teilweise lebensgefährlich.

Voige wollte schließlich von Graue wissen, wie lange ein Planungsverfahren in etwa dauern würde. Graue sprach von mindestens einem Jahr, wenn alles gut laufe. Es gebe aber auch die Möglichkeit des Planverzichts. Diese Variante sei viel schneller. „Das geht aber nur, wenn sich alle einig sind.“ - sal

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