Neues im Walsroder Heidemuseum / Kampf gegen Vandalismus

Die Kammer des Gesellen

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Die neue Gesellenstube im Handwerkerhaus des Heidemuseums.

Walsrode - Zu tun gibt es für Dirk Idelberger eigentlich immer etwas. Der gute Geist des Walsroder Heidemuseums Rischmannshof putzt derzeit das historische Gebäudeensemble für die jetzt beginnende Saison heraus, die für die Besucher einiges Neues zu bieten hat. Außerdem sorgen Vandalen immer wieder dafür, dass dem gelernten Maurer und Koch nicht langweilig wird.

Mit Schaudern denken die Mitglieder des Museums-Trägervereins noch an den Oktober des vergangenen Jahres. Randalierer hatten seinerzeit nicht nur den Holzzaun am Areal umgetreten, sondern auch historische Fensterbierscheiben im Niedersachsenhaus zerstört. Diese mit Sprüchen versehenen Bleiglaselemente wurden früher bei besonderen Anlässen wie Taufen oder Hochzeiten in die Fenster integriert.

In mühevoller Kleinarbeit hat Dirk Idelberger die größeren Scherben wieder zusammengepuzzelt. Anhand dieser „Vorlagen“ und einiger Fotos aus dem Bestand des Stadtarchivars, Thorsten Neubert-Preine, hat die Walsroder Glaserei Quessel Repliken der Fensterbierscheiben anfertigen lassen und diese jetzt eingesetzt. Das Resultat kann sich absolut sehen lassen.

Kaum war diese eine Baustelle erledigt, da gab es schon neuen Ärger. Als Idelberger in den vergangenen Tagen eine hölzerne Tisch-Bank-Kombination aus ihrem Winterquartier holte, um diese für die Museumsbesucher aufzustellen, bemerkte er, dass sich Unbekannte an diesem Stück zu schaffen gemacht hatten. Es machte den Anschein, als wären einige Kanten der Länge nach mit einem Messer bearbeitet worden. Der Stadt-Mitarbeiter ist derzeit damit beschäftigt, Teile des Holzkonstrukts zu schleifen und neu zu streichen.

Doch damit noch nicht genug. Ein Kabel an der Hauswand wurde aus den Halterungen gerissen und muss neu befestigt werden. Monika Seidel vom Trägerverein des Museums ist fassungslos und wütend. „Was haben diese Menschen bloß davon, diese Dinge kaputt zu machen?“, fragt sie sich.

Aber es gibt auch gute Nachrichten für alle Freunde des Heidemuseums. So wurde das Mobilar im Löns-Zimmer etwas umgestellt, um Platz für ein wunderschönes Piano zu schaffen. Das restaurierte Instrument stammt aus der Epoche Löns‘ und soll demnächst neu gestimmt werden. Passen alle Töne, möchte Monika Seidel darauf spielen und gemeinsam mit Besuchergruppen Lieder des Heidedichters singen.

Neu ist außerdem die so genannte Gesellenstube in der Fachwerkscheune. Dort sind bereits eine Tischler-, eine Schmiede- sowie eine Schuhmacher-Werkstatt untergebracht. Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten ledige Handwerksgesellen bei Kost und Logis im Haushalt ihres Meisters und waren der häuslichen Ordnung ihres Dienstherren unterworfen. Mit der neuen Stube soll die enge Bindung des Gesellen an den Meister dokumentiert werden.

Fleißig gewerkelt wird in der Wagenremise des Museums. Dort soll das Innere einer historischen Apotheke dargestellt werden. Zahlreiche Exponate, unter anderem aus der ehemaligen Alten Apotheke Walsrode, warten darauf, auf Vordermann gebracht und präsentiert zu werden. So zum Beispiel Reklameschilder, Bücher, Medizinflaschen und ein Beistelltischchen mit Kräuterabbildungen.

Auf der anderen Seite der Remise entsteht parallel eine Art „kleine Kirche“ mit sakralen Ausstellungsstücken. Wann diese neuen Highlights zu bewundern sein werden, steht momentan noch nicht fest.

mf

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