Fördergelder für Nabu-Projekt in Rethem-Moor bewilligt

Neue Lebensräume für Lurche

Das Grundstück für das Nabu-Amphibienschutzprojekt östlich des Weißen Grabens in Rethem-Moor.
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Das Grundstück für das Nabu-Amphibienschutzprojekt östlich des Weißen Grabens in Rethem-Moor.

Rethem-Moor – Noch unterscheidet sich das Grundstück des Naturschutzbundes Heidekreis östlich des Weißen Grabens in Rethem-Moor nicht von den umgebenden Ländereien. Kein Quaken ist zu hören, kein Watvogel stochert im satten Grün der abgemähten Wiese nach Würmern, Käfern und Insektenlarven. Nur das Trompeten der Kraniche schallt aus dem Lichtenmoor herüber. Dank der Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (NBU) und der Stiftung der Kreissparkasse Walsrode wird der Naturschutzbund Heidekreis im nächsten Jahr auf einem vereinseigenen Grundstück in Rethem-Moor einige Flachwasserteiche als Laichgewässer und Nahrungsbiotop anlegen.

„Wir haben schon seit längerem mit dem Gedanken gespielt, hier Lebensräume für Lurche und Nahrungsbiotope für Störche und durchziehende Limikolen (Watvögel, Anmerkung der Redaktion) zu schaffen“, sagt Wolfgang Welle von der Nabu-Ortsgruppe Rethem, der an der Planung und Umsetzung des ambitionierten Projektes maßgeblich beteiligt ist. Nun steht der Realisierung dank der Unterstützung der NBU nichts mehr im Wege, schreibt der Nabu in einer Pressenotiz. Die Stiftung fördert das Vorhaben mit 23 800 Euro für die Anlage von sieben Flachwasserteichen.

Die neuen Amphibienschutzteiche verbessern nicht nur den Naturhaushalt insgesamt, sondern bieten vor allem einen wichtigen Ersatz für verlorengegangene Laichplätze. „In den letzten 70 Jahren wurden viele Tümpel, Weiher, Kolke und Mulden einfach zugeschüttet oder fielen durch die Entwässerung von Feuchtgebieten trocken“, erklärt der engagierte Naturschützer. Außerdem machten der durch Überdüngung und Verschmutzung bedingte schlechte Erhaltungszustand der verbliebenen Gewässer den Amphibien ebenso zu schaffen wie die intensive Landwirtschaft und der stetig wachsende Straßenverkehr, dem alljährlich Hunderttausende von Amphibien zum Opfer fielen. Die Folge: Inzwischen ständen 11 der 19 in Niedersachsen vorkommenden Amphibienarten auf der Roten Liste, und auch bei den restlichen Arten sei ein deutlicher Negativtrend zu verzeichnen. Umso wichtiger sei es Welle zufolge, neue Kleingewässer anzulegen und für den Erhalt oder die Schaffung verbindender Korridore wie Hecken, Randstreifen, Gehölze und extensiv genutztes Grünland zu sorgen.

Davon profitierten nicht nur Frösche, Kröten und Molche, sondern auch viele andere gefährdete Tierarten, die in Zukunft hoffentlich von einem Beobachtungsturm am Wegrand aus zu sehen sein würden. Der Bausatz für den von der Stiftung der Kreissparkasse Walsrode mit 1 500 Euro geförderten Aussichtsturm liegt bereits zum Aufbau bereit.

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