Projekte „von Bierde bis Wittlohe“ bewilligt / Scheppelmanns freuen sich über Touristen

Nebengebäude wird zum Traumferienhaus

Vorher/nachher: Das ehemals unauffällige Landarbeiterhaus der Scheppelmanns ist zu einem schmucken Feriendomizil geworden. „Erfolgreiche Innenentwicklung durch Revitalisierung und Umnutzung“ heißt das im Programm der Dorfregion „von Bierde bis Wittlohe“.
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Vorher/nachher: Das ehemals unauffällige Landarbeiterhaus der Scheppelmanns ist zu einem schmucken Feriendomizil geworden. „Erfolgreiche Innenentwicklung durch Revitalisierung und Umnutzung“ heißt das im Programm der Dorfregion „von Bierde bis Wittlohe“.

Bierde – „Wir sind superglücklich“, sagen Simone und Gregor Scheppelmann. Das Ehepaar hat ein kleines Landarbeiterhaus auf seinem Grundstück in Bierde zu einem schmucken Ferienhaus umgebaut. Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln aus dem Programm Dorfregion „von Bierde bis Wittlohe“. Die Umbaumaßnahme ist gerade erst abgeschlossen. „Aber wir sind jetzt schon bis Ende August ausgebucht“, sagt Simone zufrieden.

„Es ist wohl tatsächlich so, dass wegen Corona derzeit viele Menschen im eigenen Land Urlaub machen wollen“, so Gregor. Denn ihr Angebot sei nur ganz kurze Zeit online gewesen, als schon die ersten Anfragen kamen. So gesehen kam die Entscheidung zur Gebäude-Umnutzung also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Gekauft haben die Scheppelmanns den Hof 2012. „Das kleine Häuschen auf dem Gelände war damals vermietet“, so Gregor. Nachdem der Mieter Ende 2018 ausgezogen war, wollten die Scheppelmanns die Immobilie sanieren. „Das war sowieso notwendig“, „Wir haben uns dann gedacht: Wieso nicht einmal eine Ferienhausvermietung ausprobieren?“

Seine Frau erklärt: „Wir sitzen hier oft und denken: Wir leben im Paradies. Und eigentlich müsste man diese Schönheit teilen.“ Das Grundstück befindet sich in der Randlage des Ortes, direkt am Deich. „Die Gäste blicken auf den Bierder See und auf Pferdeweiden.“ Die beiden hätten sich gedacht, dass dies ein Ort sei, wo Menschen gut Urlaub machen könnten.

Ihre künftigen Gäste wollen die Scheppelmanns auch über die Ausflugsziele in der Region informieren. „Wir haben schon fleißig Flyer und Broschüren gesammelt“, sagt Simone. Aber nicht nur große Attraktionen wie Vogel-, Heide- und Serengetipark habe die Region zu bieten. „Wir schicken die Gäste zum Beispiel zum Heidelbeerpflücken, auf den Alpakahof oder auf die Rethemer Minigolfanlage“, erzählt Gregor.

Das ehemals schlichte Landarbeiterhaus ist zu einem attraktiven Feriendomizil geworden, das unmittelbar an der Allerniederung Platz für vier Personen bietet. „Das kleine Wohnwirtschaftsgebäude hat dabei seinen historischen Charakter behalten“, lobt Karin Bukies vom Planungsbüro Stadtlandschaft, die Antragsteller im Förderprozess begleitet.

Die Dorfentwicklung „von Bierde bis Wittlohe“ befindet sich mittlerweile im zweiten Förderjahr. Und es läuft richtig gut: Das Amt für regionale Landesentwicklung, Geschäftsstelle Verden, bewilligte viele private und öffentliche Projekte, deren Förderung 2019 beantragt wurde. Die Entscheidung über die Förderung einiger weiterer Projekte steht noch aus.

„Besonders erfreulich ist, dass die Fördermittel häufig dazu genutzt werden, leer stehende Gebäude zu revitalisieren und Wirtschaftsgebäude umzunutzen. Damit wird den Zielen des Dorfentwicklungsplans entsprochen, statt des Neubaus auf der grünen Wiese vorhandene Bausubstanz zu nutzen, oftmals auch zum Mehrgenerationenwohnen“, so Bukies. Andere Antragsteller verlagerten zum Beispiel ihren Arbeitsplatz in das sanierte Gebäude.

Die Scheppelmanns freuen sich jedenfalls, dass es mit der Förderung geklappt hat. „Frau Bukies hat uns da sehr gut beraten, wir konnten sie jederzeit anrufen“, lobt Gregor. Es sei zwar schon eine Menge Papierkram gewesen und zuweilen sei auch etwas Geduld gefragt gewesen. „Aber das nimmt man gern in Kauf.“

Weitere Informationen zur Dorfregion

sind auf den Internetpräsenzen der Samtgemeinde Rethem und der Gemeinde Kirchlinteln sowie des Landwirtschaftsministeriums (www.ml.niedersachsen.de) zu finden. Hier finden Bewerber auch den Förderantrag zum Herunterladen.

Wer kann sich bewerben:

Bis spätestens 15. September müssen die Förderanträge in jedem Jahr beim Amt für regionale Landesentwicklung vorliegen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird der diesjährige Stichtag möglicherweise auf den 15. Oktober verschoben. Es wird jedoch empfohlen, den 15. September als gesetzt zu betrachten. Da eine Stellungnahme der Gemeinde erforderlich ist, müssen die Anträge möglichst zwei Wochen vor dem Stichtag bei der Samtgemeinde Rethem (für die Gemeinde Böhme), bei der Gemeinde Häuslingen oder der Gemeinde Kirchlinteln eingereicht werden. Folgende Maßnahmen an privaten ortsbildprägenden Altbauten bis 1945 sowie (ehemals) landwirtschaftlich genutzter Bausubstanz sind förderfähig:

• Erhaltung und Gestaltung des ortsbildprägenden Charakters der „äußeren Hülle“ von Gebäuden inklusive der Wärmedämmung, Konstruktion und Eindeckung des Daches

• Sanierung von Fassaden, Ersatz untypischer Fassadenverkleidung, Erneuerung von Fenstern, Türen und Toren

• Umnutzung ehemals landwirtschaftlicher Bausubstanz und die Revitalisierung leerstehender Gebäude

• Gestaltung der Hofräume und des Gartens des Anliegens (auch an neueren Häusern, soweit öffentlichkeitswirksam)

Antragsberechtigt sind alle Eigentümer eines förderfähigen Anwesens der Orte Bierde, Böhme, Altenwahlingen, Kirchwahlingen, Groß Häuslingen, Klein Häuslingen, Ludwigslust, Otersen und Wittlohe. „Nutzen Sie den Sommer, um sich beraten zu lassen, Kostenangebote einzuholen und den Antragsvordruck auszufüllen“, rät Karin Bukies vom Planungsbüro Stadtlandschaft. Ihre Beratung erfolgt kostenfrei unter Telefon 0511/14391 oder per E-Mail an Karin.Bukies@stadtlandschaft.de.

Von Reike Raczkowski

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