„Selten so sicher gefühlt“

Aufregende Reise führt Kreis-Landfrauen in den Iran

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Die westlichen Reisenden wurden ihrerseits häufig selbst zur Attraktion und zum begehrtem Foto-Objekt.

Heidekreis - „Was wollt Ihr denn im Iran? Ist das denn nicht gefährlich?“ Das waren die häufigsten Fragen, als die bevorstehende Reise der Kreislandfrauen aus dem Heidekreis und aus Wolfenbüttel/Braunschweig bekannt wurde.

„Um es gleich vorweg zu nehmen: Selten haben sich die 20 Landfrauen und ihre vier Begleiter so sicher gefühlt wie auf dieser zwölftägigen Reise zu den Highlights des alten Persiens“, schreibt die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Viel Gastfreundschaft

Nach dem Flug über Istanbul nach Shiraz überraschten in der Stadt das üppige Grün und die prächtigen Blüten in den weitläufigen Parkanlagen und einem Orangengarten. „Ohne Bewässerung kann allerdings weder ein Garten bestehen noch kann Landwirtschaft betrieben werden. Das Wasser wird über teils Jahrhunderte alte Kanäle und Gräben aus den Bergen herangeführt, auch die großen Städte erhalten über neue Leitungen bestes Trinkwasser aus Gebirgszügen mit 4000 Meter hohen Gipfeln, die teilweise auch jetzt, im Mai, noch schneebedeckt waren“, so die Kreislandfrauen weiter.

An heiligen Stätten werden die islamischen Bekleidungsvorschriften besonders eng ausgelegt. Die Landfrauen hielten sich daran.

Die 2500 Jahre alte frühere Residenzstadt Persepolis ist mit seinen hervorragend erhaltenen Marmor-Reliefs und Steinfiguren ein Dokument altpersischer Kultur und Politik, das auch von vielen iranischen Familien besucht wird. Nicht nur hier staunten die Reisenden aus Norddeutschland über selbst- und modebewusste Iranerinnen mit nur locker angelegtem Kopftuch. Die westlichen Reisenden wurden ihrerseits häufig selbst zur Attraktion und zum begehrten Foto-Objekt: „Ein Selfie oder ein Gruppenfoto mit ausländischen Gästen? Immer gerne! Meistens wurden zur Kontaktaufnahme mit den deutschen Besuchern Englisch sprechende Mädchen vorgeschickt, die jungen männlichen Familienmitglieder waren meistens zunächst zu schüchtern und beteiligten sich erst im weiteren Verlauf am Gespräch, das oft eine Einladung zum Tee oder sogar zu einem Besuch nach Hause enthielt – leider ließ das Letztere der enge Zeitplan nicht zu.“

„Dort wird ein anderer Islam gelebt, als und von unseren Medien vermittelt wird.“

Die kulturelle Vielfalt und das Zusammenleben der unterschiedlichsten ethnischen Gruppen in der islamischen Republik Iran wurde auf den weiteren Stationen der Reise in den Städten Yasd, Isfahan und Teheran deutlich. Im Feuertempel von Yasd leuchten die ewigen Flammen im Feuertempel der Zoroastrier, einer sehr kleinen Glaubensgemeinschaft, die dem Christentum ähnlich, allerdings viel älter ist. In einer kleinen christlichen Gemeinde in einem gepflegten Stadtteils Teheran nahm die Reisegesellschaft an einem Gottesdienst teil. Die aktive Gemeinde Deutsch sprechender Mitglieder wird von der Hannoverschen Landeskirche betreut.

Ein besonderes Erlebnis hielt die Stadt Qom bereit. Sie ist eine der heiligen Stätten der Schiiten. Bei einer Million Einwohnern wird dieser Ort jährlich von mehr als 25 Millionen Pilgern aus der gesamten islamischen Welt besucht. „Hier sind im Straßenbild viele vollverschleierte Pilgerinnen und Einheimische anzutreffen. Die Heiligen Stätten dürfen größtenteils auch westliche Gäste besuchen.“

Die Reise von Stadt zu Stadt im Reisebus führte über gut ausgebaute Straßen durch Salz- und Lehmwüsten und vorbei an riesigen Salzseen. Oasen in der Wüste und bewässerte Plantagen dienen dem Anbau von Getreide, Pistazien und Zitrusfrüchten.

Der Gesamteindruck von Land und Leuten ist positiv. „Freundlich, offen, zugewandt“ haben die Reisenden aus dem Heidekreis die Menschen im Iran erlebt. Auf die Eingangsfrage lautet die Antwort vieler Mitreisender: „Das Land muss man gesehen haben. Dort wird ein anderer Islam gelebt, als uns von unseren Medien vermittelt wird.“

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