Eigentümer-Treffen in Stöcken

Rethemer Moor ist zu trocken - nun wird Abhilfe geschaffen

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Renaturierungsfähige ,,degradierte“ Hochmoorbereiche. Lebensraum für seltene Tier- und Planzenarten.

Stöcken - „Das ist schon gut gelaufen,“ freute sich Susanne Körbel vom NLWKN nach einer Versammlung Anfang dieser Woche im ,,Stöckener Hof“. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte die Eigentümer von Moorflächen bei Rethem zu einer Info-Veranstaltung eingeladen und gut 80 waren gekommen.

Das Team vom NLKWN hatte an diesem Abend zunächst Einzelheiten des Projektes „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ vorgestellt. Hintergrund: Trotz vieler Bemühungen des Naturschutzes in den vergangenen Jahrzehnten blieb eine Moorregeneration aus: Das Lichtenmoor ist nach wie vor zu trocken.

Mit dem bis Ende 2021 laufenden Projekt, das eine Gesamtfläche von 383 Hektar vor allem im Bereich Rethem umfasst, sollen nun verschiedene wasserrückhaltende Maßnahmen geplant und durchgeführt werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Anlage von flachen Moordämmen, die Kammerung von Binnengräben, den Bau von Grabenstauen und die Verlegung von Randgräben. Susanne Körbel: „So soll der Wasserstand erhöht und der Torfkörper als wichtiger Kohlenstoffspeicher vernässt werden. Dadurch wird einer weiteren Zersetzung des Torfes entgegengewirkt und die Freisetzung von Treibhausgasen aus den Moorböden verhindert.“

Folglich werde damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet und auch die moortypischen Pflanzenarten würden davon profitieren: „Gleichzeitig wird so das Moor als Lebensraum typischer und seltener Tier- und Pflanzenarten sowie als Nähr- und Schadstofffilter und Wasserspeicher erhalten und entwickelt.“

Das Planungsgebiet für das Projekt ,,Klimaschutz durch Moorentwicklung“ wird auf dieser Karte dargestellt. - Foto:

Die weitere Projektabwicklung soll in enger Abstimmung mit den Landkreisen Heidekreis und Nienburg sowie den Gemeinden erfolgen. Dabei geht es zunächst darum, dass ausreichend Flächen für das Projekt zur Verfügung stehen.

Susanne Körbel: „Zurzeit sind dies Moorflächen, die sich im öffentlichen Eigentum befinden, 123 Hektar sind im Besitz des Landes Niedersachsen. Außerdem geben die beiden Landkreise ihre Eigentumsflächen mit in das Projekt.“

Viele Moorflächen befinden sich jedoch in Privatbesitz und sollen durch die geplanten Maßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Susanne Körbel: „Daher bieten wir den Grundeigentümern an, ihre Flächen an den Naturschutz zu verkaufen. Im Rahmen des Projektes stehen hierfür finanzielle Mittel zur Verfügung.“ Mit Eigentümern, die ihre Flächen nicht verkaufen wollen, könnten auch Gestattungsverträge abgeschlossen werden.

Der Naturschutz bemüht sich seit Jahren um eine Wiedervernässung der Moorflächen, hier bei einer Aktion des Nabu Rethem.

Dem NLWKN würden bereits einige Verkaufsangebote vorliegen. Während der Stöckener Informationsveranstaltung hätten zudem weitere Eigentümer Verkaufsbereitschaft gezeigt.

Wie geht es nun weiter mit dem Projekt? Susanne Körbel: „Wir sind weiterhin grundsätzlich an einem Erwerb von Flächen interessiert und werden den Kontakt zu den Eigentümern weiter pflegen und ausbauen.“

Inzwischen hätten sich auch auswärtige Grundeigentümer beim Landesbetrieb gemeldet. Wichtiger Projektbaustein sei dann die umfangreiche wasserwirtschaftliche Planung. 

fra

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