Landvolk bereitet Stellungnahme zur Unterschutzstellungs-Verordnung vor

Möglichst viele Einwendungen

Altenwahlingen - Resignation, Frustration, Pragmatismus, Ratlosigkeit. Die Bandbreite der Stimmungen war groß, als Klaus Grünhagen, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbands Lüneburger Heide, im Gasthaus Zur Linde in Altenwahlingen auf den Verordnungsentwurf zur Unterschutzstellung im Aller-Leine-Tal einging. „Keiner kann mir wirklich sagen, was ich machen darf und was nicht“, sagte eine Besucherin. „Sie dürfen die Fläche nicht zerstören“, lautet die lapidare Antwort des Referenten.

Es war die dritte Veranstaltung dieser Art, und die Landwirte äußerten zahlreich ihre Bedenken. Ziel des dreistündigen Treffens war es, eine Stellungnahme des Landvolks vorzubereiten.

Anhand von Karten hatten sich viele Teilnehmer im Vorfeld einen Überblick über die eigene Betroffenheit verschafft, anderen war es gar nicht gelungen, die Dateien auf der Homepage des Heidekreises zu öffnen. In den Rathäusern der Kommunen seien die Karten ebenfalls einzusehen, riet Grünhagen.

Die Landwirte erhielten ein Muster für ihre Einwendungen, wobei Grünhagen sie bat, möglichst viele individuelle Angaben hinzuzufügen.

Zu den Grenzen von Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten (LSG und NSG) erläuterte Grünhagen, dass diese mit den Rändern der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete übereinstimmen sollten. „Dann bleibt es für alle übersichtlich.“ Weiter sollte der im Entwurf verbotene Einsatz von Drohnen im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Bewirtschaftung freigestellt bleiben. Zunehmend erfolgten Ertragskartierungen, Bestandsaufnahmen und Düngebedarfsermittlungen über die Befliegung. Ferner sollten Eigentümer, deren Beauftragte und Nutzungsberechtigte jederzeit ohne Einschränkungen ihre Flächen betreten und befahren dürfen. Der Landvolk-Geschäftsführer schlug darüber hinaus vor, dass hinsichtlich der Vergrämung von Gastvögeln ein standardisiertes Ablaufschema geschaffen werden sollte. Die Vertreibung sollte ab einer bestimmten Anzahl in einer bestimmten Region zulässig sein.

Darüber hinaus sei es wichtig, dass beispielsweise Ortsfeuerwehren Übungen zur Wasserrettung problemlos durchführen können. Wer Spargel oder Frühkartoffeln im LSG anbauen wolle, sollte in seiner Stellungnahme darauf hinweisen, da die Ackernutzung auf bestimmten Flächen nur ohne Folienabdeckung möglich sei.

Grünhagen riet allen Landwirten im Vertragsnaturschutz, auch wenn dieser maximal zehn Jahre her sei, die Flächen aufzuführen. „Sorgen Sie dafür, dass die Fläche identifiziert werden kann.“ Wenn der Vertrag auslaufe, solle es möglich sein, das Areal wieder intensiv zu bewirtschaften. Die Überführung in Dauergrünland sei nicht besonders klug, ergänzte Katja Kunick von der Landberatung. Biolandwirte seien besonders betroffen.

„Durch unterlassene Pflege entstehen Biotope“, warnte der Referent. Wenn sich zum Beispiel Binsen und Seggen erst einmal ausgebreitet hätten, sei die Fläche nicht mehr zurück umzuwandeln.

Ein Problem sieht Grünhagen in der langen Antragsfrist für Genehmigungen, in den meisten Fällen 21 Tage. Zehn oder 14 Tage sollten genügen.

„Die Klage ist erst nach der Verordnung dran“, betonte der Landvolk-Geschäftsführer mehrfach.  sal

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