Jugendliche initiierten Treffpunkt

Mobile Bar im Rethemer Londypark auf Eis gelegt: Rat lehnt Antrag im nichöffentlichen Teil ab

Alicia Riekenberg, Anna Müller und Luzie Feldmann (v.l.) initiierten gemeinsam mit Anne Senger das Projekt mobile Bar im Rethemer Londypark, das vom Rat in einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig abgelehnt wurde.
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Alicia Riekenberg, Anna Müller und Luzie Feldmann (v.l.) initiierten gemeinsam mit Anne Senger das Projekt mobile Bar im Rethemer Londypark, das vom Rat in einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig abgelehnt wurde.

Rethem – Sie hätte ein Treff- und Anlaufpunkt sowohl für Rethemer als auch für Menschen aus der Umgebung werden können und sollte die Gemeinschaft sowie den Zusammenhalt gerade unter den Jugendlichen stärken. So zumindest lautete die Grundidee, mit der vier engagierte Jugendliche vor einigen Wochen ein gemeinsames Projekt initiierten, dessen Ziel es war, eine mobile Bar im Londypark einzurichten.

„Wir wollten etwas für Rethem, für unsere Heimat tun“, so Luzie Feldmann, eine der vier Initiatorinnen, im Pressegespräch. Doch wenige Tage vor ihrem Starttermin, der eigentlich am gestrigen Freitag gewesen wäre, schob der Rethemer Rat ihrem Vorhaben einen Riegel vor. Auf einer nichtöffentlichen Sitzung lehnten die Abgeordneten den Antrag einstimmig ab. Die Gründe: „Nicht vorhandene Toilettenanlagen, die ausgehenden Lärmemmissionen, der Schutzabstand zum Deich“, und weitere offene Fragen. „Doch wir geben nicht auf“, sind sich die Jugendlichen einig.

Bar ist für Initiatorinnen eine Herzensangelegenheit

„Die mobile Bar ist für uns eine Herzensangelegenheit“, so Alicia Riekenberg, eine der Mitinitiatorinnen des Projekts. Die 22-Jährige kommt aus Häuslingen und studiert. „Wir finden es schade, dass es so wenige Angebote für Jugendliche in Rethem gibt. Darum haben wir uns gemeinsam überlegt, was man machen könnte, um das zu ändern, und sind dabei auf die Strandbars gekommen, die es ja auch in anderen Gemeinden gibt“, ergänzt Anna Müller. Die 24-Jährige befindet sich aktuell in einer Ausbildung und wohnt in Stöcken. „Die Bar würde den Menschen die Chance bieten, sich gegenseitig kennenzulernen, gerade jetzt, wo sich die Corona-Situation für den Moment etwas beruhigt hat“, betont Luzie Feldmann.

Auch neben der Schutzhütte im Londypark hätten sich die Initiatorinnen die mobile Bar vorstellen können.

Jeden Freitag um 18 Uhr hätten sie die Bar bei gutem Wetter aufgebaut und dann bis 22 Uhr verschiedene Getränke angeboten. Zwei mögliche Standorte hatten die Jugendlichen ausgemacht, der erste wäre neben der Schutzhütte im vorderen Bereich des Londyparks gewesen, der zweite vor dem Speicher der Bockwindmühle. „Es hätte weder Müll noch Lärm gegeben, weil wir sowieso mit einem Pfandsystem und Gläsern gearbeitet hätten und nie vorhatten, Musik zu spielen“, stellt Luzie Feldmann klar. Ebenfalls keine Probleme gebe es sowohl mit dem Deich- als auch mit dem Naturschutz. „Das hatten wir beides im Voraus mit dem Deichschutzverband und dem Heidekreis schon abgeklärt“, so Feldmann. Beide sahen in der mobilen Bar überhaupt kein Problem.

Frustration über E-Mail des Rates von nichtöffentlicher Sitzung

Besonders frustriert sind die Jugendlichen darüber, dass der Rat laut einer E-Mail, in der ebenfalls die Gründe für die Ablehnung aufgelistet sind, der Idee scheinbar grundsätzlich positiv gegenüber steht. „Wieso hat man nicht mit uns das Gespräch gesucht? Wir hätten sämtliche offene Fragen direkt beantworten können“, so Alicia Riekenberg. „Mich verwundert besonders, dass die Anmeldung der Bar überhaupt im Rat gelandet ist und zudem noch in der nichöffentlichen Sitzung“, sagt Ute Feldmann, die ihrer Tochter und deren Freundinnen beim Umsetzen ihrer Idee half und regelmäßig bei der Verwaltung nachfragte, ob die eingereichten Unterlagen in Ordnung gehen. „Noch nicht einmal eine offizielle Ablehnung haben wir bis jetzt erhalten“, schildert sie. Gerade der abschließende Hinweis in der E-Mail, „dass das Projekt mit einem ausführlichen Konzept neu betrachtet werden könne“, sorgt für Verwirrung. „Das Projekt mobile Bar im Londypark Rethem war und ist ganz klar für den Sommer angedacht. Der Rat trifft sich das nächste Mal planmäßig im September. Wie soll das gehen außer über eine außerordentliche Sitzung?“

Einer der beiden möglichen Standorte für die mobile Bar wäre vor dem Speicher neben der Mühle gewesen.

„Die Absage war für uns wie ein Schlag in die Magengrube und hat uns extrem frustriert. Wir wären für Gespräche und Abänderungen bereit gewesen, doch haben dazu nie die Chance bekommen. Stattdessen kommt eher das Gefühl auf, dass man hingehalten wird, bis das Thema eh vom Tisch ist“, so Alicia Riekenberg. „Nachdem wir die Mail erhalten haben, haben wir uns schon gefragt, ob die Initiative von Jugendlichen etwas für die Stadt zu tun überhaupt erwünscht ist.“

Jugendliche geben ihre Idee trotz Entscheidung des Rates nicht auf

Allen Zweifeln zum Trotz halten die Initiatorinnen an ihrer Idee fest. „Wir hatten so viel Vorfreude und so viele Ideen, was man mit der mobilen Bar machen könnte, die geben wir so schnell nicht auf“, so Luzie Feldmann. „Rethem hat so viel Potenzial, das man unbedingt nutzen muss. Darum sammeln wir jetzt Ideen und werden unser ja bereits stehendes Konzept verschriftlichen. Wir sind bereit weiterzumachen und etwas für unsere Heimat zu tun, wenn man uns lässt. Darum wünschen wir uns, dass man auf uns zukommt, uns anspricht und gemeinsam schaut, wie man die mobile Bar doch noch zeitnah umsetzen kann. Und hoffentlich, wird unsere Herzensangelegenheit dann doch noch zur Realität“, zeigen sich die Iniatorinnen abschließend hoffnungsvoll, dass ihre Bitte beim Rat auf offenere Ohren stößt.

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