Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige zur Unterbringung der Verwaltung

Miete am wirtschaftlichsten

Das historische Rethemer Rathaus sorgt für Diskussionen zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern. - Foto: Elling

Rethem - Seit 40 Jahren sei nicht wesentlich in das Rethemer Rathaus investiert worden, von Schönheitsreparaturen und Unterhaltungsmaßnahmen abgesehen. Es gebe bauliche Mängel, keine Barrierefreiheit, die Büros seien zu klein, die Arbeitsstättenverordnung und Brandschutzbestimmungen würden nicht eingehalten. In einem Pressegespräch nahm Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige Stellung zur Diskussion um die Unterbringung der Samtgemeindeverwaltung Rethem. In Mitarbeitergesprächen hätten die Klagen zugenommen.

Immer wieder sei das Thema in den politischen Gremien angesprochen und geschoben worden, sagte Voige. Das Problem: „Wenn die Ziele erreicht werden sollen, kommen wir um einen Bauantrag nicht herum.“ Ein Bauantrag bedinge, dass die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. In diesem Zusammenhang sei ein zweiter Treppenaufgang oder ein Fahrstuhl erforderlich.

Das Niedersächsische Studieninstitut (NSI) habe 2015 eine Organisationsanalyse erstellt, bei der die Mängel aufgezeigt und mit einer hohen Priorität versehen worden seien. „Die Raumsituation ist absolut ungenügend.“ Ziel seien angemessene Räume für Mitarbeiter und Kunden und damit effizientere Arbeitsabläufe, so Voige.

Mit einem Sachverständigen sei nach einer Gebäudebegehung erörtert worden, wie das Ziel im Gebäudebestand zu erreichen sei. „Wir haben auch nach einer kleinen Sanierung gefragt. Dabei wurde deutlich, dass wirtschaftlich sinnvoll nur eine Kernsanierung ist. Mit einer kleinen Maßnahme wird das Ziel nicht erreicht, das ist Geldverschwendung“, erklärte Voige.

Er ging auf die Alternativen für die Verbesserung der Raumsituation ein, die der Rat bei seiner Grundsatzentscheidung im Juni diskutiert hatte. Vier Varianten seien geprüft worden, zwei als möglich erachtet worden: die Kernsanierung mit der Möglichkeit, die zusätzlich benötigten Räume im zweiten Obergeschoss zu erschließen und die Anmietung von Räumen im Geschäftsgebäude der Kreissparkasse am Amtshauptmann-Jordan-Platz. Der Umzug ins Sparkassengebäude sei um jährlich rund 40 000 Euro günstiger.

Der Samtgemeinderat habe zugestimmt, die Mietlösung anzugehen. Mitarbeiter, die Verwaltungsleitung, der Planer und die Sparkasse hätten das Raumkonzept mit einer für die Verwaltung optimalen Ausstattung erstellt, sagte Voige. Natürlich seien Änderungen und Abstriche möglich. In einer zusätzlichen Bauausschusssitzung sei der erste Entwurf vorgestellt worden. „Daraus entwickelte sich die Diskussion.“

Die meisten Ausschussmitglieder hätten das Konzept mit 628 Quadratmetern statt der bisherigen 440 als zu groß angesehen. Der Verwaltungschef wies darauf hin, dass der Raumbedarf in einem Bestandsgebäude größer sei als in einem Neubau, weil man sich an den Gegebenheiten orientieren müsse. Der Entwurf werde nun überdacht und angepasst.

Voige betonte: Eine Entscheidung der Politik, dass die Verwaltung im alten Rathaus bleiben soll, ist für Voige kein K.-o.-Kriterium. Was die Baukosten betreffe, hätten sie eine gewisse Sicherheit. Es sei jedoch unklar, was bei der Gründung auf sie zukomme. In einem Altbau gebe es immer Überraschungen.

„In der Öffentlichkeit gibt es zur Nachnutzung des alten Rathauses derzeit zwei Meinungen. Zum einen wird, überwiegend in den Mitgliedsgemeinden, gefragt, warum bei der angestrebten Mietlösung das derzeitige Rathaus nicht veräußert wird, da es für die Verwaltung nicht mehr benötigt wird. Zum anderen wird, vorrangig in der Stadt Rethem, die Meinung vertreten, das historische und ortsbildprägende Gebäude im Eigentum der Kommune zu behalten und einer Nachnutzung zuzuführen.“ Diese Meinung werde auch mehrheitlich im Samtgemeinderat vertreten und sei im Juni beschlossen worden. „Die Mitglieder des Rates sind sich bewusst, dass für eine Nachnutzung des Gebäudes nennenswerte finanzielle Mittel erforderlich sind.“ Voige: „Sollte eine Veräußerung vom Rat gewünscht sein, bin ich mir sicher, dass sich zum Marktpreis ein Käufer finden wird.“

Eines müsse klar sein: „Ich bin klar gegen die Aufteilung der Verwaltung“, sagte Voige.

Aufgrund der Diskussion hätten sie den Zeitplan für die weiteren Schritte angepasst, so Voige. Ihm sei es wichtig, das Thema offen zu kommunizieren.

Am Ende solle eine möglichst einvernehmliche, gute Lösung stehen. „Dabei darf das Ziel, zeitnah eine Lösung der oben stehenden Probleme zu finden und umzusetzen, nicht aus den Augen verloren werden“, betonte Voige. Dieses sei wichtig, um auch in Zukunft für die Mitarbeiter ein attraktiver und zeitgemäßer Arbeitgeber zu bleiben.

Im September wird die Verwaltung zu einer Informationsveranstaltung einladen, um den Sachstand vorzustellen, aber auch, um die Wünsche der Bürger aufzunehmen. Das Rathaus soll im Vorfeld geöffnet werden, damit sich die Besucher einen eigenen Eindruck von der Raumsituation und dem Bauzustand verschaffen können. - sal

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