Investor Dietmar Harsveldt stellt in Rethem seine Pläne für den Freizeitsee vor

Ein 30 Meter hoher Berg mit mehreren Wasserschanzen

So soll der See aussehen. Links würde der Schanzenberg angelegt, unten befindet sich Gastronomie und im oberen Bereich die Blobbase. Der See soll nördlich des Campingplatzes, links vom vorhandenen Waldstück und südlich der L 159 angelegt werden. - Grafik: Freizeit-Oasen

Rethem - Ein 90.000 Quadratmeter großer See, ein Berg für Wasserschanzen, eine Blobbase, ein Olympiastützpunkt und 150 Ferienhäuser mit jeweils 60 Quadratmetern Grundfläche. Investor Dietmar Harsveldt hat an der Rethemer Fähre, deren Eigentümer er ist, eine Menge vor. Das will er sich 13 bis 14 Millionen Euro kosten lassen.

Am Mittwochabend präsentierte er dem Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde Rethem seine Pläne für den Fährsee. Zahlreiche Besucher, darunter Campingplatz-Bewohner und Ratsmitglieder aus Böhme, hatten den Weg in den Burghof gefunden.

Nun seien Politik und Verwaltung gefragt, erklärte Harsveldt am Ende. Alles entscheidend sei für ihn der Berg. Sollte es hierfür keine Zustimmung geben, sei das Projekt nicht wirtschaftlich zu realisieren. Und dann seien da ja auch die hohen Grundstückspreise.

Harsveldt stellte das Vorhaben anhand einer Präsentation vor. Und die Eckdaten beeindruckten. Das Grundstück ist 130 .000 Quadratmeter groß. Der Berg für die Wasserschanzen werde auf einer 250 mal 100 Meter großen Fläche entstehen, ein natürliches Filtersystem für das Seewasser, bestehend aus Wasserpflanzen und Kies auf 5.000 Quadratmetern. Bei einer Wassertiefe des Freizeitsees von null bis sieben Metern seien Erdbewegungen von 210.000 Kubikmetern notwendig, erläuterte Harsveldt. Der größte Teil des Aushubs könne für die Neuanlage des Areals, unter anderem den Berg, verwendet werden.

Touristen suchen Fun und Action

Auf einer Erweiterungsfläche von 40.000 Quadratmetern soll ein Feriendorf entstehen. Bei einer Auslastung der 150 Häuser mit drei Personen an 120 Tagen im Jahr ergebe sich die Zahl von 67.000 Übernachtungen. Es sei davon auszugehen, dass jeder Tourist pro Tag 70 bis 80 Euro ausgebe.

Die Frage sei, so Harsveldt: „Will Rethem sich für den Tourismus verändern oder bei den vier F bleiben – Familie, Freunde, Feiern und Fahrradfahren? Touristen suchen Fun, Action und Internet.“ Er lobte Natur, Essen und Unterkunftsmöglichkeiten des Aller-Leine-Tals. „Aber es fehlen Dinge, die die jungen Leute von 10 bis 18 Jahren begleiten.“ Es gehe darum, alle Zielgruppen anzusprechen.

Dietmar Harsveldt. - Foto: Elling

Im Falle einer Realisierung, kündigte der Investor an: „Sie werden viele Verrückte herbekommen aus der ganzen Welt.“ Sieben olympische Sportarten könnten auf den Schanzen trainiert werden, darunter Freestyle Skiing, Skispringen und Snowboard. Mit dem Deutschen Sportbund führe er bereits Verhandlungen über die Einrichtung eines Olympiastützpunktes, so Harsveldt. „In solchen Dimensionen gibt es so etwas in Deutschland noch nicht. Wir in Rethem wären ein Vorzeigeprojekt.“ Harsveldt sprach von Synergieeffekten für die ganze Region. Arbeitsplätze würden geschaffen, es entstehe ein Treffpunkt von Jung und Alt, Amateuren und Profis. Er gehe von einem 200 Kilometer großen Einzugsgebiet aus. Tagesfahrten seien ebenso denkbar wie Trainingslager. „Die Menschen verlangen die Möglichkeit, aktiv zu sein.“

Als Beispiel für ein gelungenes Projekt nannte Harsveldt den Biggesee im Sauerland. Dort seien 2015 die größte Badeinsel Deutschlands und eine Blobbase, ein großes Kissen, auf das jemand springe, der auf der anderen Seite eine Person in die Höhe katapultiere, entstanden. In den ersten fünf Monaten sei die Zahl der Touristen bereits um 20 Prozent gewachsen.

Wolfgang Leseberg, SPD, wünschte sich eine Visualisierung des geplanten Berges in der Landschaft. „Ich kann mir nichts wie in Bispingen vorstellen.“ Grundsätzlich klinge das Vorhaben spannend, aber nicht sehr realistisch. Harsveldt erklärte, dass der Berg gärtnerisch gestaltet würde. Lediglich die Matten für den Skibelag wären wahrnehmbar.

Frank Leverenz, CDU, wollte wissen, ob es einen Plan B gebe. Die Antwort war ein klares Nein. Den See zu bauen lohne sich nur bei einer weiteren kommerziellen Gestaltung.

„Dies ist eine Chance, sich weiterzuentwickeln“

Das Ganze höre sich für viele wie eine Vision an, sagte Verwaltungschef Cort-Brün Voige. Er betonte jedoch, dass Harsveldt jemand sei, der andere Projekte erfolgreich umgesetzt habe. „Dies ist eine Chance, sich weiterzuentwickeln.“ Der Berg wäre deutlich niedrigiger als jeder Hochspannungsmast oder Windräder. Er würde dem Investor gerne die Unterstützung der Samtgemeinde anbieten.

Gert Jastremski, Bürgermeister der Gemeinde Böhme, wollte außerdem wissen, wie sich das Vorhaben verkehrstechnisch gestaltet.

Eine Bewohnerin des Campingplatzes äußerte sich skeptisch. Sie suche dort Ruhe. Harsveldt antwortete, dass die Dauerbewohner in einer Art Duldungssituation seien. „Sie werden durch die Schanzen keine Lärmbelästigung haben.“ Aber durch die Anzahl der Touristen werde sich der Platz erheblich verändern. Letztlich habe jeder die Möglichkeit, sich etwas anderes zu suchen. „Ich kann Ihnen kein lebenslanges Wohnrecht einräumen.“ Ein Mann freute sich dagegen auf Belebung: „Ich bin seit 22 Jahren da. Die Jugend weiß nicht, was sie da machen soll.“

Auf Nachfrage sagte Harsveldt, dass die Gestaltung des Sees in sechs bis acht Monaten umzusetzen sei, für das ganze Projekt rechne er etwa 24 Monate. Die Ratsfraktionen wollen das Vorhaben nun beraten.

sal

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