Linden in Bosse beschäftigen Gemeinderat Frankenfeld / Konzeptentwurf

Für die Erhaltung der Allee

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Die Lindenallee in Bosse prägt das idyllische Ortsbild.

Hedern - „Wir möchten, dass unsere kleine Gemeinde wieder eine Gemeinschaft ist, die gemeinsam an unserer Zukunft arbeitet.“ Diese Wirkung erhofft sich der Arbeitskreis Lindenallee Bosse von einem Erhaltungskonzept, dessen Entwurf Alexandra und Björn Gerlach am Mittwochabend auf der Sitzung des Frankenfelder Gemeinderates in Hedern vorstellten.

So viele Einwohner wie selten wollten wissen, wie es um die Linden in Bosse steht und durften sich in die Diskussion einbringen. Im Winter hatten Fällungen für Streit gesorgt.

Die Allee trage wesentlich zum Erscheinungsbild der Ortschaft bei, erläuterte Alexandra Gerlach. Ein Teil der alten Linden sei nach Angaben eines Baumpflegers markiert und als nicht mehr verkehrssicher eingestuft worden. Von diesen Bäumen seien im Bereich gegenüber des Allerhofs und des Hofs Meyer einige gefällt worden. Gerlach berichtete, dass 17 weitere Linden angezeichnet worden seien. Sie seien von einer Sachverständigen begutachtet worden, die fünf Bäume als nicht verkehrssicher und vier weitere als bedingt verkehrssicher eingestuft habe. Der Rathabe daraufhin beschlossen, sieben Linden fällen zu lassen.

Als wichtig bezeichnete die Vertreterin des Arbeitskreises den Schutz der Bäume – vor Naturgewalten und auch vor dem Menschen. Sie führte beschädigte Wurzeln im Acker und runde Verletzungen an unteren Lindenstämmen an. Auch Starkastschnitte und Bodenverdichtungen für einen Parkplatz hätten Schäden verursacht. „Wir müssen achtsamer mit den Bäumen umgehen“, so Gerlach.

Sie wollten einen Weg finden, die Lindenallee zu erhalten und die Bestandspflege zu sichern, sagte Alexandra Gerlach. Die Einhaltung der Verkehrssicherheit stehe dabei an erster Stelle.

Für die Umsetzung gelte es, ein Baumkataster im Sinne einer Bestandsaufnahme von einem Sachverständigen erstellen zu lassen. Dieses sei wichtig für die Gemeinde bezüglich der Verkehrssicherheit. Um den Alleecharakter zu erhalten, sollten artfremde Bäume herausgenommen und gefällte oder gefallene Bäume so schnell wie möglich mit Winterlinden aus hiesigen Baumschulen nachgepflanzt werden. Bei Bauarbeiten müsse der Baum- und Wurzelschutz berücksichtigt werden. Besonders wichtig ist Gerlach zufolge die fachgerechte Pflege.

Gemeindedirektor Cort-Brün Voige lobte den Arbeitskreis für seinen Konzeptentwurf. „Bei den Zielen vermute ich relativ hohe Übereinstimmungen auf beiden Seiten des Tisches.“ Er erhoffe sich eine große Wirkung auf die Dorfzufriedenheit.

Auf die Frage nach den Kosten für ein Baumkataster, antwortete Alexandra Gerlach, dass der Arbeitskreis zwei Angebote eingeholt und weitergereicht habe. Auf die Anmerkung, dass Gutachter bisher nie nötig gewesen seien, weil abgängige Linden auf Betreiben der Bürger nachgepflanzt worden seien, sagte sie, dass es trotzdem eine Reihe geschädigter Bäume gebe. Björn Gerlach: „Es gibt Dinge, für die muss man unter Umständen Geld ausgeben.“

Voige unterstützte den Arbeitskreis: „Es ist notwendig, dass die Bäume kontrolliert werden.“ Er bezifferte die Kosten für die Begutachtung von 310 Bäumen für die Aufnahme in ein Kataster auf etwa 2500 bis 3000 Euro. „Wichtig ist, dass konkrete Maßnahmen erarbeitet werden“, so Voige. Es gelte, einen Leitfaden zu erstellen.

Ein Einwohner forderte, dass man jetzt nicht mehr lange reden, sondern handeln solle. Ratsherr Hans-Georg Meyer warnte vor Aktionismus. „Ob im Oktober oder August – am Habitus der Bäume ändert sich nichts.“ Und Wolfgang Dierking pflichtete ihm bei. „Wir sollten das vernünftig machen.“

Albert Blahusch vom Arbeitskreis mahnte, dass der Rat das Nachpflanzen der Bäume im November jetzt entscheidungsmäßig in Angriff nehmen müsse. Meyer stimmte ihm zu.

sal

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