Endlagersuche: Heidekreis mit fünf Gebieten in der Sondierung

Lichtenmoor drin, Hamwiede raus

Weiträumig verteilt und in einigen Bereichen überlappend: Die Teilgebiete für die Endlagersuche im Heidekreis. Die federführende Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) stellt die Tongesteine in rötlichen Farben dar, die Salzgesteine in grün.
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Weiträumig verteilt und in einigen Bereichen überlappend: Die Teilgebiete für die Endlagersuche im Heidekreis. Die federführende Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) stellt die Tongesteine in rötlichen Farben dar, die Salzgesteine in grün.

Heidekreis – Nach Gorleben auch Entwarnung für das Lichtenmoor? 44 Jahre nach den Demonstrationen am Rande Rethems und der Grenze zum Landkreis Nienburg ein erneuter Aufschrei? Diesmal ist alles anders, und doch so ähnlich. Zwar wird der Salzstock offenbar nicht noch einmal untersucht, er ist für die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) aus dem Rennen und wird damit ähnlich behandelt wie jener von Gorleben, aber aus dem Schneider ist der Raum rund ums Lichtenmoor noch nicht. Er gehört wegen seines Tongesteins in 400 bis 1500 Metern Tiefe zu den immerhin fünf Teilgebieten im Heidekreis, die bei der Suche nach einem Endlager für nuklearen Abfall näher untersucht werden. Ab dem heutigen Mittwoch und bis in die nächste Woche hinein will das BGE auf seinem Youtube-Kanal im Rahmen einer Online-Sprechstunde über den aktuellen Sachstand in den jeweiligen Teilgebieten informieren und Fragen beantworten.

Bei der Endlagersuche wird alles sondiert, was nach festerer Form tief unter der Erdoberfläche aussieht und irgendwie als Standort für Atomfässer in einem Zeitraum von gut einer Million Jahre in Frage kommt. „Wir untersuchen Gebiete mit Tonstein, mit Steinsalz und mit kristalliner Struktur, also mit Granit. Sie gelten als nutzbares Wirtsgestein für ein solches Endlager“, sagt Sven Petersen von der Behörde. Verbreitet ist vor allem das Tongestein, das sich nahezu flächendeckend von Nord nach Süd durch den Heidekreis erstreckt, und von Ost nach West auch. Lediglich einige kleine Flächen sind ausgespart. Weiß geblieben ist ein Landstrich in Walsrode in Richtung Bergen, weiß ferner das Soltauer Stadtgebiet und einige Bereiche westlich von Munster. Das war es aber auch schon.

Der Rest der Region wird sich künftig mit Zungenbrechern wie Tertiäres oder Prätertiäres Tongestein beschäftigen müssen, er wird sich ferner mit den durchnummerierten Teilgebieten auseinanderzusetzen haben, von denen mehr als 80 gebildet wurden, und von denen einige dennoch eine Sammelbezeichnung geblieben sind. Die Teilgebiete 004 und 007 reichen jeweils von der niederländischen Grenze bis weit nach Mecklenburg-Vorpommern, sind in hunderte Einzelstandortmöglichkeiten aufgegliedert und erstrecken sich beide durch den Heidekreis. Nicht ausgeschlossen, dass ernsthafter nachgedacht wird, hier tatsächlich ein Endlager entstehen zu lassen. Das Teilgebiet 004 hat schon eine geowissenschaftliche Abwägung hinter sich. Ergebnis: Sechs der sieben Kriterien wurden mit „günstig“ bewertet.

Auch Salzgestein spielt weiterhin bei der Endlagersuche eine Rolle. Im Gespräch ist eine mächtige Fläche bei Meißendorf. Ein weiteres Gebiet wurde inzwischen wieder fallengelassen: der Salzstock bei Hamwiede. Er war ursprünglich als Teilbereich 76 ausgewiesen. Jetzt landete die Ortschaft in der Schublade. „Zu klein“, sagt Petersen auf Nachfrage.

Von Heinrich Kracke

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