Freude über jeden Besucher

Lesen im Lockdown in der Samtgemeindebücherei

Wiebke Feldmann sitzt an einem Tisch. Im Vordergrund sind Bücher zu sehen.
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Zwar trennt eine Glasscheibe Feldmann und die Besucher der Bücherei – der Hygiene-Regeln wegen – doch die Stimmung trübt der Sichtschutz nicht: Viele Stammkunden kommen regelmäßig vorbei, um sich mit neuem Lesematerial zu versorgen.

Rethem – „Im Verlauf der vergangenen Monate ist es ruhig bei uns geworden. Viel zu ruhig, wenn Sie mich fragen.“ Wiebke Feldmann seufzt und lässt ihren Blick durch den Raum schweifen, in dem sich seit vielen Jahren die kleine aber feine Samtgemeindebücherei Rethem direkt neben der Londy-Schule befindet. Kinder und Schüler, die sich sonst an einem Nachmittag wie diesem zwischen den hohen Bücherregalen tummeln, sind weit und breit nicht zu sehen.

Viele Kinderbücher bleiben unangetastet

„Es ist schade, was seit dem Beginn der Corona-Pandemie alles wegfällt“, fährt Feldmann fort und ergänzt: „Am traurigsten macht mich, dass wir keinen Büchereitag mehr für die Schulanfänger machen können. Der kam immer so gut an. Stellen Sie sich mal vor, die Kinder, die zu Beginn der Krise eingeschult wurden, kommen dieses Jahr in die dritte Klasse!“ So blieben viele Kinderbücher sowie zahlreiche Fantasy-Romane bisher leider unangetastet. „Aber davon lassen wir uns nicht entmutigen. Wir sind und bleiben geöffnet.

Samtgemeindebücherei besteht seit 1962

Seit 2009 leitet Wiebke Feldmann zusammen mit Ute Mahler die Samtgemeindebücherei. „Vor uns hat Ursula Planz 47 Jahre lang ehrenamtlich dieses Amt innegehabt.“ Und wie lange besteht die Bücherei als solche schon? Ein Blick in das genau geführte Logbuch verrät: Der erste Eintrag geht auf das Jahr 1962 zurück. „Also stünde 2022 theoretisch schon unser 60. Geburtstag an“, so Feldmann. Ob es dafür eine Feier geben wird, bleibe aber abzuwarten. „Unser letztes großes Fest war das Sommerfest 2019. Aber ich weiß nicht, inwiefern wir das nach der Pandemie noch einmal in Gang bekommen“, berichtet sie. Es sei einfach zu viel organisatorischer Aufwand für eine Person, da ihre Teampartnerin auf unbestimmte Zeit ausfalle.

Vier bis fünf Besucher am Tag

„Derzeit kommen am Tag zwischen vier und fünf Leute vorbei“, sagt Feldmann mit Blick auf die vergangenen Wochen. „Wenn es richtig gut läuft, leihe ich an einem Nachmittag schon mal so 60 Bücher aus.“ Geöffnet habe die Samtgemeindebücherei aktuell nur mittwochs, von 16 bis 18 Uhr. „Normalerweise stehen unsere Türen auch montags offen, aber wir mussten die Zeiten wegen der Pandemie etwas anpassen.“ Neben Feldmann dürfen sich zwei weitere Personen gleichzeitig in der Bücherei aufhalten. „Wenn es drinnen voll ist, müssen die nächsten draußen warten.“ Schlangen hätten sich deswegen noch keine gebildet. „Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute vorbeikommen würden. Schließlich ist jeder willkommen, man muss weder einen Mitgliedsbeitrag zahlen, um etwas auszuleihen, noch irgendeine Mitgliedschaft abschließen.“ Die Ausleihfrist für Bücher betrage nach wie vor drei Wochen.

Corona-Sicherheitsmaßnahmen

Neben der begrenzten Personenzahl wurden weitere Corona-Sicherheitsmaßnahmen in der Samtgemeindebücherei eingeführt: „Es gibt eine Maskenpflicht und die Kunden müssen sich entweder die Hände einmal richtig kräftig waschen oder sie desinfizieren, bevor sie reindürfen.“ Wiebke Feldmann selbst trägt ebenfalls Maske und sitzt außerdem hinter einer großen Glasscheibe, die mittig auf ihrem Schreibtisch platziert ist, der mit farbigen Tüchern, Stickern und Karten geschmückt ist. „Als weitere Vorsichtsmaßnahme leihen wir Bücher, die gerade erst wieder abgegeben worden sind, am selben Tag nicht noch einmal aus“, schildert Feldmann. Diese Regel gehe auf eine Empfehlung der Büchereizentrale Niedersachsen zurück, an die die Bücherei angeschlossen ist. Anders als beispielsweise bei Geschäften nötig, müsse man sich nicht im Voraus um einen Termin bemühen oder anmelden. „Einfach vorbeikommen, und wer sich an die Regeln hält, ist herzlich willkommen.“

Sorge, dass die Samtgemeindebücherei ganz schließen müsse, sobald die Inzidenz des Heidekreises an drei Tagen über 100 ist, hat Feldmann keine. „Zumindest habe ich noch nichts dazu gehört, also bleibt das wohl abzuwarten, bis dieser Ernstfall eintritt.“ Solange sie lesebegeisterte Kunden empfangen darf, stünden ihre Türen weit offen. „Schauen Sie doch mal vorbei, wir freuen uns über jeden, der vorbeikommt!“

Die Öffnungszeiten der Samtgemeindebücherei Rethem sind mittwochs, von 16 bis 18 Uhr. Eine telefonische Anmeldung oder Terminabsprache im Voraus ist nicht nötig.

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