Leine-Flut überrascht 1946 die Rethemer / Hochwasser auch 1966 und 1970

Dramatische Februar-Tage

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Beim Hochwasser 1970 stand quasi die ganze Stadt unter Wasser, hier die Gärtnerei Müller. Repros: Fred Raczkowski

Rethem - Es war nicht die Aller: Vor 70 Jahren rollte eine Flutwelle aus der oberen Leine auf Rethem zu und setzte weite Teile des Stadtgebiets unter Wasser. Zuvor, am 9. Februar 1946, hatte das Hochwasser von Leine und Ihme bereits in Hannover große Schäden angerichtet. Wie schon die Hannoveraner, wurden auch die Rethemer von der Gewalt der Flutwelle völlig überrascht.

Das Wasser lief aus Richtung Rethem-Moor bis in die Stadt. „Ich war zu diesem Zeitpunkt im Moor und stand bis zur Hüfte im eisigen Wasser“, erinnerte sich der Rethemer August Jahns an die dramatischen Stunden vor 70 Jahren.

Das Leine-Wasser raste nach mehreren Deichbrüchen auf Rethem und die umliegenden Dörfer zu. Die Gewalt der Flut riss den Bahndamm Verden-Rethem bei Wohlendorf an mehreren Stellen weg.

Während Hochwasser in der Allermarsch für die Rethemer nicht ungewöhnlich waren, hatte es in den diesmal überfluteten Gebieten vorher eigentlich nie Überflutungen gegeben. Doch nun hatte sich zwischen Wohlendorf, Stöcken und Rethem-Moor eine riesige Wasserlandschaft ausgebreitet.

Auch in der Stadt selbst waren viele Straßen überflutet. Allerdings stand das Wasser damals in den meisten Straßen nicht so hoch wie beim großen Aller-Hochwasser 1970: Am 16. Februar, morgens um 7 Uhr, meldete Rethem wieder einmal: Land unter! In jenem Jahr kam das Wasser über eine „Notverwallung“ an der Ortsgrenze Rethems aus Richtung Hedern (Ziegelei) und überflutete den Südostteil der Stadt. Das Wasser lief auch in die Wohnungen und Keller vieler Rethemer. Rund 50 Wohnhäuser waren betroffen.

Ganz so schlimm kam es im Februar 1946 für die Menschen nicht. Aber die Flutwelle richtete dennoch viel Schaden an. Und sie traf die Menschen zu einem Zeitpunkt, an dem sie nicht nur gerade die verheerende Kriegszeit überstanden, sondern auch einen der härtesten Nachkriegswinter hinter sich hatten. Das am 9. Februar schlagartig einsetzende Tauwetter setzte die unerwartete Leine-Flut in Gang. Große Schneemengen im Harz, die schmolzen, und tagelanges Regenwetter ließen das Wasser extrem schnell steigen.

Nur wenige Fotos sind aus den Hochwassertagen vor 70 Jahren erhalten. Sie befinden sich in der Sammlung von August Jahns und wurden teilweise bereits im historischen Bilderkalender 2013 veröffentlicht. Auch in den Jahren 1926, 1956 und 1966 gab es in Rethem große Hochwasser, die teilweise mit Fotos aus dieser Sammlung dokumentiert werden.

fra

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