Landtagsabgeordneter Sebastian Zinke im Gespräch mit Vertretern von Deichverbänden

Lange Dauer von Genehmigungsverfahren

Beim Gespräch in Bosse: Sebastian Zinke.
+
Beim Gespräch in Bosse: Sebastian Zinke.

Bosse – Hochwasservorsorge im Aller-Leine-Tal ist eine ebenso dringliche wie notwendige Gemeinschaftsaufgabe von Kommunen, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der das Thema im Zusammenspiel mit den Unteren Wasserbehörden koordiniert, und ihnen übergeordneten Aufsichtsbehörden.

Im Spannungsfeld zwischen Hochwasserschutz, Gewässerökologie und Raumnutzung würden nicht nur ökonomisch und ökologisch vertretbare, sondern vor allem auch schnelle Lösungsansätze gebraucht. Dies äußerten Vertreter der umliegenden Deichverbände beim Informationsaustausch mit dem Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke am Allerhof in Bosse. Es hake nicht am Geld, sondern vor allem an den langen Planungsverfahren.

Im Gespräch mit Fachleuten wollte sich Zinke aus erster Hand über die Sachlage im regionalen Hochwasserschutz informierten. Das Hochwasser im Landkreis Göttingen im Juli 2017 mit historischem Pegel-Höchststand der Leine in Göttingen von 3,84 Metern ist dem Politiker noch gut in Erinnerung. Er teilte die Befürchtungen seiner Gesprächspartner, dass in Zukunft ähnliche Hochwasserlagen für die Region nicht auszuschließen seien.

Die Genehmigungsverfahren für Deichschutzmaßnahmen dauerten vielfach zu lange, kritisierten die Vertreter der Deichverbände. Nicht selten komme es vor, dass mitten in einer Planungsphase beim NLWKN der zuständige Mitarbeiter wechsele oder die Kreisbehörde neue Konzepte vorlege, sodass die fest anvisierte Umsetzung einer Maßnahme erneut ins Stocken gerate und um Monate, wenn nicht Jahre, zurückgeworfen werde. Dabei dränge die Zeit.

„Ich habe keine Zweifel, dass Starkregenereignisse zunehmend häufiger auftreten werden“, meinte etwa Hans-Georg Meyer aus Bosse. Grundgedanke regionaler, an die jeweiligen örtlichen Verhältnisse angepasste Hochwasserschutzkonzepte müsse sein, die Hochwasservorsorge vor Ort bestmöglich zu gestalten. Und es müsse zügig geschehen und nicht erst dann, wenn es bereits „im Gebälk knacke“, wie einer der Vertreter der Deichverbände einwarf.

Die Problematik von Eingriffen in die Natur wurde thematisiert, traf bei den Beteiligten jedoch auf wenig Verständnis, da es ausschließlich um Winterdeiche und um deren Ertüchtigung gehe. Detlef Bunke aus Bierde: „Seit vier Jahren kommen wir aufgrund von Umweltbedenken des NLWKN nicht über die Planungsphase hinaus. Der Landkreis hat daraufhin den Bau einer neuen Deichtrasse vorgeschlagen, den wir aber gar nicht wollen. Uns geht es um die Ertüchtigung beziehungsweise Stärkung des vorhandenen Deichs, was durch eine Lehmschürze zu erreichen wäre.“ Die Diskrepanz in den Vorstellungen bereite enorme Schwierigkeiten, sei ermüdend und ziehe die Umsetzung der Maßnahme sehr in die Länge. Dabei hätten sich Schutzmaßnahmen bewährt, die in den Jahren zuvor umgesetzt worden seien.

Die Frage Zinkes, ob Zusammensetzung und Arbeitsweise der bestehenden Deichverbände noch zeitgemäß seien, wurde von Thomas Lukas, Geschäftsführer des Dachverbandes Aller-Böhme, bejaht. „Der große Vorteil liegt vor allem in den kurzen Wegen. Es ist aber denkbar, dass es einen freiwilligen Zusammenschuss der Deichverbände geben wird, sobald das Thema Hochwasserschutz abgeschlossen ist. Da zurzeit aber erst rund 60 Prozent erreicht sind, wird das noch eine ganze Weile dauern.“

Abschließend sagte Zinke, der sich als Laie in dieser Materie bezeichnete, zu, dass er Kontakt zum Landkreis als zuständige Steuerungsbehörde aufnehmen wolle. Gegebenenfalls werde er mit niedersächsischen Umweltministerium in Kontakt treten.  nie

Die Aller bei Bosse. Vertreter der Deichverbände fordern die schnellere Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Japanische Roadsterträume in Italien

Japanische Roadsterträume in Italien

Mit Kindern durchs Ruppiner Land

Mit Kindern durchs Ruppiner Land

Meistgelesene Artikel

Rethemer Stadtbild verändert sich

Rethemer Stadtbild verändert sich

Rethemer Stadtbild verändert sich
Die Schausteller kehren zurück

Die Schausteller kehren zurück

Die Schausteller kehren zurück
Alkoholisierter Lastwagenfahrer kracht in Baustelle und verursacht Massenkarambolage 

Alkoholisierter Lastwagenfahrer kracht in Baustelle und verursacht Massenkarambolage 

Alkoholisierter Lastwagenfahrer kracht in Baustelle und verursacht Massenkarambolage 
„Auf in die Dorfentwicklung“

„Auf in die Dorfentwicklung“

„Auf in die Dorfentwicklung“

Kommentare