Landgerichtsprozess / Drei Angeklagte

Streit nach einer Pokerrunde

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden/Rethem - Bei einer privaten Pokerrunde auf einem Hof in Rethem soll es vor einem Jahr zu einem gemeinschaftlichen schweren Raub durch drei Männer gekommen sein. Sie sollen die Spielkasse mit rund 450 Euro geraubt und einer der Täter soll die anderen Mitspieler mit einem Messer bedroht haben. Das kleinste Problem in dem gestern gestarteten Landgerichtsprozess scheint zu sein, dass einer der drei Angeklagten fehlte.

Staatsanwältin Inga Hahn beantragte, gegen den fehlenden 21-Jährigen aus Walsrode einen Haftbefehl zu erlassen. Laut den beiden anderen Angeklagten hält sich der 21-Jährige derzeit im Rahmen einer Urlaubsreise im Ausland auf. Sein Verteidiger wusste davon nichts und konnte unverrichteter Dinge wieder fahren. Über den Haftbefehl will das Gericht später entscheiden und hat mit dem Prozess gegen die beiden anderen Angeklagten begonnen.

Bedrohung

mit einem Messer?

Laut Anklageschrift hatten sich ein 25 Jahre alter Angeklagter aus Achim und ein 19 Jahre alter Angeklagter aus Walsrode, die Männer sind Cousins, am 13. Juni 2014 an einer Pokerrunde in einem dafür hergerichteten Spielzimmer auf dem Hof eines 34-Jährigen in Rethem beteiligt. Als das Spiel gegen 1.45 Uhr beendet wurde, sollen die Cousins darüber erbost gewesen sein. Der 25-Jährige zog laut Anklageschrift ein Messer und bedrohte die Mitspieler. Dann soll er sich rund 450 Euro aus der Spielkasse gegriffen und mit den beiden anderen Angeklagten abgehauen sein. Der gestern abwesende Angeklagte soll die Tat „innerlich unterstützt“ haben. Er sei im Hintergrund geblieben, um notfalls eingreifen zu können, so der Vorwurf.

Die Cousins sagten aus, dass sie bei der Pokerrunde dabei waren und Beträge um die 100 bis 150 Euro verloren hatten. Verärgert seien sie gewesen, weil ohne Ankündigung plötzlich Feierabend gewesen sei. Sie widersprachen der Feststellung in der Angeklageschrift, dass ein Ende um 1.45 Uhr vorher festgelegt worden war. „Sie hatten das Gefühl, reingelegt worden zu sein“, erklärte Verteidigerin Medya Roza Tuku für ihren Mandanten aus Achim. Die Angeklagten behaupteten, dass der 19-Jährige das Geld genommen habe. Der Vorsitzende Richter Joachim Grebe hinterfragte dies kritisch, denn ein Grund für diese Behauptung könne sein, dass der 25-Jährige bei der Tat unter laufender Bewährung stand.

Eine Bedrohung mit einem Messer wurde bestritten. Vielmehr habe einer aus der Gruppe einen anderen Mitspieler aufgefordert, eine Schrotflinte zu holen, behauptete der 25-Jährige. Dann seien er und die beiden anderen Angeklagten abgehauen, jedoch nach Rethem zurückgefahren, als die Polizei vor Ort war.

Die ersten der Mitspieler wurden am Nachmittag gehört. Das Landgericht hat drei Verhandlungstage bis zum 30. Juni für den Prozess eingeplant.

wb

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