Krippenspiel der Rethemer Kinder / Manchmal geht auch etwas schief

Ein ganz besonderer Engel

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Die kleinen Engel warten auf ihren großen Auftritt, zur Generalprobe schon in ihren Kostümen.

Rethem - Von Fred Raczkowski. Alle Jahre wieder – und doch immer wieder anders: Die von Kindern an Heiligabend in der St.-Marien-Kirche aufgeführten Krippenspiele sind stets etwas ganz Besonderes. Die klassische Weihnachtsgeschichte nach Lukas („Es begab sich aber zu der Zeit…“) bleibt im Grunde bestehen, aber es gibt auch immer so etwas wie die Geschichte in der Geschichte. In diesem Jahr gehört auch ein Streit unter Kindern zum Inhalt der Aufführung, die Heiligabend zur Christvesper, um 15 Uhr, zu sehen sein wird.

Am Sonnabend war Generalprobe, und dazu waren die rund 30 Akteure im Alter von vier bis elf Jahren schon mit ihren, meist von den Müttern genähten, Kostümen in die Kirche gekommen. Dort wurden sie von den Frauen des Kindergottesdienst-Teams erwartet und in ihre Positionen eingewiesen.

Gerda Meyer und Birgit Leseberg kümmern sich schon seit über 30 Jahren um die Regie der Krippenspiele. Das Team, zu dem auch Helga Homann gehört, studiert diesmal eine Spiel-Variante ein, in der eines der Mädchen von Wirtskindern verspottet und gemobbt wird. Die Ausgestoßene leidet heftig: „Keiner mag mich…“ – findet dann aber doch eine ganz besondere Freundin.

Von Lampenfieber ist wenig zu spüren bei dieser Generalprobe. Aber manchmal hakt es dann doch hier und da. Wie gut, dass mit Gerda Meyer und Birgit Leseberg zwei erfahrene Souffleusen am Bühnenrand sitzen und schnell weiterhelfen können.

Aber keine neue Aufführung ohne Aufregung, irgendetwas geht dann doch meist schief. Diesmal war es der große Vorhang, der nicht aufzufinden war. „Der war einfach weg und es musste schnell ein neuer genäht werden“, berichtet Birgit Leseberg. Nicht so schlimm, in den vergangenen Jahren hatte es oft viel größere Probleme gegeben. Da bekam ein Joseph-Darsteller einen Tag vor Heiligabend die Windpocken und es musste schnell Ersatz gefunden werden: „Das hat der Mattis dann wunderbar geschafft“, freuen sich die Damen von der Regie.

Einmal blieb einem Kind die Stimme weg, ein anderer Jung-Akteur hatte das Mikrofon aus Versehen mit in die Zuschauerbank genommen und ein weiteres Mal fiel einfach der Vorhang herunter: „Zum Glück war das bei der Generalprobe, und so konnten wir das Problem noch in den Griff bekommen“, erinnern sich die Spielleiter.

Große Freude bereitet es den Beteiligten immer wieder, mit welcher Begeisterung die Kinder bei der Sache sind. Birgit Leseberg: „Bei den Proben herrscht eine ganz besonders schöne Atmosphäre. Die Kinder achten aufeinander, helfen sich gegenseitig und halten zusammen.“

In diesem Jahr hatten sich nach dem Aufruf im Gemeindebrief auch gleich genug Interessenten als Mitspieler angemeldet. Das war in manchen Jahren anders: „Da ging es nur mit Doppelbesetzungen“, erinnert sich Gerda Meyer.

Noch einmal zurück zur neuen Aufführung. Die neue Freundin des ausgestoßenen, gemobbten Mädchens ist tatsächlich etwas besonderes, wie sich später erweisen wird. Sie ist der Engel des Herrn, der die Hirten auf dem Felde auffordern wird, keine Angst zu haben und den wohl schönsten und wichtigsten Satz des Weihnachtsevangeliums sagen wird: „Fürchtet euch nicht!“

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