Mitarbeiter fühlen sich wohl

Übergangsrathaus: Keine Massage – aber gute Laune

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Plausch im Bürgerbüro: Natascha Zelner, Ilona Mahler, Cort-Brün Voige und Björn Fahrenholz (v.l.) berichten über ihre Arbeitsplatzbedingungen.

Rethem – „Den meisten Besuchern gefällt das gut hier“, sagt Natascha Zelner und fügt augenzwinkernd hinzu: „Manche fragen, ob sie hier auch eine Massage bekommen.“ Damit kann die Bürgerbüro-Mitarbeiterin natürlich nicht dienen – schließlich ist das Gebäude am Bösselweg 4 keine Physiotherapiepraxis mehr, sondern für die Dauer der Sanierung des Rathauses der Sitz der Rethemer Verwaltung.

Bis auf die drei Mitarbeiter des Sozialamtes, die dauerhaft ins von Behrsche Haus umgezogen sind, befindet sich die gesamte Verwaltungs-Mannschaft jetzt am Bösselweg. Mit der Übergangslösung, die voraussichtlich bis Jahresende dauern wird, kommen die Kollegen erstaunlich gut zurecht. Einige sind sogar überzeugt, dass sich die Bedingungen deutlich verbessert haben. Das gilt insbesondere auch für die Kollegen, die in den Bürocontainern auf dem Parkplatz arbeiten.

Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige sagt: „Klar, es ist eine Umstellung. Die meisten Kollegen müssen im Moment längere Wege einplanen, wenn sie zum Kopierer gehen oder sich einen Tee holen möchten. Aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden.“ Einige Mitarbeiter würden erstmals in ihrer Verwaltungskarriere in Räumlichkeiten arbeiten, die den Namen Büro verdient hätten. „Die Fenster lassen sich öffnen, Heizung und Licht funktionieren. Sie haben Türen, die sie schließen können, um ungestört zu sein.“ 

Impressionen von der Baustelle im alten Rathaus: Bei der Entkernung sind einige negative Überraschungen ans Tageslicht gekommen, zum Beispiel nicht tragfähige Zwischendecken. Derzeit werden die mit krebserregenden Stoffen belasteten Anstriche aus den Fluren und dem Treppenhaus entfernt und fachgerecht entsorgt (rechts). Wo asbestbelastete Teerplatten aus den Fußböden entfernt werden, müssen teilweise Wände (Mitte) abgeklebt werden, damit sich die Gifte nicht festsetzen.

Für manch einen bedeute schon das eine Verbesserung, denn die Bedingungen im Rathaus seien teilweise sehr schlecht gewesen, Mehrere Kollegen hätten dort in sehr kleinen, „wandschrankähnlichen“ Räumen oder gar in Durchgangsbüros gearbeitet. „Da ist es dann natürlich schwierig, Kundengespräche zu führen“, berichtet Heike Jastremski aus dem Standes- und Ordnungsamt. „Weil sich da immer jemand hinter deinem Stuhl durchschlängeln muss, um ins hintere Büro zu kommen.“ Am Bösselweg gibt es keine solchen Durchgangsbüros und auch im alten Rathaus sollen diese nach der Sanierung der Vergangenheit angehören. „Eine deutliche Verbesserung“, so Jastremski.

Die Bürocontainer: Den meisten Mitarbeitern gefällt ihr neuer Arbeitsplatz.

Ilona Mahler und Meike Wiesner, Kasse und Steuerrecht, sagen, dass ihr Übergangsbüro zwar recht hellhörig sei – im Obergeschoss befindet sich eine Mietwohnung –, aber es sei heller als ihr Arbeitsplatz im Rathaus.

Der Eingang für die Besucher: Statt Physiotherapie bekommen die Bürger hier jetzt Informationen und Beratung.

Björn Fahrenholz, Fachbereichsleiter, hat sein Büro derzeit im Obergeschoss im Hauptgebäude am Bösselweg und ist ebenfalls zufrieden: „An dem braunen Flauscheteppich scheiden sich zwar die Geister – aber es ist eine deutliche Verbesserung zu vorher. Wenn mein neues Büro im alten Rathaus ähnlich schön wird, bin ich schon zufrieden.“

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