Wahl am 12. September: Zu Besuch bei Bewerberin Ute Feldmann

Rethemer Bürgermeisterkandidatin feiert zwei Geburtstage

Eine blonde Frau sitzt barfuß auf den Steinstufen vor einer grünen Tür und lächelt.
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Barfuß und mit Storch auf der Brust: Bürgermeisterkandidatin Ute Feldmann empfängt die Presse auf ihrem Resthof in Wohlendorf, wo Hühner gackern, Schafe blöken und der Grünkohl in die Höhe schießt.

Die Rethemer Bürgermeisterkandidatin Ute Feldmann mal ganz privat: Der Kreiszeitung erzählt sie beim Hausbesuch, warum sie zweimal Geburtstag feiert, wo sie sich am Liebsten abkühlt und welche Rolle Weihnachtsbäume in ihrer Karriere spielen.

Die Homestorys

Wir stellen Ihnen in dieser Rubrik die Bürgermeisterkandidaten vor – ganz privat. Dafür haben wir sie gebeten, uns zu sich nach Hause einzuladen. Heute ist Ute Feldmann an der Reihe. Die 56-Jährige aus Wohlendorf bewirbt sich bei der Kommunalwahl am Sonntag, 12. September, um das Amt der Hauptverwaltungsbeamtin der Samtgemeinde Rethem. Unterstützt wird sie von der neu gegründeten Bürgerliste ASGL. Sie ist nach Björn Symank und Dr. Kathrin Wrobel die dritte Bewerberin für das Amt.

Rethem/Wohlendorf – Wer Ute Feldmann zuhause besuchen möchte, sollte sich vorher schlau machen, wo sie wohnt, und dafür am besten eine Landkarte studieren. „Ach, Mensch, tut mir leid, das liegt daran, dass wir zwei Adressen haben“, erklärt die Bürgermeisterkandidatin aus Wohlendorf. „Das wurde ja irgendwann geändert, weil es hieß, dass man hier in der Gegend Straßennamen braucht, wegen der Rettungsdienste.“ Der neue Straßenname ist Navigationssystemen allerdings unbekannt, was die Anreise nicht unbedingt einfacher macht. Egal, Hauptsache, angekommen.

Eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb

Die Sonne lacht, die Bienen summen und die Gastgeberin ist barfuß. Die 56-Jährige trägt ein dunkelblaues Shirt, auf dem ein bunter Storch abgebildet ist: Das ist das Logo der ASGL, der neuen Bürgerliste, auf der Ute und ihr Mann Karsten Feldmann für die Kommunalwahl kandidieren. „Das ist ja noch ganz neu für uns, diese Wahlkampagne mit allem, was dazu gehört. Pressetermine, Plakate, alles sehr aufregend“, sagt sie und führt über den Resthof, auf dem bienenfreundliche Blumen blühen, wo Schafe blöken, Hühner gackern und einem freundliche Katzen um die Beine streichen. „Karsten und ich haben zwei sanierungsbedürftige Resthöfe geerbt, einen in Altenwahlingen und diesen hier in Wohlendorf.“ Die Arbeiten an den Gehöften hätten viel Zeit in Anspruch genommen und seien immer noch nicht vollständig abgeschlossen.

Kilometerzähler am Rollator

Stolz sind die Feldmanns auf ihr selbst angebautes Gemüse. Grünkohl, Zucchini und Kartoffeln gedeihen prächtig. Daraus leckere Mahlzeiten zu zaubern sei eher die Aufgabe ihres Mannes, sagt Feldmann. „Ich backe lieber.“ Der Kuchen, den sie heute serviert, sei aber das Werk ihrer Tochter Luzie. Den habe sie nicht extra für den Besuch der Presse gebacken, gesteht die Gastgeberin. „Der ist noch von gestern, da haben wir meinen zweiten Geburtstag gefeiert.“ Das muss sie erklären, auch wenn es ihr etwas unangenehm ist. Bei Renovierungsarbeiten sei sie vor einem Jahr von der Leiter gefallen und habe sich schwer verletzt. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder gesund war. „Ich musste mich erst einmal mit einem Rollator fortbewegen.“ Das passte der sonst so sportlichen Wohlendorferin überhaupt nicht. „Das erste, was ich gemacht habe, war, einen Kilometerzähler an dem Ding zu befestigen“, sagt sie lachend.

Mit dem Rad über die Alpen

Aber nun sei sie wieder fit? Feldmann grinst. Sie käme gerade aus dem Urlaub zurück. „420 Kilometer mit dem Rad von Passau bis nach Venedig, über die Alpen. Es war traumhaft.“ Klingt anstrengend. „Mit der richtigen Radlerhose und der richtigen Einstellung geht‘s.“

Radfahren liebt die Wohlendorferin nicht nur im Urlaub. Auch für den Weg zur Arbeit nutzt sie am liebsten das Bike. „Wenn ich nach Hannover muss, fahre ich mit dem Rad zum Eystruper Bahnhof. Ich kann dabei wunderbar abschalten. Ich hör da auch keine Musik oder so, ich bekomme einfach den Kopf frei“, so Feldmann, die als Ökologin bei der Bundeswehr arbeitet. „Das gefällt mir auch an unserem aktuellen Bürgermeister sehr gut, dass der so viel Rad fährt.“ Außerdem schwimme sie gerne. „Nicht unbedingt im Schwimmbad, ich mag es lieber natürlich. Am Liebsten radle ich einfach zur Rethemer Fähre und springe da kurz rein, herrlich.“

Sie wollte mal Revierförsterin werden

Ihre Naturverbundenheit hat auch ihre berufliche Karriere geprägt. Nach einer Ausbildung zur Sparkassenkauffrau in Walsrode entschied sie sich für ein Studium der Forstwirtschaft in Göttingen. „Ich wäre gerne Revierförsterin geworden“, sagt sie. Doch habe es damals keine freien Stellen gegeben. Sie grinst. „Ich bin dann erst einmal Weihnachtsbaumverkäuferin geworden.“ Dieser Job in der Gemeinde Dörverden sei durchaus interessant gewesen, sie habe dabei viel über Menschen gelernt. „Wie unterschiedlich die an einen Weihnachtsbaumkauf herangehen, das können Sie sich nicht vorstellen, das ist spannend.“

Als sie irgendwann eine Stellenausschreibung der Bundeswehr gesehen habe, habe sie sich eher aus Spaß und Neugier denn aus echtem Interesse beworben. „Ich hatte damals durchaus Vorurteile.“ Nun sei sie bereits seit 1995 als Ökologin in der Bundeswehrverwaltung beschäftigt, zuerst in Schleswig-Holstein, mittlerweile arbeitet sie in Hannover. „Es ist ein wirklich interessanter Job mit tollen Kollegen.“

Zum Abschied etwas Gemüse

Ihr Mann Karsten, Berufsschullehrer, drückt dem Presse-Besuch zum Abschied ein Säckchen mit Zucchini und rotschaligen Kartoffeln in die Hand. „Das ist jetzt keine Bestechung oder so“, sagt er schmunzelnd. Ute und Karsten haben sich während des Studiums kennengelernt. Sie sind seit 1996 ein Paar, 2006 haben sie geheiratet. „Die Hochzeit war auf Plattdeutsch“, sagt Ute. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder: Luzie (21) und Tjark (19).

Das Postauto kommt auf den Hof gefahren. Ute Feldmann entschuldigt sich kurz und nimmt die Briefe entgegen. Sie sehen offiziell aus. Die Bürgermeisterkandidatin runzelt erst kurz die Stirn, dann strahlt sie und winkt mit den Umschlägen. Es sind die Wahlbenachrichtigungen.

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