Rethemer „Charme & Schere“ schließt / Imke Bening: „Kosten überwiegen“

Jüngere Kunden bleiben aus

Imke Bening am Tresen ihres Frisiersalons „Charme & Schere“: Zum 1. März ist es vorbei mit Frisieren, Färben, Waschen und Schneiden. Fotos: Fred Raczkowski

Rethem – „Wenn man nur arbeitet und am Ende bleibt nichts mehr übrig, dann muss man eben aufhören“, sagt Imke Bening. „Wenn die Kosten überwiegen, dann geht es nicht mehr.“ Zum 1. März wird es an der Langen Straße 7 in Rethem vorbei sein mit Schneiden, Färben und Frisieren: Nach 19 Jahren schließt der Salon „Charme & Schere“ seine Pforten.

2001 hatte Imke Bening den Frisiersalon von Bettina Bissel übernommen. Dort hatte sie zuvor bereits einige Jahre als Friseurin gearbeitet. Mit „Charme & Schere“ wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Viele Stammkunden aus dieser Zeit blieben dem Salon bis heute treu. Da konnte es schon mal vorkommen, dass einer Kundin zur Silberhochzeit die passende Frisur gestylt wurde und 25 Jahre später zur „Goldenen“ auch.

„Wir hatten sehr viele nette Kundinnen und Kunden in diesen Jahren. Dass ich mich von ihnen trennen muss, das fällt mir schon sehr schwer“, bedauert Imke Bening. Andererseits sei sie aber auch froh, dass sie sich zur Aufgabe von „Charme & Schere“ entschlossen habe. „Eigentlich hätte ich schon früher die Reißleine ziehen müssen.“

Vor allem in den vergangenen zehn Jahren habe sich viel geändert, erzählt die Friseurin: „Viele der älteren Kundinnen und Kunden sind nicht mehr da, die jüngeren bleiben aus.“ In den meisten jungen Familien seien auch die Frauen berufstätig, meist nicht in Rethem, sondern in den umliegenden Städten Nienburg, Verden oder Walsrode. Imke Bening: „Die haben ganz einfach keine Zeit mehr, in Rethem noch zum Friseur zu gehen. Das erledigen sie in der Mittagspause in einem Salon in der Nähe ihres Arbeitsplatzes.“

Mit einem anderen Problem habe das Friseurhandwerk ohnehin zu tun: Es fehlt an Nachwuchs. „Friseurin zu sein, ist ein Beruf, der viel Spaß machen kann, aber auch ein sehr anstrengender Job.“ Kreativität, einer Kundin eine Typberatung zu geben und sich am Ende über das Ergebnis zu freuen – das sei eben nur die eine Seite der Medaille, meint Bening. Zur anderen Seite gehörten berufstypische Krankheiten wie Bandscheibenbeschwerden und große Probleme mit der Schulter. Hautreaktionen seien dank milderer Stoffe deutlich weniger geworden.

Froh sei sie, dass ihre Mitarbeiterinnen Ute Böttcher-Horn und Gitta Wussow weiter berufstätig blieben. Gitta Wussow bleibe in der Branche und werde bei Friseur Annussek an der Hainholzstraße 18 in Rethem frisieren.  fra

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