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Sven Seeliger: Jubelnd auf dem Fiesta-Dach

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Drei Rennautos auf einer Rallycross-Strecke.
Gemeinsam durch die Kurve: Rechts im Bild ist der Fiesta von Sven Seeliger zu sehen, links daneben der von Bennet Zobel. © Team Seeligerracing

Zwei Läufe der Deutschen Rallycross Meisterschaft wurden in Gründau ausgetragen. Hier sprang am ersten Tag ein zweiter Platz und am zweiten Tag ein Sieg für den Rethemer Sven Seeliger heraus, der laut jubelte.

Rethem – Gleich zwei Läufe der Deutschen Rallycross Meisterschaft (DRX) bereiteten dem Team von Seeligerracing ein atemloses Wochenende. Doch die Doppelbelastung war nicht die einzige Herausforderung für Sven Seeliger und Benett Zobel.

Der Gründautalring in Hessen unweit von Frankfurt ist eine Besonderheit in der Rallycross-Szene. Kein Schotter und keine Auslaufzonen – dafür Betonwände direkt als Streckenbegrenzung. Auch die Jokerlap fehlt dort, eine Alternativroute zur regulären Strecke, die zusätzliche Überholmöglichkeiten bietet. „Klein-Monaco“ wird die Anlage auch von vielen Fahrern genannt und das beschreibt den Charakter der Rennstrecke wohl am besten, heißt es in der Pressemitteilung des Teams Seeligerracing.

Die Gefahr dabei: kleine Fahrfehler oder Zweikämpfe können schnell in der Betonmauer enden – mit verheerenden Folgen für Mensch und Material. Viel Zeit für Reparaturen bleibt nicht, weil gleich zwei Läufe zur DRX absolviert werden.

Für Newcomer Benett Zobel aus Walsrode ging es besonders heiß zu, nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen. In einem Zweikampf übertrieb er es und touchierte einen vorausfahrenden Kontrahenten, der sein Fahrzeug bereits im Grenzbereich bewegte und sich vor den Augen Zobels überschlug. Die Rennleitung reagierte mit einer Disqualifikation und Zobel zeigte sich einsichtig: „Mein Fehler, ich war einfach zu schnell und habe mich bei dem Fahrer auch umgehend entschuldigt, zum Glück war er nicht verletzt und konnte das Rennwochenende weiterfahren.“ Zobel lernte die Strecke immer besser kennen, konnte den Rückstand aufholen und sich schließlich für die letzte Reihe im Finale qualifizieren. Den ersten Renntag schloss er als Siebter ab. Beim nächsten Lauf am Sonntag wurde Zobel von einem defekten Achsschenkel zurückgeworfen, doch erneut kämpfte er sich bis ins Finale vor und zeigt sich mit Rang fünf in der Endabrechnung zufrieden.

Für den Rethemer Sven Seeliger lief es ausgesprochen gut in Gründau. Sein Ford Fiesta ST blieb von technischen Problemen verschont, und so konnte Seeliger Bestzeiten setzen. Am ersten Tag verpasste er nach einem spannenden Finale den Sieg nur knapp und wurde Zweiter.

Am zweiten Tag zog das Duo von Seeligerracing nach spannenden Semifinals in das Rennen der besten acht Fahrer ein. Im Formationsflug rasten Seeliger und Zobel auf den Positionen drei und vier durch die erste Kurve. Während Zobel einen Platz einbüßte, konnte Seeliger eine Position gut machen. Rundenlang lag der Rethemer auf Position zwei, bis er kurz vor der Zielflagge eine winzige Lücke sah, in die er hineinstechen konnte. Tür an Tür raste er mit dem Konkurrenten durch die Kurve und setzte sich schließlich fair durch – das bedeutete den Sieg auf den letzten Metern, über den sich Seeliger riesig freute und sogar jubelnd auf das Dach seines Rennwagens stieg. „Das mache ich normalerweise nicht, nur in ganz besonderen Situationen“, erklärte ein freudestrahlender Seeliger direkt nach dem Rennen.

Für das Team waren es ereignisreiche Rennen, die mit einem sensationellen Sieg und vielen Meisterschaftspunkten belohnt wurden. Weiter geht es in einem Monat im belgischen Arendonk.

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