Initiative von Kreis und VHS soll Qualität sichern und neue Potenziale erschließen

Betriebe werden bei der Ausbildung zu Partnern

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Die Projektleiterinnen Uta Paschke-Albeshausen (re.) und Jutta Biermann verstehen sich als Beraterinnen und Netzwerkerinnen.

Heidekreis - Der demografische Wandel und die zum Teil angespannte Fachkräftesituation zwingen zum Handeln. Und dies gilt nicht nur für jeden einzelnen Betrieb. Auch dem Landkreis ist daran gelegen, den Wirtschaftsstandort Heidekreis langfristig zu sichern. Hier setzte die Ausbildungsinitiative Heidekreis 2020 (AI) an, wie der stellvertretende VHS-Geschäftsführer, Hans-Ulrich Obieglo, in einem Pressegespräch hervorhebt.

Die Initiative von regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Handwerk und Berufsbildung, sei ein auf ein Jahr angelegtes, mit ESF-Mitteln gefördertes Modellprojekt. „Das übergeordnete Ziel (…) besteht in der Sicherung und Fortentwicklung der Ausbildungsregion Heidekreis im Hinblick auf Qualität, Vielfalt und Attraktivität der betrieblichen Ausbildungsangebote“, zitierte Obieglo aus dem Konzeptpapier.

Wie das Ziel erreicht werden soll? Kleine und mittelständische Unternehmen, die bereits solide ihren eigenen betrieblichen Nachwuchs ausbilden, stellen bei näherer Betrachtung vielleicht fest, dass „noch mehr geht“. So lassen sich einzelne Ausbildungsinhalte noch effektiver vermitteln, wenn beispielsweise andere Betriebe als Partner mit eingebunden werden.

Jutta Biermann, eine der beiden AI-Projektleiterinnen, erläuterte dazu die vier Formen einer Verbundausbildung, deren jeweilige Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit für interessierte Betriebe geprüft werden müsse:

– Konsortium: Hier schließen sich mehrere Betriebe zusammen und lassen ihre Azubis zu vereinbarten Phasen und Ausbildungsabschnitten durch alle beteiligten Betriebe rotieren.

– Leitbetrieb mit Partnerbetrieben: Hier hat ein Betrieb als Ausbildungsverantwortlicher den Hut auf, während ein oder zwei andere nur einzelne Ausbildungsabschnitte begleiten und vermitteln.

– Auftragsausbildung: Dabei erfolgen einzelne Ausbildungsabschnitte gegen Kostenerstattung außerhalb des Stammbetriebes.

– Ausbildungsverein: Er übernimmt sämtliche organisatorischen Aufgaben; alle beteiligten Ausbildungsbetriebe sind zugleich auch Mitglied des Vereins.

„Wir wollen die Betriebe beraten und dabei unterstützen, die für sie geeignete Form zu finden, ihnen bei Bedarf Kooperationspartner vermitteln, aber auch helfen, beispielsweise Vertragsmodalitäten mit den Kammern zu klären“, erläutert Biermann.

Nach ersten Gespräche mit kleineren und mittelständischen Unternehmen im Heidekreis wisse man, dass auch verschiedene Beratungsangebote von Interesse seien. Uta Paschke-Albeshausen, ebenfalls Projektleiterin, wies auf die bereits erarbeiteten Service-Pakete für Betriebe hin: „Die beginnen bei einmaligen, ausbildungsvorbereitenden Leistungen, wie Bewerbervorauswahl und Vermittlung von Betriebspraktika bis hin zum Matching zwischen Betrieb und Azubi, Einführungsseminaren zu verschiedenen Themen oder ergänzenden EDV-Kursen. Und sie enden noch längst nicht bei der permanenten Unterstützung von Betrieb und Azubi während der Ausbildung.“

Beide Projektleiterinnen machen deutlich, dass die Pakete bedarfsgerecht geschnürt und in Gesprächen mit den Ausbildungsverantwortlichen Wünsche und Vorstellungen ermittelt werden. Ein detaillierter Fragebogen in den Betrieben ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. „Es geht uns nicht vorrangig darum, eine fest definierte Anzahl von Ausbildungsverbünden zu installieren. Vielmehr sehen wir unsere Aufgabe darin, einerseits möglichst beständige, nachhaltige Kooperationsformen auf den Weg zu bringen. Andererseits wollen wir helfen, Ausbildung effektiver und zugleich hochwertiger zu gestalten“, fasst Hans-Ulrich Obieglo zusammen.

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