Vereinfachter Zugang zu Corona-Schutz: Wohnortnahes Angebot auch in Rethem

Impfungen: Heidekreis geht in die Offensive

Um Herdenimmunität zu erreichen, empfehlen Experten eine Durchimpfung von mindestens 80 Prozent der Bevölkerung. Derzeit haben erst 55 Prozent der Heidekreisbürger eine Erstimpfung erhalten. Weil es unwahrscheinlich ist, dass alle anderen Impfgegner sind, will der Landkreis den Zugang zum Coronaschutz vereinfachen.
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Um Herdenimmunität zu erreichen, empfehlen Experten eine Durchimpfung von mindestens 80 Prozent der Bevölkerung. Derzeit haben erst 55 Prozent der Heidekreisbürger eine Erstimpfung erhalten. Weil es unwahrscheinlich ist, dass alle anderen Impfgegner sind, will der Landkreis den Zugang zum Coronaschutz vereinfachen.

Der Heidekreis geht in die Offensive und möchte mit verschiedenen Aktionen die Zahl der Corona-Schutzimpfungen erhöhen. Mobile Impfteams, mehrsprachige Beratungen und Impfungen „vor der Haustür“ in Wohngebieten mit sozial hilfsbedürftiger Bevölkerung sollen die Akzeptanz für die Spritze erhöhen.

Heidekreis – Nach aktuellem Stand sind im Heidekreis circa 77 000 Menschen über das Impfzentrum und niedergelassene Ärzte mit einer ersten Corona-Schutzimpfung geimpft. Bei einer Einwohnerzahl von 140 673 haben damit 55 Prozent eine Erstimpfung erhalten. Hiervon sind unter 16-Jährige abzuziehen, was 20 493 Kindern und Jugendlichen entspricht. Hinsichtlich weiterer Virusvarianten wird eine Durchimpfung von mindestens 80 Prozent empfohlen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. „Damit dieses Ziel erreicht wird, werden zeitnah verschiedene Impfaktionen angeboten“, schreibt der Heidekreis in einer Pressemitteilung.

Kreis rechnet mit einer hohen Anzahl unentschlossener Bürger

„Es ist davon auszugehen, dass der Heidekreis keine exorbitant hohe Quote von Impfgegnern hat“, hier sei von durchschnittlich zehn Prozent auszugehen, schreibt der Heidekreis. „Vielmehr ist zu vermuten, dass noch nicht alle impfwilligen Personen erreicht werden konnten und eine hohe Anzahl unentschlossener Bürgerinnen und Bürger existiert.“

Örtliche Impfangebote

Deswegen werden drei Aktionen organisiert. Die erste Maßnahme lautet „Örtliche Impfangebote in den Kommunen“. Dieses ortsnahe und unkomplizierte Impfangebot durch mobile Impfteams des Impfzentrums Heidekreis ohne erschwerten Zugang durch ein aufwendiges Anmeldeverfahren trete der eingeschränkten Erreichbarkeit des Impfzentrums über den ÖPNV entgegen. „Im Fokus stehen hier insbesondere die Städte, Samtgemeinden und Gemeinden, die keine direkte und einfache ÖPNV-Anbindung an das Impfzentrum im Heidekreis haben und an den Kreisgrenzen liegen.“ Diese Termine starten am 15. Juli. Ein kombiniertes Impf- und Informationsangebot ermöglicht ausgiebige Vor-Ort-Beratung durch einen Impfarzt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Personen, die bezüglich einer Impfung unentschlossen sind. Damit setzt ein Aufsuchen der Impfstelle auch keine Impfung voraus. „Wer im ersten Schritt eine Impfberatung und -aufklärung wahrnehmen möchte, ist zu diesen Terminen herzlich eingeladen.“ Ein zweites Schnell-Impf-Angebot soll den Entschlossenen unnötige Wartezeiten ersparen. Hier erfolgt das ärztliche Impfgespräch in der üblichen Geschwindigkeit. Für beide Angebote benötigen die Bürger keine Termine, Impfwillige und Menschen mit Informationsbedarf dürfen die Impfstelle direkt anlaufen.

Mehrsprachige Impfaufklärung

Als zweite Maßnahme wird es ein Informationsangebot geben, das über das Maß der üblichen Beratung im Impfzentrum und bei Hausärzten hinausgeht. Im Impfzentrum wird am 23. Juli ein spezieller mehrsprachiger Termin eingerichtet. An diesem Tag sollen neben den Dolmetschern des Impfzentrums auch Vertrauenspersonen beispielsweise aus der Migrationsberatung und den Glaubensgemeinschaften anwesend sein, um den Impfwilligen eine gewohnte Ansprechperson in Kombination mit einer mehrsprachigen Impfaufklärung anbieten zu können. Für dieses Angebot wird ebenfalls auf eine Terminierung verzichtet.

Konzentrierte Impfangebote in bestimmten Wohngebieten

Und drittens werden in Wohngebieten mit sozial hilfsbedürftiger Bevölkerung konzentrierte Impfangebote eingerichtet. Hier soll das Angebot, „vor der Haustür“ zu impfen, zur Steigerung der Impfquote beitragen. „Die von den Städten, Samtgemeinden und Gemeinden benannten Wohngebiete werden nach Abstimmung eines Zeitplans dabei direkt angefahren. In Zusammenarbeit mit der gemeindlichen Sozialarbeit soll diese Bevölkerung im Vorfeld und am Tage des Impftermins direkt angesprochen werden“, so die Pressemitteilung. Diese Angebote werden ebenfalls ohne Terminierung und vollständig mobil erfolgen: Die Impfung erfolgt in Fahrzeugen.

Bevorzugt: Johnson & Johnson

Für die Impfaktionen werden seitens des Impfzentrums Heidekreis Impfstoffe der Hersteller Biontech, Moderna und Johnsen & Johnson zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, die einmalige und damit vollständige Impfung mit Johnson & Johnson zu bevorzugen, um unter anderem aus logistischen Gründen die Terminanzahl einzugrenzen. „Zudem ist mit dieser Variante der vollständige Impfschutz schneller zu erreichen“, so die Pressemitteilung. Der Einsatz des Impfstoffes werde individuell von den Ärzten entschieden.

Die Termine im Überblick

Alle der folgenden Impftermine sind offen für alle Bürger und eine Anmeldung ist nicht notwendig. Einen „Impfzwang“ gibt es nicht: Auch, wer sich an diesem Tag lieber erst einmal nur beraten lassen möchte, ist ebenfalls willkommen.
Wohnortnahes Impfen: Donnerstag 15. Juli, Rethem, Ort wird noch bekannt gegeben, 9.30 bis 15 Uhr; Schneverdingen, Freizeitbegegnungsstätte, Auf dem Eck 2, 9.30 bis 15 Uhr; Freitag 16. Juli, Munster, Sporthalle, Hindenburgallee 17, 9.30 bis 15 Uhr; Lindwedel, Gemeindezentrum, Am Markt 5, 9.30 bis 15 Uhr. Montag, 19. Juli, Ahlden, Gemeindehaus, Große Straße 4, 9.30 bis 15 Uhr; Bispingen, Spökenkieker, Topinger Straße 2, 9.30 bis 15 Uhr.
Der mehrsprachige Impftermin findet am Freitag, 23. Juli, von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr im Impfzentrum Heidekreis in der Heidmark-Halle in Bad Fallingbostel statt.

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