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Immer wieder sonntags...Boulespiel am Burghof

Na, welche Kugel ist dem „Schweinchen“ am nächsten? Im Zweifelsfall entscheidet das Maßband darüber.
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Na, welche Kugel ist dem „Schweinchen“ am nächsten? Im Zweifelsfall entscheidet das Maßband darüber.

Rethem - Konzentration! Das linke Auge zugekniffen, mit dem rechten das „Schweinchen“ im Visier. Den rechten Arm ausgestreckt, das Ziel angepeilt, dann einmal locker durchgeschwungen, die Knie leicht gebeugt – und schon ist die Kugel auf dem Weg. Boule ist Präzisionsarbeit. Aber eine, die Spaß macht. Das finden auch die Mitglieder der AG Ball- und Kugelspiele im Verein Forum Rethem.

Dreimal in der Woche treffen sich die Männer und Frauen, um gegeneinander anzutreten (siehe Info-Kasten). Auch jetzt, im Winter. Dann verhindern eben Heißgetränke die Auskühlung. Gespielt wird, bis das Tageslicht nicht mehr reicht. Manchmal sogar darüber hinaus. Etwa beim „Eulenturnier“, wenn der Platz mittels Fackeln und Kerzen illuminiert wird.

Die einen haben im Frankreich-Urlaub das Boule-Spiel lieben gelernt, die anderen mal bei einem Turnier zugesehen und Feuer gefangen. Alle schätzen neben dem Wettkampf die darüber hinaus entstandenen Freundschaften.

20 Köpfe zählt die Truppe, acht seien es eigentlich immer, die kämen, berichten sie. Genug also, um zu jedem Termin wenigstens auf zwei Bahnen zwei gegen zwei zu spielen.

Drei Kugeln hat jeder pro Durchgang. Das Team, dem es als erstes gelingt, 13 Kugeln am dichtesten ans Ziel, das sogenannte „Schweinchen“, zu bringen, gewinnt. Klingt nach einer schnellen Angelegenheit, ist es aber nicht. „Ein Spiel dauert ‘ne gute Stunde“, sagt Reiner Dittmers. Der Rethemer hat mit Jahresbeginn Harald Röhrs als Leiter der Gruppe abgelöst und rührt nun tüchtig die Werbetrommel für die AG.

Bärbel Steinmeyer aus Hohenaverbergen setzt zum Wurf an. An den Gesichtern ihrer Mitstreiter unschwer zu erkennen: Auch das wird gerne mal kommentiert.

Große Vorkenntnisse sind nicht nötig, um sich der Gruppe anzuschließen. Nicht einmal eigene Kugeln braucht, wer nur mal schnuppern möchte. Die AG hat immer ein paar Sets in Reserve.

„Man muss nichts können“, ermuntert Bärbel Steinmeyer zum Mitmachen. Sie fährt seit zwei Jahren regelmäßig mit Mann Marc und Irish-Setter-Hündin Jill, dem Maskottchen der AG, aus Hohenaverbergen zum Boule-Spielen nach Rethem.

„Wir schließen hier keinen aus“, bekräftigt Lothar Elsner, der immer aus Hämelhausen kommt, um vor dem Burghof eine gar nicht mal so ruhige Kugel zu schieben.

So eine Boule-Partie ist eine äußerst kommunikative Angelegenheit, die bunt zusammengewürfelte Truppe mit Mitgliedern aus drei Landkreisen ein fröhlicher Debattierclub. Horst Weber ist mit seinen 82 Jahren der Älteste, dicht gefolgt von AG-Mitbegründer Herbert Boehnke. Der Jüngste in der Gruppe zählt 30 Lenze.

Gespielt wird zwei gegen zwei. Wer zuerst 13 Punkte hat, gewinnt. Das kann schnell eine Stunde dauern.

Ach ja, und „Ausländer dürfen auch mitspielen“, witzelt Ernesto Veber. Er gibt sich als Brasilianer zu erkennen – und fängt sich von Lothar Elsner gleich einen Spruch ein: „Fußball spielen können sie nicht – und Boule auch nicht.“ Tatsächlich aber beendete Veber die 2016er-Saison auf dem zweiten Platz. So viel mal dazu.

Um Sprüche sind die Boule-Spieler jedenfalls nicht verlegen. Jeder Wurf wird kommentiert, das Ergebnis gerne mal ausdiskutiert. Streit gibt es aber nicht. Wo mit bloßem Auge nicht festzustellen ist, wer der Zielkugel am nächsten ist, wird das Maßband bemüht. Die Ergebnisse fließen ein in die Jahreswertung.

Auch mit anderen Boule-Clubs haben sich die Rethemer schon gemessen – beim Heide-Cup. „Wir haben auch schon mal die Bomlitzer eingeladen“, berichtet Reiner Dittmer. Und dieses Jahr soll’s gegen die Luttumer gehen, haben sie sich vorgenommen. Außerdem treffen sich die Mitglieder zum Grillen, auch Paddelausflug, Minigolf-Turnier und eine Boßel-Tour habe es schon gegeben, berichten sie. Für Spaß und Geselligkeit ist also auch über das Boule-Spiel hinaus gesorgt.  J kp

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