Strafanzeige gestellt / Zwei bis drei Kilogramm auf dem Deich bei Rethem

Hunde fressen Giftköder

Die Geschwister Kim und Marvin Meder aus Rethem sind erleichtert, dass es ihren Hunden wieder besser geht. Links im Bild der Labrador-Australian-Shepherd-Mischling Monty und rechts die Old English Bulldogge Paula. Foto: Bruns

Rethem - Von Wiebke Bruns. Mindestens vier Hunde haben nach derzeitigem Stand auf dem Rethemer Deich von Gift gefressen und mussten tierärztlich behandelt werden. Derzeit geht es ihnen wieder gut. Ob weitere Tiere betroffen sind, ist nicht bekannt. Björn Fahrenholz von der Samtgemeinde Rethem hat bestätigt, dass das Gift von einem Verantwortlichen des Deichverbandes ausgebracht worden ist. Bei der Polizei wurde Strafanzeige erstattet.

Am Sonntag, gegen 13.30 Uhr, war Kim Meder mit ihrem Labrador-Mischling Monty und Paula, der Old English Bulldogge ihres Bruders Marvin Meder, am Deich unterwegs. „Beide haben die Nasen immer in die Löcher im Deich gesteckt“, berichtet die 24-Jährige. Dies sei ungewöhnlich gewesen, darum habe sie nachgeschaut und das Gift entdeckt.

Unverzüglich kontaktierte ihr Bruder eine Verdener Tierarztpraxis. Dort wurden die Hunde zum Erbrechen gebracht, und die rot eingefärbten Getreidekörner wurden sichtbar. Nach etwa zwei Stunden konnten sie die Vierbeiner mit nach Hause nehmen. Weiter behandelt werden die Tiere mit Vitamin K1, und in drei Wochen muss ein großes Blutbild gemacht werden, berichtet die Rethemerin. Ob dann alles überstanden sei, bleibe abzuwarten.

Ihr Bruder Marvin erstattete Strafanzeige. Damit sei die Staatsanwaltschaft Verden die Verfolgungsbehörde, erklärte Olaf Rothardt, Sprecher der Polizeiinspektion Heidekreis, gestern. Nicht die Samtgemeinde Rethem, an die das Ganze zunächst abgegeben worden war. Dort war auch das Ordnungsamt informiert worden, reagierte nach dem Empfinden der Geschwister jedoch unzureichend. Denn nicht nur Haus- und Wildtiere seien durch das Gift gefährdet, sondern auch Kinder.

„Wir haben uns des Problems angenommen“, versicherte Björn Fahrenholz, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters auf Nachfrage. „Im Rahmen der Deichpflege sind die Köder in Mäuselöcher mit einer Einfüllhilfe eingebracht worden“, berichtete er von einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Deichverbandes. Wo konkret, wann und in welchen Mengen, wusste er nicht. Es sei nicht durch Schilder darauf hingewiesen worden. Ob Gemeinde und Öffentlichkeit hätten informiert werden müssen, werde geklärt.

Der Verursacher habe sich gestern um die Beseitigung des Giftes kümmern wollen. Ein Vollzugsbeamter werde das kontrollieren. Fahrenholz berichtete in einem Telefonat, dass er sich am Montag selber ein Bild gemacht und auf Empfehlung des Veterinäramtes die entdeckten Giftköder „mit Sand bedeckt und festgetreten“ habe.

Ausschließlich zur Bekämpfung eines starken Mäusebefalls habe er das Gift ausgebracht, versicherte der Vorsitzende des zuständigen Deichverbandes auf Nachfrage. Er habe das Gift in die Löcher gefüllt. „Ich hätte die Löcher zumachen sollen“, räumte er ein. Dass das Gift frei zugänglich gewesen sei, sei ihm nicht bewusst gewesen. „Wenn ich das gesehen hätte, das hätte ich niemals liegen lassen“, sagte er in einem Telefonat zum gestern veröffentlichten Foto herumliegender Köder. Zweieinhalb bis drei Kilo habe er im Deichabschnitt Londypark bis kurz vor der Ziegelei sowie im Bereich Wölpeumfluter Freitag ausgebracht. Gestern sei er den Deich abgegangen, um Reste zu entfernen.

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