Bau- und Friedhofsausschuss für Variante 1a

Komplettsanierung für das historische Rathaus soll kommen

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Rethem - Das Rethemer Rathaus soll saniert werden. Darauf hatten sich zuletzt die Mitglieder des Samtgemeinderates Rethem geeinigt. Am Mittwoch ging es im Bau- und Friedhofsausschuss darum, welche Variante realisiert werden soll. Am Ende sprachen sich vier der sieben Ausschussmitglieder für die Komplettsanierung in Form der Variante 1A aus. Die Gesamtkosten schätzt Planer Thomas Jäh auf 2,1 Millionen Euro.

Zur Diskussion stand noch das Modell 2. Hierbei sollte nur das Erdgeschoss des Rathauses saniert und ein Fachbereich ausgelagert werden.

Jäh beantwortete einige Fragen. Ohne Gründung werde es mittelfristig, wenn noch nicht geschehen, zum Bruch der Fundamente kommen. Durch die Verlagerung von Kräften komme es schließlich zum Verlust des Gebäude-Tragwerks. Zum Wann könne er keine Auskunft geben. Hohlräume unter der Sohle im Innenbereich des Gebäudes seien bereits festgestellt worden. Im Einwohnermeldeamt sei der Boden bereits einmal eingesackt. „Es ist eine Frage der Zeit bis zum nächsten Vorfall.“

Der Planer erzählte, dass die in die engere Wahl genommene Unterfangung mit einem HDI- beziehungsweise Düsenstrahlverfahren bereits ein kostengünstiger Ansatz sei. Andere Methoden seien insgesamt teurer.

Nach einer sinnvollen Teillösung gefragt, sagte der Planer, dass bei beiden Modellen das gesamte Erdgeschoss genutzt werde. Deshalb ließen sich nicht nur Teile sanieren.

Jäh präsentierte eine Aufstellung der geschätzten Kosten für die Bearbeitung der Mängel des Berichts des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes in Höhe von 113 135 Euro. Die reine Bearbeitung der Mängel aus dem Brandschaubericht koste 240 300 Euro.

Teilsanierung: Teuer und umständlich

Jäh sagte, dass in allen Fällen 536 000 Euro für die Unterfangung benötigt würden. Für die Variante 1a erläuterte der Planer, dass er für das Ausweichquartier während der Sanierung 332 000 Euro veranschlagt habe. Die Sanierungskosten beliefen sich auf 742 000 Euro. Kosten, die aus unterlassener Unterhaltung und Brandschutz entstanden seien, bezifferte Jäh auf 514 000 Euro.

Für das Modell 2 listete Jäh folgende Kosten auf: Ausweichquartier: 184 000 Euro, unterlassene Unterhaltung 242 000 Euro, Baukosten für die Auslagerung 632 000 Euro und Sanierung 401 000 Euro. Mit der Unterfangung koste das Ganze voraussichtlich 1 995 000 Euro. Nach einer ersten Besichtigung kämen für ihn weder das Lührsche noch das von Behrsche Gebäude oder die alte Londyschule als zusätzlicher Verwaltungsstandort in Betracht. Die drei Gebäude gemeinsam deckten gerade den Raumbedarf. Das zweite Obergeschoss des Kindergartens sei hiervon die beste Lösung. Verwaltungschef Cort-Brün Voige warf ein, dass bei zwei Standorten diverse Dinge wie WC-Anlagen, Putzmittelräume und Technik zweifach vorzuhalten seien. Probleme sehe er auch bei Urlaubs- und Krankheitsvertretungen.

Klar wurde, dass bei Modell zwei noch eine Verzögerung von einem halben Jahr eintritt, weil der Kindergarten baulich hergerichtet werden muss.

Die Nebenkosten seien bei beiden Modellen hoch, so Jäh. Allerdings beständen diese aus vielen Einzelkomponenten. „Das ist nicht alles mein Honorar.“ Deutlich wurde, dass an einigen Stellen noch Einsparpotenzial vorhanden ist, so seien beispielsweise Containerkosten gesunken, sagte Torsten Gudehus, CDU. Wolfgang Leseberg, SPD, betonte, dass die hohen Kosten nicht die Schuld oder Verantwortung des Bürgerbegehrens seien, sondern das Ergebnis jahrelanger unterlassener Unterhaltung des Gebäudes.

Bei Heinz Bäßmann und Torsten Gudehus, beide CDU, Wolfgang Leseberg und Stephanie Weber, beide SPD, herrschte schließlich Einigkeit, dass der Aufwand für zwei Verwaltungsstandorte bei doch recht ähnlichen Gesamtkosten zu groß sei. Arnd Helberg, SPD, Steffen Meyer und Dr. Kathrin Wrobel, beide CDU, stimmten gegen die Variante 1a.

Der Samtgemeinderat wird das Thema in seiner Sitzung am Mittwoch, 8. November, 18.30 Uhr, beraten.

sal

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