Helmut Musmann feiert 90. Geburtstag

„Er ist ein ganz Gemütlicher“

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Helmut Musmann feiert heute 90. Geburtstag.

Hedern - „Er ist ein ganz Gemütlicher“, sagt Helga Husmann liebevoll in Richtung ihres Mannes Helmut. Er feiert am Sonnabend, 20. Februar, seinen 90. Geburtstag. „Ich sitze im Sessel, gucke Fernsehen und mache ab und zu ein Nickerchen“, sagt der Jubilar auf die Frage, wie er seine Tage verbringt. Und im Sommer verlegt er seinen Sitzplatz gerne nach draußen. „Er kriegt alles mit, was passiert“, erzählt Nachbar Jürgen Poppe beim Zeitungstermin mit einem Schmunzeln. Regelmäßig kommen außerdem Besucher aus dem Ort zum Klönen vorbei.

Helmut Musmann wurde in Hedern geboren, wo er ab 1932 die Dorfschule besuchte. 1940 wurde er konfirmiert und aus der Schule entlassen. Da sein Vater im Dienst der Reichsbahn stand und keine Zeit hatte, sich um die kleine Landwirtschaft zu kümmern, musste Helmut Musmann diese Aufgabe übernehmen. Ein Ochse, zwei Kühe und ein paar Schweine waren zu versorgen. Die Wiesen mähte der junge Mann mit der Sense. Helmut Musmann litt sehr unter Rheumatismus. Da es noch keine wirksamen Medikamente gab, wendete die Familie mit Erfolg ein altes Hausrezept an – er schlief in ungewaschener Schafwolle.

Am 1. November 1942 wurde Helmut Musmann zum Militär eingezogen. Im bayerischen Hof geriet er in amerikanische Gefangenschaft und wurde im Mai 1945 mit anderen Offizieren und Soldaten an die Russen ausgeliefert. Nach einer schweren Zeit im sibirischen Novosibirsk kam Helmut Musmann auf 35 Kilogramm abgemagert wieder nach Hause. Sein erster Wunsch: eine Pfanne Bratkartoffeln.

Der Hederner begann im März 1946 eine Ausbildung zum Straßenwärter und arbeitete bis 1960 in diesem Beruf. Im gleichen Jahr nahm die Firma Toschi die Produktion in Rethem auf, und Helmut Musmann arbeitete von da an als Kraftfahrer für die Spedition Fromm in Bosse. Er brachte Zement aus Misburg ins Werk nach Rethem. 1986 ging er in den Ruhestand.

1948 heiratete der Jubilar Helga Drewes, die als Hauswirtschaftslehrling bei der Nachbarin Marga Poppe senior in der Lehre war. Die Tochter des Paars starb vor zehn Jahren. Die Dorfgemeinschaft habe ihnen danach sehr beigestanden, erzählt Helga Musmann. Das habe auch für die Zeit gegolten, als Helmut Musmann vor fast sechs Jahren plötzlich bewusstlos wurde und Wochen im Krankenhaus und in der Reha verbringen musste. Zum Glück erholte er sich danach schnell wieder. „Ich war froh, wieder zuhause zu sein“, so der Jubilar. Das hat er nicht zuletzt seiner Frau zu verdanken. „Sie ist meine Krankenschwester“, sagt er mit einem Lächeln. Helga Musmann kocht jeden Tag drei Gänge. „Er isst gerne Suppe vorweg“, sagt sie. Und nach jeder Mahlzeit sage er zu ihr: „Das Essen hat wieder geschmeckt.“

Um Dorfgemeinschaft

verdient gemacht

Das Paar hat sich um die Dorfgemeinschaft verdient gemacht. Es bewirtschaftete ehrenamtlich, von 1986 bis 2001, das Dorfgemeinschaftshaus. Der Jubilar schenkte Bier aus. Solange Helmut Musmann hier tätig war, gab es den Frühschoppen. Gerne fuhr Helmut Musmann nach Renteneintritt auch Kutsche. „Das war seine liebste Beschäftigung“, so Helga Musmann.

Der 90. Geburtstag wird ausnahmsweise nicht zuhause gefeiert. Es geht mit Familie, Freunden und Bekannten nach Altenwahlingen.

sal

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