Ein Dorf im Einsatz für Kiana-Lina

Helferansturm bei Typisierungsaktion in Bierde: Viel Lob für mehr als 120 Helfer

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Stäbchen rein – Spender sein: Für Rüdiger Hambrock aus Eilte ist die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit. 

Bierde – Für Rüdiger Hambrock aus Eilte war es eine Selbstverständlichkeit, die wenigen Kilometer über die kleine Allerbrücke nach Bierde zu kommen, um sich typisieren zu lassen. Schließlich ging es darum, einen Stammzellenspender für ein sechsjähriges, an Blutkrebs erkranktes Mädchen aus dem Nachbarort zu finden.

Hambrock kam mit Ehefrau Heike und Tochter Hanna, die die Aktion sehr interessiert verfolgten. „Wir haben auch eine junge Tochter und damit das große Bedürfnis, der kleinen Kiana-Lina zu helfen“, so Hambrock. Mit einem Speichelabstrich aus der Wangenschleimhaut ging es ganz schnell, die Registrierung war nach wenigen Minuten abgeschlossen. „Das tut gut“, so der Eilter zu den Helfern, die die Typisierung begleiteten.

Bierde erlebte einen Riesenansturm. Die zum Parkplatz umfunktionierte Wiese direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus konnte die vielen Fahrzeuge kaum aufnehmen – schon am Morgen waren hunderte Menschen in dem weißen Zelt, um sich typisieren zu lassen.

Die ganze Aktion war perfekt organisiert von der Feuerwehr und anderen Helfern aus dem kleinen Ort, der fast komplett vertreten war. „Wir haben 120 Menschen, die uns mithelfen, wir haben mehr als 25 Torten erhalten, die die Frauen des Ortes gebacken haben“, berichtete Ortsbrandmeister und Chef des Orga-Teams Volker Bostel schon ein wenig stolz, denn was die Dorfgemeinschaft an diesem nassen Januarnachmittag leistete, ist kaum zu überbieten. 871 Leute haben sich typisieren lassen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis.“ Insgesamt seien an diesem Tag 37 300 Euro für das Mädchen hereingekommen.

Lob kam von allen Seiten, zum Beispiel vom Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke, der selbst bereits typisiert ist und den Bierdern zu der Aktion gratulierte. Die Samtgemeindebürgermeister waren gekommen, natürlich der Böhmer Ortsbürgermeister, die Feuerwehrspitzen des Südkreises, die Pastorin und viele mehr. Sie alle trugen mit einem finanziellen Beitrag zum Erfolg des Tages bei.

Perfekt organisiert: Für die Besucher gibt es Stärkungen.

Unter ihnen war auch der „Doc“, Dr. Sirus Adari von der Onkologischen Arbeitsgemeinschaft des Heidekreises, der gleich 1 000 Euro als Spende für das sechsjährige Mädchen aus Bierde mitbrachte. „Wir haben einen Härtefonds für an Blutkrebs erkrankte Kinder und Jugendliche“, erklärte der Mediziner, dem der besondere Dank der Bierder galt, ebenso dem Rotaryclub Schwarmstedt, der 1 200 Euro spendete. Viele andere Menschen beteiligten sich mit kleinen und großen Beträgen, kauften Lose der Tombola oder ließen sich gegen eine Spende gut verpflegen.

Kathrin Grote, DKMS-Vertreterin vor Ort, hatte mit einer Einweisung für alle Helfer sowie einer Information für die Spender die Veranstaltung eröffnet. Und auf die Frage eines etwas zweifelnden Besuchers ausführlich erklärt: „Ich habe mich auch typisieren lassen und bin zu einer Stammzellenspenderin geworden. Gleich nach der Operation konnte ich wieder shoppen gehen. Ich habe nichts mehr gespürt.“ Irgendwann sei sie gefragt worden, ob ihre bis dahin anonym gehaltenen Daten weitergegeben werden dürften. „Ich habe damit kein Problem gehabt.“ Und sie hat tatsächlich ihren Spendenempfänger getroffen. „Das war eine wunderbare Begegnung.“

Elisabeth Gause vom „Förderverein Alte Schule/Dorfgemeinschaftshaus“ sagte: „Ich finde es einfach umwerfend, wie sich diese Dorfgemeinschaft einsetzt.“ Sie half wie viele andere Einwohner bei dieser Veranstaltung, die in Bierde und weit darüber hinaus sicher lange im Gedächtnis bleiben wird.

Für Mirja Rohr war es „eine total wichtige Aktion. Ich habe mich endlich einmal typisieren lassen“, sagte die Pastorin, die bereits in den Weihnachtsgottesdiensten für die Sechsjährige hat sammeln lassen. Und auch SoVD-Vorsitzende Christel Dietrich kam schnell für eine Spende in das Dorfgemeinschaftshaus. „Klar, dass wir auch helfen wollen.“ Vereine, Verbände und Einwohner waren sich an diesem Tag sehr einig: Alle wollten unbedingt ihren Beitrag leisten.

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